„Zehn Jahre gemeinsam unterwegs“ – St. Otger feiert die Fusion

Gemeinde ohne Riss

Drei Kirchtürme, eine Gemeinde. Vor zehn Jahren schlossen sich die beiden Pfarrgemeinden St. Otger und St. Joseph zusammen. Das kleine Jubiläum feiert die Gemeinde mit einer Festwoche unter dem Motto „Alles im Fluss“ – allerdings ohne Pfarrer. Der alte Pfarrer Stefan Jürgens ist schon weg, der neue Pfarrer Jürgen Lürwer ist noch nicht da.

STADTLOHN

, 18.08.2016, 18:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Zehn Jahre gemeinsam unterwegs“ – St. Otger feiert die Fusion

Pastoralreferent Rudolf Kleyboldt, Pfarreiratsvorsitzende Ruth Brügging und Kaplan Christoph Potowski (von links) laden ganz Stadtlohn zum Pfarrfest ein.

So fällt es dem Kaplan Christoph Potowski zu, die Gemeinde in diesen pfarrerlosen Wochen zu leiten. Und für den Kaplan ist klar: St. Otger hat längst zusammengefunden. „Als ich vor drei Jahren nach Stadtlohn kam, habe ich die Pfarrgemeinde als eine Gemeinde ohne Riss wahrgenommen.“ Christoph Potowskis Arbeitsschwerpunkt waren die Messdiener und der Sachausschuss Jugend: „Für die allermeisten Jugendlichen ist die Fusion überhaupt kein Thema mehr.“

Das treffe eigentlich auch für die meisten anderen Gemeindemitglieder zu, sagen die Pfarreiratsvorsitzende Ruth Brügging und Pastoralreferent Rudolf Kleyboldt. Die beiden haben die Fusion vor zehn Jahren miterlebt, Ruth Brügging aus Sicht von St. Otger, und Kleyboldt aus der Sicht von St. Joseph. Beide wissen: Es hat damals auch Skepsis und Befürchtungen gegeben: Was wird aus der Joseph-Kirche, was aus dem Pfarrheim? Wie geht es in der Seelsorge weiter?

„Zusammengeschweißt“

„Wir haben damals viel diskutiert, aber nicht gestritten“, sagt Ruth Brügging. Und Rudolf Kleyboldt ergänzt: „Das gute Miteinander in der Vorbereitung der Fusion hat uns richtig zusammengeschweißt. Man kann mit Willy Brandt sagen: ,Hier wächst zusammen, was zusammen gehört.‘“

In den vergangenen zehn Jahren hat sich in der Kirche viel verändert – alles ist im Fluss. Die Zahl der Gottesdienstbesucher hat – wie überall – weiter abgenommen. Nur noch jeder zehnte von 16 000 Stadtlohner Katholiken geht regelmäßig in die Kirche. „Die schrumpfende Zahl der Kirchenbesucher tut uns weh“, sagt Rudolf Kleyboldt.

Aber für ihn ist eine andere Zahl bedeutsamer: „Wir haben in der Pfarrgemeinde über 1000 Menschen, die sich regelmäßig ehrenamtlich engagieren, in der Flüchtlingshilfe, bei den Ferienmaßnahmen, in der Möbelkiste, beim Krankenhausbesuchsdienst … Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass Menschen ihr Christsein auf sehr unterschiedliche Weise leben.“

Berkelaktionstag parallel

Unter Strich, davon sind sich Ruth Brügging, Rudolf Kleyboldt und Christoph Potowski überzeugt, seien die zehn Jahre gelungene Fusion ein Grund, groß zu feiern und miteinander und mit der ganzen Stadt ins Gespräch zu kommen: Beim Pfarrfest am 11. September und bei den Gesprächsgottesdiensten in der Woche zuvor. Das Motto der Festwoche „Alles im Fluss“ weist nicht nur auf die Kirche im Wandel hin, sondern auch auf den Berkelaktionstag, der am 11. September parallel zum Pfarrfest stattfindet. Aus der Terminkollision machten die Veranstalter eine Tugend. Kleyboldt: „Wir haben unsere Programme aufeinander abgestimmt. Marktplatz und Berkelbrücke werden durch magentafarbene Fische auf dem Straßenpflaster symbolisch miteinander verbunden.“ 

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