"Tip Doc“ ist der Dolmetscher für die Tasche

Zeigen, wo es weh tut

"Wo tut es denn weh?" Eigentlich eine ärztliche Standardfrage, wenn man medizinische Hilfe bekommt. Wenn man die Sprache, in der sie gestellt wird, allerdings nicht versteht, kann schon die kleinste Hilfeleistung bereits zum größten Problem werden. Hilfe zur Hilfe bietet jetzt der "Tip Doc".

STADTLOHN

, 09.12.2015 / Lesedauer: 3 min
"Tip Doc“ ist der Dolmetscher für die Tasche

Ralf Thesker, Wachleiter der Rettungswache, präsentiert den „Tip Doc“.

Der "Tip Doc" ist quasi der Dolmetscher für die Tasche: Das bebilderte Klappbuch soll Rettungssanitätern, Ärzten, Nothelfern und medizinischem Personal dabei helfen, Patienten zu verstehen, die des Deutschen nicht mächtig sind. Rettungsdienste haben durch den Flüchtlingszustrom immer mehr mit Asylsuchenden zu tun, werden in die Notunterkünfte oder in die zugewiesenen Wohnungen gerufen.

Oft kein Dolmetscher vor Ort

Oftmals ist dann kein Dolmetscher vor Ort und die Verständigung schwierig - insbesondere, weil es um medizinische Fachfragen oder im Notfall um schnelle Diagnosen direkt vor Ort geht. Dann hilft der "Tip Doc - Emergency", die Kommunikationshilfe für den Rettungsdienst. "Wenn kein Dolmetscher da ist, greifen wir auf den Tip Doc zurück", sagte Ralf Thesker, Wachleiter der Rettungswache Stadtlohn über das handliche Ringbuch zum Mitnehmen.

Bilder helfen

Vor allem Bilder sollen denjenigen helfen, die kein Deutsch können, ihre Symptome zu schildern. "Zur Diagnose gibt es Piktogramme und der Patient kann dann drauf zeigen, wo es genau weh tut", erklärte Ralf Thesker. Vom Ausschlag über Rückenschmerzen bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden und Schwangerschaft deckt der "Tip Doc" ein breites Spektrum an Beschwerden, Krankheiten und Schmerzen ab. Die jeweiligen Bilder - vom Patient mit Pocken im Gesicht bis hin zum symbolischen Stuhlgang - sollen Arzt und Patient gleichermaßen helfen. "Das ist wie ein Gespräch in Bildern zwischen Arzt und Patient", sagte Thesker.

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Zudem kann die bebilderte Kladde dem Rettungssanitäter auch dabei helfen, zu erklären, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen - das kann auch dem Patienten, helfen, seine Angst zu überwinden.

"Tip Doc" perfekter Assistent

Aber auch in akuten Notfallsituationen ist der "Tip Doc" ein perfekter Assistent für die Tasche, der Rettungsdienstmitarbeitern hilft, die Situation und den Gesundheitszustand der Patienten schnell zu beurteilen. Die "Kommunikationshilfe für den Rettungsdienst", so der Titel im Internet, ist zudem mit neun Sprachen ausgestattet: Stichworte sollen bei Notfällen Rettungsassistent und Arzt helfen, sich einen Überblick über die Situation zu verschaffen und kurze Fragen stellen zu können. "Tip Doc" unterstützt die Verständigung mit Schlagworten in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Serbisch, Russisch, Türkisch und Arabisch. Sogar Lautschrift ist mit vorhanden.

Medizindolmetscher in Bildern

Der Medizindolmetscher in Bildern sei immens wichtig, um die ärztliche Versorgung von Flüchtlingen und Migranten zu gewährleisten. Deswegen ist jeder Rettungswagen und jedes Notarzteinsatzfahrzeug - auch in Stadtlohn - mit einem "Tip Doc" ausgestattet. Allein ein Notarzteinsatzfahrzeug der Rettungswache Stadtlohn wird zu über 1000 Einsätzen im Jahr gerufen, an immer mehr sind Verständigungsschwierigkeiten eine Erschwernis. "Tip Doc emergency" als eine Initiative des DRK-Programms "Interkulturelle Öffnung".

 

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