Stillstand auf der Grabenstraße

Kanalbauarbeiten

Stillstand mitten in der Stadt und das auf der wohl meist befahrenen Straße in Stadtlohn – das Chaos scheint vorprogrammiert. Aber: Die Stadtlohner bleiben entspannt. Bis jetzt jedenfalls.

STADTLOHN

09.08.2017, 18:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stimmung auf der Baustelle, die seit Dienstagabend für eine Vollsperrung auf der Grabenstraße sorgt, ist gelassen. „Bisher wird um uns herum noch nicht geflucht, alles im grünen Bereich.“ Bauarbeiter Roland Aschenbach und seine Kollegen werden die nächsten zwei Wochen voll beschäftigt sein. So lange wird die Grabenstraße nicht befahrbar sein. „Wenn alles gut läuft, kann der Verkehr am 19. August hier wieder ganz normal rollen.“ Es kann aber auch schlecht laufen.

Mit Kamera durch Kanäle

„Ob wir hier noch länger zugange sind, wissen wir Ende dieser Woche, wenn wir mit einer Kamera die einzelnen Schächte durchleuchtet haben“, sagt Roland Aschenbach. Grund der Baustelle ist die Sanierung und Erneuerung von drei Kanalschächten und einiger Grundstücksanschlussleitungen. Eine Sofortmaßnahme, denn laut Bürgermeister Helmut Könning war Gefahr im Verzug. Die Kosten belaufen sich auf rund 25 000 Euro. „Heute wurden die Schächte erst einmal gründlich ausgespült und gereinigt, damit die Kamera beim Durchlauf in den nächsten Tagen eine gute Sicht hat“, erklärt Aschenbach. Sollten dabei Schäden wie kleine Risse oder Löcher entdeckt werden, muss ein Sanierungskonzept erstellt werden. Bisher sei aber alles nach Plan gestartet. „Neben der Reinigung der Schächte konnten wir heute ebenfalls bereits mit der Erneuerung der Kanaldeckel und der Hausanschlüsse starten“, so Aschenbach.

Loch vor der Haustür

Dass sein Hausanschluss grundüberholt werden muss, weiß Helmut Hörnemann schon seit einiger Zeit: „Beim letzten Hochwasser hat sich hier alles nach oben gedrückt und bei einem Kameradurchlauf hat sich dann gezeigt, dass was Neues her muss.“ Nun hat Helmut Hörnemann ein riesiges Loch vor seiner Haustür. Umständlich und laut sei das natürlich, aber: „Das geht ja alles ganz fix und muss sein.“ So sieht es auch Frank Leeners, Pflegedienstleiter bei der Sozialstation Woltering: „Eine Baustelle auf dieser viel befahrenen Straße ist eine Herausforderung, aber die Stadt hat gute Umleitungen geschaffen. Ich denke, das große Verkehrschaos bleibt aus und laut ist es hier sowieso immer.“ Frank Leeners habe früh genug Bescheid bekommen und dann müsse man einfach umplanen. „Das sind Arbeiten, die gemacht werden müssen und das ja auch zum Wohl der Bürger.“ Josef Duesmann wohnt in der Nähe der Grabenstraße, steht mit einem Freund an der Baustelle und beobachtet das Geschehen: „Gestern Abend, als die Sperrschilder aufgestellt wurden, herrschte kurz Chaos, aber jetzt ist eigentlich alles ruhig.“

Mehr Zeit einplanen

Tatsächlich stauen sich bisher weder LKW noch Autos. Trotzdem sollte jeder, der die Grabenstraße umfahren will, damit rechnen, dass auf den Umleitungen der Verkehr etwas stockt.

Bis zum 18. August sind folgende Abschnitte der Grabenstraße gesperrt: zwischen Hohe Straße und Alte Poststraße sowie zwischen Alte Poststraße und Vredener Straße. Der innerstädtische Verkehr wird über die Josefstraße und die Alte Poststraße geführt. Der Durchfahrtsverkehr wird in beide Richtungen über die Weerseloer Straße, Westfalenring, Breul und Sprakelstraße umgeleitet.

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