Bei dem Zusammenstoß ist an dem Lkw ein beträchtlicher Sachschaden entstanden. Die Werkstatt schätzt ihn nach Angaben des Transportunternehmers Jörg Westermann auf rund 30.000 Euro. © Jörg Westermann
Unfall Ruhrbrücke

Lkw-Fahrer widerspricht Polizei: Unfall-Geschehen war ganz anders

Wer hat den Unfall gesehen, der am Dienstag zum Mega-Stau an der Ruhrbrücke führte? Der Chef des beteiligten Lkw-Fahrers sucht Zeugen. Alles sei anders als von der Polizei dargestellt.

Die meisten Autofahrer haben den Mega-Stau an der Villigster Ruhrbrücke vom Dienstagabend (9.11.) längst vergessen. Dem Iserlohner Transportunternehmer Jörg Westermann liegt das Geschehen indes immer noch schwer im Magen. Einer seiner Fahrer hat den Lkw gesteuert, der an den Unfall beteiligt war, der das Verkehrschaos auslöste.

Und der habe das Geschehen ganz anders geschildert als der Polizeibericht. Dort war zu lesen, dass der Lkw mit einem entgegenkommenden Pkw zusammengestoßen sei, für den die Ampel einen grünen Linksabbiegerpfeil gezeigt habe.

Transportunternehmer widerspricht der Polizei

Dieser Darstellung widerspricht Jörg Westermann. Denn von seinem Mitarbeiter habe er ganz Anderes erfahren: Der Mann war mit dem Lkw von Schwerte in Richtung Iserlohn unterwegs, als er wegen der roten Ampel im Bereich der Ruhrbrücke anhalten musste. Bei der nächsten Grünphase folgte er anderen Autos: „Als er an der Haltelinie war, sprang die Ampel auf Gelb um – da konnte er aber nicht mehr bremsen.“ Also blieb er auf der linken Spur in Richtung Iserlohn.

Der Zwölftonner vom Typ Mercedes Atego ist einer der fünf LKW des Transportunternehmens von Jörg Westermann. Außerdem verfügt es über mehrere Sprinter und PKW.
Der Zwölftonner vom Typ Mercedes Atego ist einer der fünf Lkw des Transportunternehmens von Jörg Westermann. Außerdem verfügt es über mehrere Sprinter und Pkw. © Jörg Westermann © Jörg Westermann

Der Fahrer – so der Transportunternehmer weiter – habe gesehen, wie aus der Gegenrichtung drei Autos vor der Ampel standen. Dahinter sei plötzlich der Unfallgegner – wohl mit einem BMW – ausgeschert und nach links rausgezogen: „Vermutlich wollte er an der Schlange vorbei.“ Obwohl es dort eine durchgezogene Linie gebe. Dann krachte es.

Chef: Lkw-Fahrer seit 30 Jahren unfallfrei unterwegs

Jörg Westermann glaubt seinem Fahrer. Der Mann sitze seit 30 Jahren unfallfrei hinter dem Steuer. Nach dem Unfall sei er so fertig gewesen und habe gezittert, dass er vor Ort keine Fotos mit dem Handy gemacht habe. Weil der Lkw leer gewesen sei, konnte er so beschleunigen, dass er mit geschätzten 45 Stundenkilometern unterwegs war.

Da prallt schon einiges an Energie aufeinander, was auch an dem Lkw beträchtliche Schäden verursachte. Als der Transporter in der Werkstatt untersucht wurde, kam das Ausmaß unter den Verkleidungen zum Vorschein. „Laut Sachverständigem geht das in Richtung 30.000 Euro“, berichtet Jörg Westermann.

Allein der Radarsensor koste 5.400 Euro. Außerdem seien drei Kühler sowie die Servolenkung kaputt, und die rechte Seite sei bis zum Trittbrett weggerissen. Dazu kommen die Abschleppkosten sowie der Ausfall des Wagens für das Transportunternehmen, dessen elfteiliger Fuhrpark aus fünf Lkw sowie einigen Sprintern und Pkw besteht.

Transportunternehmer sucht dringend nach Zeugen

Dringend sucht Jörg Westermann deshalb Zeugen, die den Unfall beobachtet haben – zum Beispiel aus anderen Fahrzeugen, die an der Ampel warteten. Er bittet sie, sich bei ihm zu melden unter Tel. (02371) 406 51.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
Zur Autorenseite
Reinhard Schmitz

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.