Trillerpfeifen im Tarifkonflikt

Warnstreik bei Hülsta

Mit einem Trillerpfeifenkonzert und flatternden Fahnen haben gestern einige hundert Mitarbeiter aus der Holz- und Kunststoffindustrie vor den Toren des Hülsta-Werks in Stadtlohn für mehr Lohn und eine tarifliche Altersteilzeitregelung demonstriert. Die IG Metall hatte zu diesem Warnstreik in der Mittagszeit aufgerufen.

STADTLOHN

, 15.02.2016, 15:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Trillerpfeifen im Tarifkonflikt

Beim Warnstreik vor dem Hülsta-Werk in Stadtlohn wurde fünf Prozent mehr Lohn gefordert. Foto Stefan Grothues

"Wir für mehr" steht in großen Buchstaben auf den Warnwesten der Kundgebungsteilnehmer. Neben Hülsta-Beschäftigten sind auch Mitarbeiter des Möbelherstellers Halco und des Parkett- und Laminatherstellers Parador aus Coesfeld mit dem Bus angereist. Manfred Robert, Sekretär der IG Metall in Bocholt, schätzt die Zahl Warnstreikenden aus der Holz- und Kunststoffindustrie auf 650.

Fünf Prozent mehr Lohn gefordert

Was das geforderte "Mehr" in Zahlen meint, erklärt Robert unter dem Beifall der Kundgebungsteilnehmer vor dem Hülsta-Tor: Die IG Metall fordert ab dem 1. Januar 2016 fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt, einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit und die Übernahme der Ausgebildeten.

Zwei Verhandlungsrunden hat es im Dezember und zuletzt in der vergangenen Woche gegeben. "Herausgekommen ist dabei Null", ruft Robert den Warnstreikenden zu. Die Arbeitgeber hätten ab dem 1. Mai 2016 1,2 Prozent mehr Geld für eine Laufzeit von zwölf Monaten angeboten. Dieses Angebot nennt der Gewerkschaftler "inakzeptabel". Robert sieht bei den Löhnen und Gehältern deutliche Spielräume. "Der Branche geht es gut." Die Küchenhersteller könnten auf Rekordergebnisse zurückblicken. Und auch Hülsta verzeichne nach schwierigen Jahren ein Auftragsplus.

"Belegschaft überaltet"

Christian Iwanowski, Verhandlungsführer der IG Metall für die Bezirksleitung NRW, pflichtet ihm bei. "Wir werden unseren Forderungen mit den Aktionen in der kommenden Woche deutlich Nachdruck verleihen.

Iwanowski betont: "Besonders am Herzen liegt uns die tarifliche Altersteilzeitregelung." Sie werde aber von den Arbeitgebern "rundweg abgelehnt". Dabei sei eine tarifliche Regelung wichtig, so Iwanowski, um die Facharbeiterbelegschaft zu verjüngen. "40 Prozent der Arbeitnehmer in dieser Branche sind über 50 Jahre alt", so der Gewerkschaftssekretär.

Bereits für morgen hat die IG Metall zu weiteren Warnstreiks und einer zentralen Kundgebung im ostwestfälischen Hiddenhausen aufgerufen.

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