Wendfelder Schüler warten lange auf den Bus

Eltern verärgert

Seit Sommer läutet die Schulglocke an der Losbergschule bereits um 14.45 Uhr zum Unterrichtsschluss und nicht erst um 15.30 Uhr. Bis aber die Schüler aus Hengeler-Wendfeld mit dem Schulbus nach Hause fahren können, vergeht noch eine Stunde - zum Unmut mancher Eltern.

STADTLOHN

, 21.12.2016 / Lesedauer: 3 min
Wendfelder Schüler warten lange auf den Bus

Schulbusse am Busbahnhof in Stadtlohn: Eltern, Stadt und Losbergschule suchen nach einer Lösung, um lange Wartezeiten für Losbergschüler aus Hengeler-Wendfeld zu vermeiden.

Silke Gertz (UWG) brachte das Thema in der vergangen Ratssitzung zur Sprache. "Ich habe mit betroffenen Eltern gesprochen. Sie halten die langen Wartezeiten für unzumutbar und drängen auf eine Verbesserung des Schülerverkehrs." Das aber sei nicht so einfach, erklärte der Erste Beigeordnete Günter Wewers, der bereits Gespräche mit der Nahverkehrsgesellschaft RVM geführt hatte.

Wewers: "Wir müssten eine zusätzliche Buslinie für relativ wenige betroffene Kinder einrichten. Das wäre mit zusätzlichen Kosten in Höhe von 23 000 Euro verbunden." Im Übrigen, so betonte Günter Wewers, bewegten sich die Wartezeiten "im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen". Schließlich biete die Losbergschule nach Unterrichtsschluss bis 15.45 Uhr eine Betreuung und individuelle Förderstunden an.

Freiwillige Förderstunde

Zurzeit seien 26 Schüler von den Wartezeiten betroffen. Aber nicht alle betroffenen Eltern und Schüler sähen das als Manko. Das betont auch Schulleiterin Birgit Kentrup. Viele Schüler nähmen das Angebot freiwillig an, in Mathematik oder Deutsch noch Förderstunden zu bekommen - oder einfach Freizeitspaß in der Betreuung zu erleben.

"Was mich besonders freut: Auch viele Kinder aus der Innenstadt, die keine Fahrschüler sind, gehen in die Betreuung", sagt Birgit Kentrup. Je nach Wochentag sind 50 bis 70 Schüler für die Anschlussbetreuung angemeldet.

Einvernehmliche Lösung gesucht

Das ändert aber nichts an der Unzufriedenheit einiger Eltern in Hengeler-Wendfeld, die ihre Kinder lieber unmittelbar nach Schulschluss zu Hause sähen. Schulleiterin Birgit Kentrup zeigt dafür Verständnis: "Ich finde es sehr positiv, dass sich die Eltern für ihre Kinder einsetzen."

Auch die Stadt sucht nach einer einvernehmlichen Lösung. Am Dienstagabend sprachen der Erste Beigeordnete Günter Wewers und Schulamtsleiter Günter Wening mit den Eltern von sechs betroffenen Kindern. Die Idee der Stadt: Die Eltern organisieren selber Fahrdienste. Dafür könne die Stadt nach der Schülerfahrkostenverordnung Fahrtgeld gewähren.

Gespräche mit Schule

Nach dem Gespräch zeigte sich Günter Wewers am Mittwoch optimistisch, einen Weg finden zu können. Einige Eltern hätten auf eine flexible Lösung gedrängt, da sie ihr Kind nicht jeden Tag abholen könnten. "Darüber werden wir jetzt mit der Schule sprechen", berichtete Günter Wewers.

Schulleiterin Birgit Kentrup erklärte am Mittwoch auf Anfrage: "Wir werden alles möglich machen. Für die betreffenden Busfahrschüler würden wir im Rahmen unserer Möglichkeiten individuelle Absprachen zur Betreuung finden." Die Grünen haben nach der Ratssitzung in einer Pressemitteilung gefordert, die Schülerbeförderung insgesamt flexibler zu gestalten. Das Vorbild der Gemeinde Olfen zeige, dass täglich wechselnde Fahrpläne Kosten sparen und die Leistung des Netzes steigern könnten, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende Richard Henrichs.

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