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Unterwegs mit dem Nachtwächter

Tour in die Vergangenheit

Mit Brandhorn, Hellebarde und Nachwächterlaterne voraus hat Nachtwächter Bernhard Uepping 30 Stadtlohner sicher und unterhaltsam auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt geleitet.

STADTLOHN

, 17.06.2017 / Lesedauer: 3 min

Der ehemalige Kulturamtsleiter der Töpferstadt gab äußerst spannend historische Wahrheiten der Stadtgeschichte, gespickt mit Zitaten, Liedern und humorvollen Anekdoten preis. Bernhard Uepping ließ die Zeit, als Feldherr Tilly 1623 bei der Schlacht im Lohner Brook Christian von Braunschweig besiegte, die Postkutsche in der Mühlenstraße noch Station machte und der Sand der Wanderdüne am Ernings Losberg ein Spielparadies für Kinder war, wieder lebendig werden.

Mit deutlichen Worten beschrieb Uepping das Aufkommen und die Machtübernahme des Nationalsozialismus sowie die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges mit den vielen Toten, der vollständigen Zerstörung der Stadt und der Kirche durch die furchtbaren Bombenangriffe im März 1945.

Blick in die Kammer

Beim Besuch der St.-Otger-Kirche, die unter Pastor Heinrich Hugenroth wieder fertiggestellt wurde, vergaß es der Nachtwächter nicht, die legendären Worte des Pfarrers "Ihr seid ein herrliches Volk" zu zitieren, ein Dank für die große Opferbereitschaft seiner Gemeinde während des Wiederaufbaus. In der "Sankt-Otger-Kammer" staunten die Teilnehmer über die wertvollen liturgischen Gegenstände, priesterlichen Gewänder und den restaurierten Taufbrunnen aus dem 19. Jahrhundert.

Am Rathaus rezitierte der Nachtwächter im originalgetreuen Tonfall ein Gedicht von Lucie Brüning und erinnerte an den Apotheker und Lyriker Erich Jansen. Weiter ging es zum Standort des ehemaligen Eschtors. Uepping beschrieb vehement die "Torschlusspanik" der Nachzügler, spätabends noch in die Stadt zu kommen. Jänsken te Küte, ein Stadtlohner Original und Straßenfeger von Beruf, der als Standbild in Lebensgröße an der Klosterstraße dargestellt ist, wusste der Nachtwächter in mehreren Sprachen zu charakterisieren.

Erinnerung an Vergangenes

An der evangelischen Kirche in der Hagenstraße erinnerte Bernhard Uepping an das damalige Verhältnis der christlichen Konfessionen im Gegensatz zur Ökumene von heute. Am Platz der ehemaligen Synagoge kam das Schicksal der jüdischen Mitbürger, die von den Nazis verfolgt und in den Konzentrationslagern umgebracht wurden, zur Sprache. Von der Dufkamp-Poorte aus ging es dann vorbei am ältesten Bürgerhaus der Stadt, dem "Haus Hakenfort" zurück zum Figurenbrunnen.

Herzlich bedankte sich die Gruppe für die vielseitigen Informationen, wobei eine Teilnehmerin meinte: "Das hätte kein Universitätsprofessor besser machen können." Bernhard Uepping freute sich zum Schluss über 70 Jahre Frieden in unserem Land und wünschte sich diesen weiterhin nicht nur für uns, sondern für alle Menschen der Welt.

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