Es führt noch kein Radweg entlang der L572 nach Hengeler und Wendfeld. Die Stadt will das ändern. Jetzt ist die Entscheidung für die Trassenführung gefallen. Der Radweg soll auf der Nato-Turm-Seite gebaut werden, also in Fahrtrichtung Ahaus auf der linken Seite. © Markus Gehring
Radwegebau

Trasse für Radwege von Stadtlohn nach Ahaus und Gescher festgelegt

Links oder rechts der Landstraße? Für die beiden Radwegeprojekte an der L572 und an der L608 von Stadtlohn in Richtung Ahaus und in Richtung Gescher sind wichtige Vorentscheidungen gefallen.

Zwei Radwegeprojekte stehen schon lange auf der Wunschliste von Anwohnern und Berufspendlern: eine sichere Anbindung für Radfahrer in Wendfeld entlang der L 572 (alte B 70) zwischen Stadtlohn und Ahaus und in Estern entlang der L 608 zwischen Stadtlohn und Gescher. Jetzt hat Bernd Mesken, der im Rathaus für die Liegenschaften zuständig ist, den Stadtentwicklungsausschuss über wichtige Vorentscheidungen informiert: über die geplante Trassenführung der beiden Radwege.

Radweg auf der Nato-Turm-Seite

Nach Abstimmung mit der Stadt Ahaus wird der künftige Radweg in Wendfeld auf der Nato-Turm-Seite verlaufen, also in Fahrtrichtung Ahaus auf der linken Seite der L 572. Die Absprache mit der Stadt Ahaus war wichtig, um nicht aneinander vorbeizuplanen und unnötige Straßenquerungen für Radfahrer zu vermeiden.

Der Radweg an der Straße nach Gescher soll nach der Abstimmung der beiden Städte auf der Berkel-Seite gebaut werden, also in Fahrtrichtung Gescher auf der linken Seite der L 608. Diese Seite hat einen entscheidenden Vorteil: Die Stadt hat dort im Zuge des Hochwasserschutzes schon einige Flächen erworben.

Wann der Radweg nach Gescher gebaut wird, steht derzeit noch in den Sternen.
Wann der Radweg nach Gescher gebaut wird, steht derzeit noch in den Sternen. © Markus Gehring © Markus Gehring

Denn mehr noch als Finanzierung und Bau ist die Flächenverfügbarkeit das Nadelöhr für die beiden Radwegeprojekte. Landwirte verkaufen ungern kostbare Acker- oder Wiesenflächen. Die notwendige Trasse in Wendfeld ist zwar nur fünf Meter breit, aber rund fünf Kilometer lang – macht summa summarum 20.000 Quadratmeter, also immerhin drei Fußballfelder.

Zwei Jahre für den Grundstückserwerb eingeplant

Erschwerend kommt für die Stadt hinzu, dass sie mit einer Vielzahl von Grundstückseigentümern verhandeln muss. „Wir haben uns eine Zweijahresfrist für den Grundstückserwerb in Wendfeld gesetzt“, sagt Bernd Mesken.

Das Wendfelder Radwegprojekt hat Vorrang. „Da ist mehr Druck auf dem Kessel“, so Mesken. Schon vor rund zwei Jahren haben sich Anwohner an die Stadt gewandt und den Bau des Radweges gefordert, um die Sicherheit vor allem auch der Rad fahrenden Kinder zu erhöhen. Bernd Mesken kann das gut nachvollziehen: „Der Mehrzweckstreifen entlang der L 572 ist nicht ideal für Radfahrer.“

Anwohner helfen bei der Flächenabfrage unter den Nachbarn

Was die Grundstücksverhandlungen in Wendfeld erleichtern könnte: Anwohner, die sich für den Radwegebau starkmachen, machen den ersten Aufschlag bei den Grundstückseigentümern und fragen die Verkaufsbereitschaft ab. Zwischenzeitlich sind Gespräche mit fast allen Anliegern geführt worden.

Bernd Mesken erinnert daran, dass dieses Verfahren sich beim Bau des Radwegs nach Büren bewährt habe. „1990 gab es einen tödlichen Radfahrerunfall an der K 33. Danach haben sich Bürener und Esterner für den Radweg starkgemacht und geholfen, die notwendigen Flächen zu beschaffen.“ Seit 1995 gibt es eine sichere Radwegeverbindung nach Büren.

Radwegplanung nach Gescher schon vor vier Jahren beschlossen

Auch der Radweg nach Gescher steht schon seit etlichen Jahren auf der Wunschliste von Anwohnern und Politikern. Schon 2017 beschloss der Rat einstimmig auf Antrag der CDU, 10.000 Euro Planungskosten für die Strecke Stadtlohn-Gescher in den Haushalt einzustellen. Auf der NRW-Rangliste der zu fördernden Projekte liegt der Radweg noch nicht auf einem aussichtsreichen Platz.

„Bevor wir einen Förderantrag stellen, wollen wir aber die Flächenverfügbarkeit sicherstellen“, sagt Bernd Mesken. Was die Förderung angeht, ist er durchaus optimistisch. „Ich glaube, dass künftig für den Radverkehr tendenziell eher mehr Fördermittel fließen werden.“ Offen ist auch noch die Frage, wann die Städte Ahaus und Gescher den Radweg auf ihrem Stadtgebiet fortführen werden.

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Stefan Grothues

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