100 neue Flüchtlinge erwartet

Insbesondere Familien sollen kommen

Bürgermeister Christian Vedder ist diesmal sogar mit dem Land zufrieden: „Es ist alles viel, viel besser.“ Was Vedder damit im Blick hat, ist die geänderte Situation, die sich aktuell bei der Aufnahme von Flüchtlingen ergeben hat. 100 neue werden in Südlohn erwartet. Die Rahmenbedingungen aber sind andere als bisher.

SÜDLOHN

, 01.07.2016, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Im vergangenen Jahr diente die Jakobihalle als Flüchtlingsunterkunft des Landes NRW. Inzwischen steht sie wieder leer. Jetzt hat die Gemeinde "kommunale" Flüchtlinge aufzunehmen.

Im vergangenen Jahr diente die Jakobihalle als Flüchtlingsunterkunft des Landes NRW. Inzwischen steht sie wieder leer. Jetzt hat die Gemeinde "kommunale" Flüchtlinge aufzunehmen.

Zur Erinnerung: Ende Februar wurde die Notunterkunft des Landes (Erstaufnahme) geschlossen. Damit würde die Gemeinde nach und nach wieder in den regulären Aufnahmeschlüssel rutschen. Für Vedder und seine Kollegen aber Anlass, Kritik zu üben. Daran, dass die großen Städte ihr Soll bis zu 40 Prozent noch gar nicht erfüllt hätten. Der „Einspruch“ der Bürgermeister hatte Erfolg. Die Zuweisung de Flüchtlinge erfolgte vorrangig an die großen Kommunen, für Südlohn gab es keine Neuzuweisungen. Bislang jedenfalls nicht.

Vor allem Familien kommen

Nach einem Gespräch mit dem Dezernatsleiter der Bezirksregierung Arnsberg Mitte des Monats, das Vedder als ausgesprochen konstruktiv wertet, hat man sich auf ein Verfahren geeinigt, das der besonderen Situation auf dem Land, wo es vor allem Ein-, Zweifamilien- und Doppelhäuser gibt, gerecht werde. Demnach werden von Juli bis September 100 Flüchtlinge in Südlohn eine neue Bleibe finden. Vedder: „Wir haben uns gewünscht, dass in der Hauptsache Familien kommen.“ Und von der Bezirksregierung habe es das Signal gegeben, dass sie diesem Wunsch entsprechen wolle. „Und es werden wahrscheinlich Menschen sein, die alle schon registriert sind“, sagt Vedder auf Anfrage.

Unterstützung bekommen Bürgermeister Vedder und Winfried Laurich, zuständig für Sozialarbeit und Integration bei der Gemeinde, seit gestern von Mario Sieverdingbeck. Der hat gerade erst am Mittwoch seine Prüfung als Verwaltungsfachangestellter abgelegt und wird sich künftig um die Verwaltungsaufgaben im Bereich Asyl und Flüchtlinge kümmern.

Ehrenamt ist wichtig

Nachdem er am Freitag sich im Rathaus umgeschaut und die Kollegen kennengelernt hat, „wird er am Montag voll durchstarten“ (Vedder). Auf der Agenda des Neuen stehen zum Beispiel formale Aufgaben wie die Begleitung beim Meldeverfahren, die Belehrung und die Zuweisung von Wohnungen. Die inhaltliche Betreuung übernimmt in Absprache Sozialarbeiter Laurich. Allerdings setzt Vedder weiter auf das Ehrenamt (Aktiv gegen Rechts/Miteinander) bei der Begleitung der Flüchtlinge durch ihren neuen Alltag.

Besonders in den Fokus will der Bürgermeister die Kinder der Flüchtlinge rücken – angefangen mit der Betreuung in Kindergarten und Schule: „Das ist eine unserer wichtigsten Integrationsaufgaben.“ 

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