Stufen an der ehemaligen Marienschule bleiben ein Hindernis

Rollstuhlrampe fehlt

Der Zugang zur ehemaligen Marienschule soll barrierefrei werden. Das ist längst beschlossene Sache. Doch seit dem einhelligen Votum des Bauausschusses ist schon mehr als ein Jahr vergangen. Passiert ist immer noch nichts, kritisierte in der jüngsten Ratssitzung UWG-Ratsherr Karl Herbstmann.

STADTLOHN

, 18.04.2016, 18:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer mit dem Rollstuhl in die ehemalige Marienschule will, hat zunächst ein kleines Problem: die Stufe vor dem Haupteingang. Doch wenn sich die Tür öffnet, wartet eine unüberwindliche Barriere: drei weitere Treppenstufen.

Schon 2013 bat der Sozialverband VDK, der in der ehemaligen Grundschule sein Büro hat, um die Schaffung eines behindertengerechten Eingangs. "Unser Ortsverband hat ja schon 837 Mitglieder, darunter etliche, die nicht mehr so mobil sind", erklärt der VDK-Vorsitzende Richard Doods die Wichtigkeit des Anliegens. Aber von dem behindertengerechten Eingang profitiere ja nicht nur der VDK, so Doods weiter. "In der Marienschule ist ja auch die Heimatstube des Heimatvereins und das Stadtarchiv." Beide Einrichtungen würden ja auch intensiv von älteren Menschen genutzt.

Anträge im Rat

2014 griffen die UWG und danach auch die CDU das Anliegen auf und stellten entsprechende Anträge im Rat. Im Mai 2015 beschloss der Bauausschuss den Bau einer Rampe, eines Aufzugs und elektrische Türöffner.

Und dann? Dann passierte nichts mehr, sagt Karl Herbstmann. "Ich habe im Oktober noch einmal im Rathaus nachgefragt. Da hieß es: ,Die Rampe wird bis Ende 2015 gebaut.' Aber es ist wieder nichts passiert. Darüber sind wir in der UWG ziemlich erbost. Wir haben auch den Eindruck, dass die Umsetzung so schleppend ist, weil wir und nicht andere den Antrag gestellt haben."

"Keine freien Kapazitäten"

Bürgermeister Helmut Könning wies diese Vermutung zurück: "Ich bedaure das auch sehr, dass die Rampe noch nicht fertig ist", sagte Könning in der jüngsten Ratssitzung. "Mich ärgert das auch. Aber im Bauamt fehlen im Moment die freien Kapazitäten", so der Bürgermeister weiter. Könning erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr 400 Flüchtlinge untergebracht werden mussten. Dafür seien 34 Immobilien hergerichtet werden. "Das hat uns vor erhebliche personelle Probleme gestellt", so der Bürgermeister. Er versprach in der Ratssitzung, dass das Projekt der barrierefreien Marienschule "möglichst bald" in Angriff genommen werde.

Karl Herbstmann kann die angeführten Personalprobleme nachvollziehen, aber nur teilweise. "Der Bau einer Rampe ist doch eigentlich ein Klacks. Den Auftrag kann die Stadt doch an eine Firma vergeben. Es muss nur der ernsthafte Wille da sein."

Noch Planungsbedarf

Das gelte zumindest für die Rampe. Herbstmann: "Der Aufzug, der den barrierefreien Zugang zum Josef-Albers-Saal ermöglichen soll, kann ja in einem zweiten Schritt verwirklicht werden."

In der gestrigen Sitzung des Verwaltungsvorstands im Rathaus stand das Thema noch nicht auf der Tagesordnung. Pressesprecher Günter Wewers: "Es gibt noch Planungsbedarf. Sorgfalt geht hier vor Eile."

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