Tanz, Gesang, Selfie und Kuss: Stadtlohner erlebt zwei Minuten mit Nicki Minaj

rnKonzertauftritt

Einen unvergesslichen Abend erlebte der Gymnasiast Anton Schiermann in Köln. Mit Nicki Minaj durfte er einige Minuten zusammen auf der Bühne tanzen. Als Belohnung gab es einen Kuss.

von Alex Piccin

Stadtlohn

, 30.03.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es ist Samstagabend, etwa 22.30 Uhr in der Lanxess-Arena zu Köln. Auf der Bühne ist die Show der weltweit kommerziell erfolgreichsten Rapperin Nicki Minaj in vollem Gange. Unter den Zuschauern tummelt sich Anton Schiermann. Der 19-jährige Stadtlohner verfolgt das bunte und laute Treiben zusammen mit sechs Freunden. Wenig später findet er sich auf der Bühne wieder - zusammen mit dem US-Star. Im Interview mit der Münsterland Zeitung blickt er auf diesen magischen Moment zurück und spricht über seine Affinität zu Kamera und Musik.

Anton, wie bist du auf die Bühne gelangt?

Das wüsste ich auch gerne (lacht). Wir standen in der ersten Reihe und sind gut abgegangen. Nicki hat das mit Sicherheit gesehen und plötzlich sollte ich da hoch. Ich habe das erst gar nicht realisiert und habe dreimal nachgefragt: ‚Wirklich ich?‘ Ich wurde über die Absperrung gehoben und der Security-Mann hat mir gesagt: ‚Beruhig dich.‘

Wie ging es dann weiter?

Ich wurde von den Tänzern in so eine Art Pillenraumschiff geführt und die Tür ging zu. Dort habe ich das gemacht, was mir Spaß macht - getanzt. Gefühlt waren das vielleicht 30 Sekunden, in echt wohl etwa zwei Minuten. Nicki kam dann dazu, sie sang das Lied „Whip it“.

Und sie kam dann zu dir herüber?

Genau. Ich kann all ihre Lieder mitsingen. Bei der Textstelle „stranger over there“ hab ich auf sie gezeigt und sie auf mich. Wir haben getanzt und getwerked. Als das Lied zu Ende war fragte sie mich: ‚May I have a kiss?‘ und hielt mir das Mikrofon hin. Ich war so perplex, dass ich das Mikro geküsst habe. Aber sie meinte sich selbst. So gab es einen Kuss auf die Wange.

Hast du im Anschluss neidische oder böse Blicke geerntet?

Nein, überhaupt nicht. Wir wussten, dass dies ein Teil der Show ist und da wir ganz vorne standen, haben wir es in Betracht gezogen, ausgewählt zu werden - ohne wirklich daran zu glauben.

Ein Erlebnis, von dem du dich erst einmal erholen musstest, wie man es im Video auf deinem Youtube-Kanal sehen kann. Wie habt ihr den weiteren Abend verbracht?

Der Kreislauf war am Ende. Wir sind zunächst nach hinten gegangen und haben dort weitergetanzt. Später sind wir noch in die Stadt gezogen. Ich habe den Abend bis heute noch nicht so ganz realisiert.

Dabei ist dir Bühnenerfahrung nicht wirklich fremd. Bist du eine Rampensau?

So schlimm ist es nicht (lacht). Aber stimmt. Ich bin schon dreimal bei Büttabenden in Stadtlohn aufgetreten. Die Karnevalsgesellschaft hat mich irgendwann mal angesprochen, ob ich das nicht machen wollte. Vielleicht weil sie meine comedylastigen Videos gesehen hatte. Da habe ich mich nicht lange bitten lassen. Ich mache jeden Blödsinn mit.

Du scheinst generell eine Affinität zu Musik und Fernsehen zu haben. Woher kommt sie?

Das, was vor und hinter der Kamera passiert, hat mich schon immer fasziniert. Ich habe mich zum Beispiel schon früh dafür interessiert, wie Spiderman durch die Luft fliegt, also wie diese Effekte entstehen.

Wie sieht es musikalisch bei dir aus? Hast du aktuelle Projekte?

Leider kann ich kein einziges Instrument spielen. Also schreibe ich eigene Liedtexte, meistens auf englisch, und singe sie auch. Ich habe vor, sie aufzunehmen und rauszubringen, aber es wird noch eine Weile dauern, bis es da etwas konkretes gibt. Es geht jedenfalls in die Richtung Pop/Alternative.

Könntest du dir diesen Bereich auch für deinen beruflichen Werdegang vorstellen?

Das wäre sicher toll. Wenn das nicht klappen sollte, werde ich mich wohl in Richtung Lehramtsstudium orientieren.

Erste Erfahrungen mit der Kamera hast du bereits vorzuweisen. Was kannst du uns dazu erzählen?

Ich war FSJler an der St.-Anna-Realschule und habe dort eine Musikvideo-AG angeboten. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Zum Abschluss haben wir das St.-Anna-Lied in ein offizielles Musikvideo umgewandelt.

In den sozialen Netzwerken bist du recht umtriebig. Geltest du schon als Influencer?

Davon kann man nur träumen, so etwas wünscht sich aber wohl jeder, der das macht. Wenn sich so etwas ergibt, okay. Das strebe ich aber nicht mit aller Kraft an.

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