Schubkarrenweise erntet das ehrenamtliche Team um Ex-Fahrlehrer Udo Edelmeier (r.) auf seiner Streuobstwiese in Geisecke die Äpfel, die beim Rütteln mit der Stange von den Ästen auf die ausgelegte Folie fallen. © Reinhard Schmitz
Streuobstwiese Geisecke

Ex-Fahrlehrer Udo Edelmeier fährt jetzt Schubkarre für die Kindergärten

Nachdem er seine Fahrschule verkauft hat, hat sich Udo Edelmeier zusammen mit anderen Ehrenamtlichen der Pflege einer Streuobstwiese verschrieben. Davon profitieren vor allem Kindergärten.

Vier Mann müssen alle Kraft zusammennehmen, um die Gitterbox auf den Anhänger zu wuchten. Dabei ist gerade einmal ihr Boden mit Äpfeln bedeckt. Wenn die roten Früchte sich erst bis zum Rand türmen, bringt sie locker an die 400 Kilogramm auf die Waage, weiß Ex-Fahrlehrer Udo Edelmeier.

Immer wieder muss er in diesen Tagen mit dem Transportgefäß zur Apfelsaftpresse auf dem Biohof in Unna-Stockum pendeln. So reich ist die Ernte auf der Streuobstwiese in Geisecke, die er mit einer eingespielten Truppe ehrenamtlicher Helfer pflegt.

Mehr als 100 Bäume wollen abgeerntet werden

Mit dem Obstpflücker aus dem Hausgarten, dem Stoffbeutelchen am Teleskopstiel, können sie nicht über das fast drei Hektar große Gelände an der Dorfstraße ziehen. Dann würden vermutlich zu Weihnachten immer noch Früchte an den mehr als 100 Bäumen hängen.

Deshalb haben die Männer ihre eigene Technik entwickelt. Sie rütteln mit einer Art Enterhaken an den Ästen, dass die reifen Äpfel nur so auf die zuvor ausgelegten Plastikplanen herabregnen.

Eine Infotafel zu ihrer Streuobstwiese konnten die ehrenamtlichen Pfleger (v.l.) Erich Wilkes, Achim Wenzel, Hasko Weise, Udo Edelmeier und Uwe Hollop dank einer Spende der Sparkasse jetzt aufstellen.
Eine Infotafel zu ihrer Streuobstwiese konnten die ehrenamtlichen Pfleger (v.l.) Erich Wilkes, Achim Wenzel, Hasko Weise, Udo Edelmeier und Uwe Hollop dank einer Spende der Sparkasse jetzt aufstellen. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Wir haben bis jetzt schon an die 1,7 Tonnen Äpfel runtergeholt“, berichtet Udo Edelmeier. Damit sie an den Fallstellen nicht zu faulen beginnen, werden sie jeweils sofort zur Verarbeitung gebracht. Wenn die Ernte abgeschlossen ist, rechnet das Team mit rund zwei Tonnen.

Das würde etwa 1.000 Liter Saft ergeben, abgefüllt in 200 Fünf-Liter-Kartons. Gartenbesitzer können helfen, dass diese Menge noch größer wird. Wer von ihnen Äpfel spenden möchte, kann sich an Udo Edelmeier (Tel. 0172/9229859) wenden. Das Obst werde dann abgeholt.

Der Apfelsaft soll an die Kindergärten verteilt werden

„Wir haben das Ziel, dass alle Kindergärten in Schwerte eine bestimmte Menge bekommen“, hat sich der Fahrlehrer im Ruhestand vorgenommen. Manche von ihnen kommen auch auf der Streuobstwiese vorbei, säen Radieschen oder Blumenwiesen aus.

Im nächsten Jahr soll jede Gruppe der städtischen Einrichtung „An der Ulme“ sogar ein eigenes Beet bekommen. Überhaupt sei das früher so vernachlässigte Gelände zum „Erholungspark von Geisecke“ geworden: „Das wird sensationell aufgenommen.“

Deshalb haben die ehrenamtlichen Gärtner mit Unterstützung der Sparkasse jetzt am Eingang eine Tafel aufgestellt, die über die Funktion der Streuobstwiese aufklärt. Eine weitere zum Thema Bienen wird noch folgen, sobald die Ernte Zeit dafür lässt.

Die musste am Montagmittag (11.10.) aber erst einmal aus einem anderen Grund unterbrochen werden. Zur Befestigung der Wege kippte Erich Wilkes von Kaminholz Wilkes einen 7,5-Kubikmeter-Hänger voller Holzhackschnitzel ab. „Alter Falter, da freu‘ ich mir ja ein Bein aus“, entfuhr es Udo Edelmeier. Auch wenn auf ihn jetzt die schweißtreibende Aufgabe wartete, den riesigen Haufen mit der Schubkarre im Gelände zu verteilen.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz