Umtriebiger Arzt mit vielen Ehrenämtern

Dr. Ludwig Kuckuck

Die Diagnose ist eindeutig: multiple Persönlichkeit. Der Münsterländer würde sagen, er rührt in vielen Pötten. Die Rede ist von Dr. Ludwig Kuckuck - Allgemeinmediziner, Feuerwehrarzt, Arzt am Boxring, Facharzt für Palliativmedizin, DRK-Notarzt, Leiter des Instituts für Chinesische Medizin und, und, und. Dr. Kuckuck ist 75.

STADTLOHN

, 01.03.2016, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Ludwig Kuckuck an der Tür zu seinem Arztzimmer im Institut für Chinesische Medizin des DRK in Borken, das im Dezember eröffnet hat und dessen ärztlicher Leiter er ist.

Dr. Ludwig Kuckuck an der Tür zu seinem Arztzimmer im Institut für Chinesische Medizin des DRK in Borken, das im Dezember eröffnet hat und dessen ärztlicher Leiter er ist.

Warum er sich so viele Arbeitsfelder noch zu einem Zeitpunkt gönnt, in dem viele seiner Kollegen längst im Ruhestand sind? "Weil es einfach sehr viel Spaß macht", ist seine einfache Antwort. Arzt sein zu dürfen, das bezeichnet der Vielschaffer als "großes Glück." In Stadtlohn und Umgebung ist der Arzt mit dem markanten, gezwirbelten Schnauzbart, der das Haus nie ohne Hut verlässt, eine bekannte Persönlichkeit.

Ein Mediziner vom alten Schlag, der mit wenig Schlaf auskommt und nie murrt, wenn nachts das Telefon klingelt und ein Patient seine Hilfe braucht. Im Gegenteil! Häufig sind es dann die Sterbenskranken, die er als Palliativmediziner begleitet. Kuckuck: "Mein Ziel ist es, sie so zu behandeln, dass das Leben bis zum Ende reicht, schmerzfrei und angstfrei."

Empathie obligatorisch

Bei den nächtlichen Hausbesuchen ist Ehefrau Anita dann seine ständige Begleiterin. Auch, wenn Polizei, DRK oder Feuerwehr sich melden, er zu Unfällen oder anderen Notfällen gerufen wird. "Immer, wenn Menschen in Not sind, berührt mich das", sagt er.

Im Laufe der vielen Jahre im Beruf hat er gelernt, mit den Gefühlen umzugehen. Empathie aber, mit Patienten im Zweifelsfall auch traurig sein zu können, steht für ihn unbedingt auf der ärztlichen Agenda.

Praxis in Familienhand

Seit 2010 ist die Praxis Kuckuck eine Gemeinschaftspraxis, gehören die beiden Söhne Carsten und Andreas, die sich von der Berufsauffassung des Vaters nicht haben abschrecken lassen, zum Team. Seitdem könne er es ruhiger angehen lassen, behauptet er. Wobei das "ruhiger" sich eigentlich nur auf den späteren Praxis-Start am Morgen bezieht. Ansonsten nämlich ist mit dem Institut für Chinesische Medizin des DRK in Borken seit Dezember noch ein neues Feld hinzugekommen.

Vier Tage in der Woche pendelt er für vier Stunden in die Kreisstadt, um sich zusammen mit Jingjong Xu um Patienten und die Leitung zu kümmern. Dabei kommt ihm die uralte Tradition der medizinischen Medizin durchaus entgegen. Seine Vorstellung vom ärztlichen Handeln war nämlich immer schon eine ganzheitliche: "Ich versuche, die Harmonie im Menschen herzustellen." Um Harmonie ging es ihm auch bei seinem alten Hobby, Autos zu reparieren. Damit hat er sich sein Studium finanziert, nach einem Schlaganfall vor drei Jahren ist es damit aber zu seinem Bedauern vorbei.

Aktiv im Posaunenchor

Ach ja, den Boxern des TV Vreden steht er auch zur Seite. Und, was viele nicht wissen: So ganz nebenbei leitet er noch einen Posaunenchor in der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Steinfurt-Borghorst.

Sein "Rezept" für die eigene, aber auch überhaupt für die Gesundheit: "Zufriedenheit." Bis 80 jedenfalls will er mindestens weitermachen.

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