"Tagesmutter on Tour"

Öffentlichkeits-Initiative

Sichtbare Zeichen setzen, das wollen die Tagesmütter aus Stadtlohn, Südlohn und Vreden: Mit verschiedenen Aktionen möchten sie Eltern informieren und gleichzeitig weitere Interessierte für diese Tätigkeit gewinnen.

STADTLOHN

von von Thorsten Ohm

, 13.09.2012, 08:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Tagesmütter wollen junge Familien in der Region gezielt über ihre Angebote informieren. Dazu gehen sie mit verschiedenen Aktionen in die Öffentlichkeit.

Die Tagesmütter wollen junge Familien in der Region gezielt über ihre Angebote informieren. Dazu gehen sie mit verschiedenen Aktionen in die Öffentlichkeit.

Wahrnehmbar in der Öffentlichkeit sind bestimmt auch die leuchtend grünen Umhängetaschen mit der Aufschrift „Tagesmutter on Tour“, die alle Tagesmütter erhalten. „Da passt alles rein – Schnuller, Windeln und sogar das Handy“, lautete die Resonanz auf den praktischen „Botschafter“. Ein weiterer wichtiger Baustein in der Öffentlichkeits-Initiative stellt darüber hinaus ein Flyer dar: Er informiert über das Angebot und die Möglichkeiten von Tagesmüttern und soll an alle jungen Eltern verteilt werden. Aufklären wollen die Tagesmütter auch darüber, dass die Finanzierung entsprechend der Betreuung in Kindertagesstätten geregelt ist: „Wir wollen den Eltern bewusst machen, dass sie ein Wahlrecht haben und sich auch für unser familiennahes Angebot entscheiden können.“ Viele wüssten das jedoch nicht.

Das Gespräch mit Silja Karshüning berührte zahlreiche Fragen der Arbeits-Bedingungen für die Tagesmütter. So ging es unter anderem um die Möglichkeiten, die sich durch die Schaffung einer Großtagespflege ergeben. Dazu müsse auch eine Nutzungsänderung für die vorgesehenen Räumlichkeiten erfolgen. Zudem müssten mindestens zwei Tagesmütter dafür vorhanden sein; die Kinderzahl bei der Großtagespflege sei auf höchstens neun begrenzt. Ein Punkt, der vielen Tagesmüttern auf den Nägeln brennt: der Stundenlohn. Wenn es zu einer Erhöhung kommen sollte, müsste dies von den politischen Gremien beraten und mit allen beteiligten Jugendämtern abgestimmt werden, sagte Silja Karshüning. Sie berichtete in diesem Zusammenhang, dass eine Studie zu den Leistungen für die Tagesmütter zeige, dass der Kreis Borken sich schon im oberen Bereich bewege.

Waltraud Ostendarp-Deggerich plädierte dafür, die Tätigkeit als Tagesmütter als berufliche Perspektive zu verstehen und weiterzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund sei eine Anhebung der Stundenlöhne ein wichtiges Ziel. Kontrovers beleuchtet wurde in der Runde, ob Tagesmütter durch den Kreis beschäftigt werden sollten. Das hätte auch zur Folge, dass die einzelne Tagesmutter nicht mehr frei darüber entscheiden könne, wie viele und welche Kinder sie betreut. Eine andere Perspektive sah Waltraud Ostendarp-Deggerich in einer gezielten Zusammenarbeit mit Firmen: Dadurch könnte ein flexibles Betreuungsangebot geschaffen werden, das auf die Bedürfnisse der Beschäftigten optimal abgestimmt ist – gegebenenfalls sogar mit eigenen Räumlichkeiten am Firmensitz.

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