Trinkwasserspeicher ist im Bau – deswegen gibt es aber nicht mehr Wasser

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Die Baustelle ist nur zu erahnen, weil die Autofahrer auf der L572 auf Tempo 50 drosseln müssen. Aber es tut sich was: Der runde Trinkwasserspeicher am Wasserwerk ist schon gut zu erkennen.

Stadtlohn, Südlohn, Vreden

, 06.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eines vorweg: Es wird ein neuer Trinkwasserspeicher gebaut, dieser hilft aber nicht gegen eine Wasserknappheit bei Spitzenverbräuchen, wie sie in den zwei zurückliegenden Dürresommern und in diesem Jahr zu Pfingsten schon mal vorgekommen sind. Aber: „Der zweite Speicher hilft, die Spitzen abzufangen“, sagt Wassermeister Markus Hörbelt beim Baustellenbesuch der Redaktion.

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Schon seit einiger Zeit ist die Baustelle am Wasserwerk der SVS in Hundewick eingerichtet. Die Zufahrt erfolgt von der L 572 aus, von dort wurde eine Baustraße bis hin zum entstehenden runden Gebäude asphaltiert. Auf der L572 herrscht erst Tempo 70, dann 50. „Es hat auch schon mal einen Rückstau gegeben, wenn ein Lkw rückwärts hier rein muss“, sagt SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß.

SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß, Norman Sladeczek (bei den SVS zuständig für die Technik) und Markus Hörbelt (Wassermeister) an der Baustelle für den neuen Trinkwasserspeicher. Die Arbeiten liegen recht gut im Zeitplan, zumindest gab es keine Verzögerungen wegen Corona.

SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß, Norman Sladeczek (bei den SVS zuständig für die Technik) und Markus Hörbelt (Wassermeister) an der Baustelle für den neuen Trinkwasserspeicher. Die Arbeiten liegen recht gut im Zeitplan, zumindest gab es keine Verzögerungen wegen Corona. © Anne Winter-Weckenbrock

„Wir liegen ganz gut im Zeitplan, trotz Corona“, zieht Norman Sladeczek, bei der SVS für die Technik zuständig, Zwischenbilanz. Der Speicher wurde aus Fertigelementen erstellt, die im Werk gegossen worden waren und im Nut-Feder-Prinzip zusammengesetzt wurden. Das mit Hilfe eines Krans. 3,20 Meter tief in den Boden ist der 8,20 Meter hohe runde Bau gesetzt worden.

Trinkwasserspeicher ist im Bau

Das Besondere an dem Bauwerk: Es entstehen keine Fugen. Ein mineralischer Kleber wird benutzt, ebenso ein mineralischer Putz. „Wegen der Bakterien“, klärt Norman Sladeczek auf. Die Baustoffe müssten ja wegen der Trinkwasserhygiene unbedenklich sein. 3000 Kubikmeter Trinkwasser wird der Speicher fassen können. Der Behälter wird in zwei Kammern von je 1500 Kubikmetern Fassungsvermögen aufgeteilt sein.

Beim Bau des Trinkwasserspeichers: Per Kran wurden die Bauteile millimetergenau an ihren Platz befördert.

Beim Bau des Trinkwasserspeichers: Per Kran wurden die Bauteile millimetergenau an ihren Platz befördert. © SVS

Im unteren Bereich des Rundbaus wird eine Schieberkammer eingerichtet. Eine Treppe liegt vor dem Bau, die noch drinnen verbaut wird. Aber: Menschen sollten sich nicht zu viel im Trinkwasserspeicher aufhalten. Wie läuft die Technik drinnen? „Das geht über Prozesssteuerung“, erläutert der leitende Ingenieur Norman Sladeczek.

Sechs Brunnen gibt es insgesamt

Der Bau des Trinkwasserspeichers ist der zweite Schritt bei den Investitionen, die die SVS vorhat, um in Spitzenverbrauchszeiten besser gerüstet zu sein. Im ersten Schritt war ein weiterer Brunnen gebohrt worden. Direkt am Wasserwerk. Nun gibt es sechs Brunnen. Der Vorteil: „Da kann einer mal regenerieren“, erläutert Markus Hörbelt.

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Gespeist werden vom Wasserwerk in Hundewick aus die Wassernetze in Stadtlohn und Südlohn und über eine Druckrohrleitung der Trinkwasserspeicher in Vreden-Kleinemast, der wiederum das Vredener Netz versorgt. Das Wasser aus den Brunnen und aus der Leitung, die Wasser aus Borken nach Hundewick transportiert, läuft permanent in den Speicher, der eine gewisse Füllhöhe erreicht haben sollte zu Zeiten, wenn die Kunden überall gleichzeitig den Wasserhahn aufdrehen. Nun gibt es einen zweiten Speicher, aus dem dann den Netzen Wasser zur Verfügung stehen wird.

Beim Bau des Trinkwasserspeichers: Per Kran wurden die Bauteile millimetergenau an ihren Platz befördert.

Beim Bau des Trinkwasserspeichers: Per Kran wurden die Bauteile millimetergenau an ihren Platz befördert. © SVS

Aber nochmals betont Thomas Spieß, dass dadurch nicht insgesamt mehr Wasser zur Verfügung steht. Die SVS dürfe nicht mehr Wasser fördern als bislang. Und der Geschäftsführer stellt auch noch einmal klar: „Die Trink- und Löschwasserversorgung ist nicht gefährdet.“ Dass im Sommer viele Kunden ihre Pools füllen und gleichzeitig Rasen und Anlagen wässern können – „dafür können wir nicht bauen. Wir sind für die Trinkwasserversorgung zuständig“.

Er nennt noch einmal eine Zahl, die das vor Augen führt: Im Normalfall werden 7500 bis 8000 Kubikmeter Wasser am Tag verbraucht von den Kunden in Stadtlohn, Südlohn und Vreden. Am heißen Freitag vor Pfingsten waren es 13.000 Kubikmeter.

Thomas Spieß geht davon aus, dass der Speicher zum zweiten Quartal 2021, also zur Sommersaison, in Betrieb gehen kann. Am Ende muss noch die Baustraße zurückgebaut werden und es müssen neue Anpflanzungen vorgenommen werden. Nicht nur auf der Baustelle, auch kostenmäßig liege man im Plan, so Spieß: Rund 2,1 Millionen Euro werden investiert.

Ein Blick auf die Baustelle des Trinkwasserspeichers

Ein Blick auf die Baustelle des Trinkwasserspeichers © SVS

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