Wasser im Stadtlohner Freibad ist nicht mehr tief genug

Drei-Meter-Brett ist gesperrt

Freibadgäste in Stadtlohn können in diesem Jahr keine großen Sprünge machen. Das Drei-Meter-Sprungbrett ist gesperrt. Der Grund: Das Wasser ist nicht tief genug.

STADTLOHN

, 29.06.2016, 18:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dieses Bild wird es in diesem Sommer nicht geben. Sprünge vom Drei-Meter-Brett sind bis auf Weiteres untersagt.

Dieses Bild wird es in diesem Sommer nicht geben. Sprünge vom Drei-Meter-Brett sind bis auf Weiteres untersagt.

Das erfuhr der Bauausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend. Die Höhe des Sprungturms und auch der Wasserstand sind zwar seit 50 Jahren unverändert. Und passiert ist auch noch nie etwas. Aber: Die DIN-Norm schreibt eine Wassertiefe von 3,70 Metern vor. Tatsächlich aber ist das Wasser unter dem Sprungbrett nur 3,40 Meter tief – es fehlen 30 Zentimeter.

Zu großes Risiko

Das Risiko will die Kommunalversicherung nicht länger tragen: Ein weiterer Betrieb der Sprungbrettanlange sei „haftungsrechtlich nicht zu verantworten“, heißt es in einer Antwort der GVV-Kommunalversicherung auf eine Anfrage der SVS-Versorgungsbetriebe, die das Freibad betreiben.

Weiter heißt es in dem Versicherungsschreiben: „Beim etwaigen Unfall gehen wir davon aus, dass der Betreiber dieser Sprunganlage in jedem Fall in der zivilrechtlichen Haftung ist.“ Darüber hinaus sei sogar eine mögliche „strafrechtliche Verantwortlichkeit der verantwortlichen Personen zu berücksichtigen.“ Für die Versicherer ist der Fall so eindeutig, dass sie auf eine Ortsbesichtigung verzichteten. Die Zahlen sprechen dafür, dass „von einem eindeutigen Verstoß gegen die sicherheitsrelevante DIN-Norm auszugehen ist“.

Sprung-Brett beliebt

Im Bauausschuss wurde das vorläufige Aus für die Turmspringer mit großem Bedauern aufgenommen. „Die Attraktivität des Freibads wird dadurch nicht gerade gesteigert“, erklärte Ludger Brockherde und fügte eigene Jugenderfahrungen hinzu: „Wir waren doch die Könige, wenn wir vom Drei-Meter-Brett sprangen – das Ein-Meter-Brett war doch für die Kinder.“ Beim großen Freibadtest der Münsterland Zeitung im vergangenen Jahr gab es ähnliche Stimmen. „Am besten gefiel mir das Drei-Meter-Sprungbrett“, erklärte damals der 13-jährige Jan te Vrugt. Und Simon Schmitz (12) sagte der Testerin: „Der Sprung vom Drei-Meter-Brett war mit Abstand das Aufregendste.“

SVS-Geschäftsführer Thomas Spieß weiß, was die jungen Freibadbesucher jetzt vermissen. „Ich habe ja selber Kinder.“ Spieß sagt aber auch: „Sicherheit geht vor. Wir können es nicht verantworten, gegen die DIN-Norm zu verstoßen.“ Aber der Geschäftsführer macht den Freibadbesuchern auch Hoffnung: „Wir wollen uns nicht damit abfinden. Wir suchen nach einer Lösung. Wir haben das Ziel, dass künftig wieder Drei-Meter-Sprünge möglich sind.“ Derzeit werde ohnehin intensiv über eine Beckensanierung nachgedacht. Im September soll ein Konzept vorgelegt werden. Vielleicht ergibt sich dann eine Möglichkeit, den Wasserspiegel anzuheben.

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