Vorübergehende Funkstille verärgert Fahrgäste

Schlechte Busverbindung

Einer unserer Leser ist verärgert. Er wollte mit dem Bus von Ahaus kommend über Stadtlohn nach Gescher fahren. Aber eine kleine Verspätung auf der Strecke Ahaus - Stadtlohn durchkreuzte seinen Zeitplan. Am Stadtlohner Busbahnhof fuhr ihm der Bus der Linie 61 vor der Nase weg. Aber auch ohne Verspätung ist der Umstieg der Linie R76 - R61 kaum zu schaffen.

STADTLOHN

, 09.03.2015 / Lesedauer: 3 min
Vorübergehende Funkstille verärgert Fahrgäste

Wer momentan von Stadtlohn nach Gescher oder umgekehrt will, hat am Stadtlohner Busbahnhof ein sehr knappes Zeitfenster, seinen Anschlussbus zu erreichen.

Unser Leser stieg um 9.30 Uhr an der Wüllener Straße in Ahaus in den Bus der Linie R76 (Ahaus - Borken). 18 Minuten später, also um 9.48 Uhr, wollte er vom Stadtlohner Busbahnhof mit der Linie R61 (Vreden-Coesfeld, Betreiber Westfalenbus GmbH) weiter nach Gescher fahren.

Aber auf der ersten Fahrt verspätete sich der Bus um drei Minuten, unser Leser verpasste den Umstieg. "Auch wenn alles zeitlich gepasst hätte, wäre die Weiterfahrt keinesfalls sicher gewesen. Der eine Bus kommt um 48 an, da fährt der andere ab. Das ist eigentlich gerade für ältere Menschen nicht zu realisieren", erklärt er.

Keine Anschlussgarantie

Seine Einschätzung wird vom Regionalverkehr Münsterland GmbH, der die Linie R76 betreibt, geteilt. "Eine Anschlussgarantie, wie es beispielsweise am Ahauser Bahnhof zwischen dem Schnellbus S70 aus und in Richtung Münster und dem Regiobus R76 der Fall ist, besteht bislang nur zwischen Linien der RVM, nicht aber mit Linien anderer Verkehrsunternehmen wie dem Westfalenbus oder der Deutschen Bahn", heißt es in einem Schreiben, dass unserer Redaktion vorliegt.

In dem Schreiben weist ein weiterer Grund auf die fehlende Absprache der beiden Verkehrsunternehmen hin: "Erschwerend kommt noch der Umstand der Druckerumstellung bei dem Westfalenbus hinzu: Die Fahrzeuge verfügen seit einiger Zeit kaum noch über Funkgeräte, sondern sind nur noch über ihren Drucker durch die WB-Leitstelle in Münster zu erreichen. Auf diese Weise kann sich das Fahrpersonal von RVM und WB leider nicht mehr persönlich miteinander abstimmen und versuchen, Umstiege sicherzustellen."

Lösung in Arbeit

Bei der Westfalenbus GmbH arbeitet man am Problem der Funkstille. "Wir rüsten unsere Busse gerade mit neuen Bordrechnern aus. Zudem installieren wir neue Funkanlagen", erläutert Björn Lindner, Marketingmitarbeiter der Westfalenbus GmbH.

Für unseren Leser kommt die Umrüstung zu spät. Er hat seinen Termin in Gescher zwar noch wahrgenommen, allerdings war das mit Mehrkosten verbunden. "Da ich kein Handy habe, bin ich in Stadtlohn in einen Haushaltsladenwaren gegangen und habe die Verkäuferin gebeten, mir ein Taxi zu bestellen", schildert er. Dieses brachte ihn dann nach Gescher - 22 Euro für sechs Kilometer kostete die Beförderung.

Auf Bus angewiesen

Da unser Leser kein Auto besitzt, ist er auch in Zukunft auf Busse angewiesen. "Es wäre schön, wenn bei den Betreibern der Linien ein Umdenken stattfinden würde, und sie vielleicht die Fahrpläne aufeinander abstimmen könnten oder eine praktikable Lösung finden würden", hofft er.

WB-Mitarbeiter Lindner versichert, dass an einer Lösung gearbeitet wird. "Unsere Busse kommen jetzt nach und nach in die Werkstatt und werden mit der neuen Technik ausgestattet. Dabei kommen die Busse, die primär auf der Linie R 61 und im Kreis Borken verkehren, als erstes dran. Dann können sich unsere Fahrer wieder mit den Kollegen der RVM verständigen, wenn ein Fahrgast einen Umstieg in einen anderen Bus wünscht."

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