Probleme in Tansania: Geht in der Urwaldklinik in Litembo bald das Licht aus?

rnStadtlohner Hilfsprojekt

Mit einem Hilferuf hat sich Christian Feldmann aus Tansania an die Heimat gewandt. Die Stromversorgung im Hospital in Litembo, für das sich viele Stadtlohner einsetzen, ist in Gefahr.

Stadtlohn

, 16.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wir erreichen ihn per Whatsapp-Anruf mitten in Tansania, rund 7500 Kilometer Luftlinie von Stadtlohn entfernt. „Ich stehe gerade vor dem Hospital“, sagt er. Das Handynetz dort ist gut. Nur der Strom macht immer wieder Probleme. Seit 2016 ist das Krankenhaus zwar mit einer Überlandleitung an das Stromnetz angeschlossen, doch der Strom fällt immer wieder aus. Ein verlässlicher Betrieb ist so nicht möglich.

Wasserkraftwerk fällt nach 40 Jahren im Dienst immer wieder aus

Schon früh hatte das Krankenhaus in Litembo auf Selbstversorgung gesetzt. Früher war das der einzige Weg, um in den Highlands von Tansania überhaupt Strom zu bekommen. Ein Speichersee wurde angelegt. Mit Wasserkraft wurde ein Generator betrieben, der die einzelnen Abteilungen mit Strom versorgt. Doch dieser Generator ist nun ausgefallen. „Der ist fast 40 Jahre alt. Da ist das eigentlich kein Wunder“, erklärt Christian Feldmann. Als gelernter Energieanlagenelektroniker weiß er, wovon er spricht. Regelmäßig ist er in Tansania. So wie jetzt gerade.

Sanierung hat noch nicht viel gebracht

Vor zwei Jahren wurde die Turbine des kleinen Wasserkraftwerks saniert. Schon damals waren die Reparaturen auch an fehlendem Werkzeug gescheitert. Notdürftig wurde der Generator wieder instand gesetzt. „Die Arbeiten wurden dann noch einmal auf die nächste Trockenzeit verschoben. Anfang des Jahres hatte der Generator dann wieder seinen Geist aufgegeben. Zwischendurch sei er noch mal zwei Wochen gelaufen, doch jetzt scheint es, dass er endgültig den Dienst quittiert hat.

Das Problem: Die Herstellerfirma gibt es nicht mehr. Ersatzteile sind nicht zu bekommen. Die Vibrationen des beschädigten Generators hatten zuletzt auch das Fundament der Maschine in Mitleidenschaft gezogen. „Gerade liegt der Generator in Einzelteile zerlegt vor mir“, erzählt Christian Feldmann am Telefon. Ein neues Fundament härte gerade aus. Ob sie den Generator so noch einmal in Gang bekommen, mag er nicht abschätzen.

Drei Stunden mit dem Geländewagen zur nächsten Station

Die Abgeschiedenheit des Krankenhauses in Litembo macht das Problem nicht einfacher: Mit dem Geländewagen sind es knapp drei Stunden bis in die nächste Missionsstation in Peramiho. „Bei gerade einmal 120 Kilometern Entfernung“, sagt Christian Feldmann. Von dort seien Spezialisten nach Litembo gekommen um zu helfen. „Wir sind hier eben mitten im Hochland von Tansania. Hier gibt es nur Kaffeebauern“, erklärt Christian Feldmann.

Tatsächlich stellt der ausgefallene Generator das Krankenhaus vor riesige Probleme. „Ohne verlässliche Stromversorgung ist ein Betrieb im Krankenhaus natürlich nicht denkbar“, sagt Christian Feldmann.

Dieselgenerator ist nur eine Notlösung

Es gibt zwar einen Dieselgenerator, doch dessen Betrieb ist extrem teuer. „Der verbraucht in der Stunde zehn Liter Diesel“, erzählt Christian Feldmann. Geld, das das Krankenhaus eigentlich nicht hat. Muss in Litembo operiert werden, ist das natürlich wichtiger als Geld. Dann wird der Dieselgenerator angeworfen.

Auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach leistet zwar 15 Kilowatt, auf Dauer reicht auch das nicht. „Wir können die PV-Anlage mittlerweile mit dem Diesel koppeln und so Treibstoff sparen“, erklärt der Stadtlohner. Doch an dem Wasserkraftwerk führt auf Dauer kein Weg vorbei.

Die bisherigen Reparaturen sind dabei nur provisorisch. „Auf Dauer brauchen wir einen neuen Generator“, sagt er. Was der kostet, wie der finanziert werden soll, wann es damit etwas werden kann – für Christian Feldmann eine ganze Reihe offener Fragen. In diese Richtung laufen gerade viele Gespräche. Wie es weiter geht? Christian Feldmann weiß es nicht.

Rückreise und Spendenaufruf

Noch am Donnerstagabend machte Feldmann sich auf den Rückweg nach Deutschland. Wann er wieder nach Tansania reist, steht im Moment noch nicht fest.

Aktuelle Entwicklungen aus Litembo fasst Christian Feldmann auf seinem Blog zusammen. Auch der Freundeskreis Litembo berichtet über die Arbeit vor Ort. Sie rufen auch zu Spenden für das Krankenhaus – und aktuell für einen neuen Generator – auf.

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