Für die Suche wurde auch ein Polizeihubschrauber – hier bei einem früheren Einsatz in Schwerte – mit einer Wärmebildkamera angefordert. © Reinhard Schmitz (A)
Polizei in Schwerte

Notruf brach mittendrin ab: Hubschrauber stand über Grüntaler Teich

Wo war die Person, die nicht einmal den Notruf richtig zu Ende sprechen konnte? Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei am Donnerstagabend die Gegend rund um den Grüntaler Teich in Schwerte ab.

Der Motor der Rotorblätter drang weit hinüber bis zum Kaufland-Parkplatz an der Hörder Straße. Der grelle Lichtkegel der Suchscheinwerfer flammte durch den stockfinsteren Nachthimmel und verriet, dass der Hubschrauber minutenlang nahezu bewegungslos über der Eisenbahner-Siedlung Schwerte-Ost stehen musste. Dort war am Donnerstagabend (21.1.) am Ufer des Grüntaler Teichs eine kleine Armada aus Einsatzkräften der Polizei auszumachen.

Der Notruf brach mitten im Gespräch plötzlich ab

Auch einen Rettungswagen, der direkt vor der ehemaligen Ausflugsgaststätte in Stellung gegangen war, hatte man vorsorglich angefordert, nachdem gegen 19.05 Uhr über die Notrufnummer ein dramatischer Hilferuf bei der Rettungsleitstelle des Kreises Unna eingegangen war.

Zu hören war die Stimme eines Mannes, die meldete, dass es ihm schlecht ginge und er dringend medizinische Hilfe benötige. „Noch während des Gesprächs wurde der Notruf abgebrochen“, berichtet Christian Stein, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Unna: „Ein Rückruf war nicht möglich.“

Vor dem ehemaligen Restaurant Zum Grüntal stand der einsatzbereite Rettungswagen am Ufer des Teichs bereit.
Vor dem ehemaligen Restaurant Zum Grüntal stand der einsatzbereite Rettungswagen am Ufer des Teichs bereit. © Reinhard Schmitz (A) © Reinhard Schmitz (A)

Über die Ortung des Mobiltelefons konnten die Beamten jedoch ermitteln, in welcher Gegend von Schwerte der Notruf abgesetzt worden war. Unverzüglich machten sich Einsatzkräfte mit mehreren Streifenwagen auf den Weg, um den betroffenen Bereich nach dem Mann zu durchkämmen.

Weil das Gelände rund um den Grüntaler Teich an der Ostberger Straße mit seinem Buschwerk gerade in der Nacht recht unübersichtlich ist, wurde auch noch Unterstützung von der Hubschrauberstaffel der Polizei angefordert. Aus der Luft suchten die Piloten der „Hummel“ zusätzlich mit einer Wärmebildkamera nach der gemeldeten Person.

Polizei konnte später den Inhaber des Handys ermitteln

Die Fahndungsmaßnahmen im strömenden Regen blieben letztlich jedoch ergebnislos. „Wir brechen ab“, hörte man schließlich einen Beamten sagen, bevor die Einsatzfahrzeuge mit ausgeschaltetem Blaulicht wieder vom Rand des Gewässers abrückten.

Regelmäßig bereitet sich der Schwerter Feuerwehr auf Einsätze am Grüntaler Teich vor - hier bei einer winterlichen Übung zur Rettung aus dem Eis.
Regelmäßig bereitet sich der Schwerter Feuerwehr auf Einsätze am Grüntaler Teich vor – hier bei einer winterlichen Übung zur Rettung aus dem Eis. © Reinhard Schmitz (A) © Reinhard Schmitz (A)

Zu den Akten gelegt hatte die Polizei die Angelegenheit, die so großen Aufwand erfordert hatte, damit allerdings noch lange nicht. Anhand der Rufnummer, von der aus der Notruf angewählt worden war, konnten sie den Inhaber des Handys feststellen. Die Spur führte zu einem 23-jährigen Mann aus Schwerte.

Dieser konnte schließlich im Bereich der Ostberger Straße wohlbehalten angetroffen werden. Trotzdem machten in Schwerte schon kurz darauf Gerüchte die Runde, es sei jemand in das eiskalte Wasser des Grüntaler Teichs gefallen. Das war letztlich aber nicht passiert.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz