200 Mitarbeiter kümmern sich um alte Menschen

Im Henricus-Stift

Die Bürgerstiftung Südlohn-Oeding feiert am Sonntag, 15. Oktober, ihr zehnjähriges Bestehen. Diesen Tag will die Bürgerstiftung allen Menschen in der Kranken- und Altenpflege widmen. Für eine Serie in der Münsterland Zeitung besucht der Vorsitzende der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding, Hubert Epping, zusammen mit Kristin Weßling, Studentin der Sozialarbeit, Menschen und Einrichtungen, die in der Kranken- und Altenpflege tätig sind: Heute das Henricus-Stift im Breul.

Südlohn

23.08.2017, 18:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kristin Weßling (l.), im Bild mit Mitarbeitern des Henricus-Stifts, besucht zusammen mit Hubert Epping die Pflegeeinrichtungen in der Gemeinde.

Kristin Weßling (l.), im Bild mit Mitarbeitern des Henricus-Stifts, besucht zusammen mit Hubert Epping die Pflegeeinrichtungen in der Gemeinde.

Aus dem ehemaligen Henricus-Hospital in Südlohn ist 1980 das Henricus-Stift hervorgegangen. Vor 23 Jahren wurde ein Neubau im Breul bezogen. Heute gehören zum Stift ein Pflegeheim, Betreutes Wohnen und Altenwohnungen. Dazu kommen das Café Porthook, eine eigene Küche, die bis zu 650 Mittagessen pro Tag kocht, und eine eigene Wäscherei.

Im Pflegeheim des Henricus-Stifts werden auf fünf Wohnbereichen rund 100 Bewohner aus Weseke, Burlo, Ramsdorf, Stadtlohn, Südlohn und Oeding gepflegt und betreut. Zwei dieser Wohnbereiche sind auf demenziell veränderte Menschen spezialisiert. Insgesamt 200 Mitarbeiter, 26 Auszubildende der Altenpflege und 100 ehrenamtliche Mitarbeiter sind momentan beim Henricus-Stift beschäftigt. Neben diesen Mitarbeitern gibt es drei Ordensschwestern, die in der Einrichtung wohnen und arbeiten.

Bewohner kommen später ins Pflegeheim

„Die Bewohner kommen immer später ins Pflegeheim und sind dann deutlich weniger mobil. Auch sind sie größer und schwerer als vor einigen Jahren“, schildert Wohnbereichsleiterin Elisabeth Holtkamp. Immer mehr Zeit müsse für Dokumentationen aufgewendet werden. Dadurch bleibe wenig Zeit, um mit den Bewohnern Gespräche zu führen. Diese Gespräche seien jedoch enorm wertvoll für die Bewohner und die Mitarbeiter.

Dafür hat Pascal Vierhaus, Mitarbeiter im Stift, ein gutes Beispiel: „Eine Bewohnerin klagt am Morgen über Kopfschmerzen. Als ich mich einige Zeit später zu ihr setze, um zu fragen, wie es ihr geht, antwortet sie, dass es ihr jetzt, wo ich neben ihr sitze, wieder gut gehe.“ Diese Menschlichkeit gehöre zum Alltag, ergänzt Vierhaus.

Der Personalschlüssel könnte höher sein

Dass immer weniger Zeit für die Bewohner zur Verfügung steht, liege zum Teil auch daran, dass es immer weniger (ehrenamtliche) Mitarbeiter gebe. Der Personalschlüssel könnte höher sein. Dafür müssten sich aber auch mehr Menschen für einen Beruf in der Altenpflege entscheiden.

Um das Interesse an der Altenpflege zu steigern und Vorurteilen entgegen zu wirken, wünschen sich die Mitarbeiter, dass es an Schulen Pflichtpraktika in sozialen Bereichen gibt. So können Schüler Erfahrungen sammeln und Einblicke in Pflegeberufe bekommen.

  • Die Bürgerstiftung feiert am Sonntag, 15. Oktober, zehnjähriges Bestehen.
  • Bei einem Festakt will die Bürgerstiftung dann die „Helden des Alltags“ ehren. Das Fest beginnt um 10.30 Uhr in der Festhalle Terhörne.
  • Anmeldungen bei Hubert Epping, Tel. (02862)  41 83 29 11, oder Herbert Lenger, Tel. (02862) 75 28.
  • Der Eintritt ist frei.
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