40 Bäume im Oedinger Busch mussten weichen

Umsturzgefahr

Der Oedinger Busch, ein Sicherheitsrisiko für Erholungssuchende und Passanten? Das muss so gewesen sein, glaubt man Försterin Andrea Balke.

SÜDLOHN

, 18.02.2015, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
40 Bäume im Oedinger Busch mussten weichen

Der Bauausschuss im letzten Jahr im Oedinger Busch, vor dem Bau des neuen Weges durch den Wald.

Die Mitarbeiterin des Regionalforstamtes Münsterland berichtete in der jüngsten Ratssitzung über ihre Begehungen entlang der Wege im Oedinger Busch. Die Gemeinde hat mit dem Forstamt einen Baumkontrollvertrag, den der Rat jetzt nach einjähriger Laufzeit verlängert hat.

Rund 40 Bäume wurden entlang der 3630 Meter Kontrollstrecke an den Wegen im Oedinger Busch im vergangenen Sommer und Winter gefällt, weil ihre Standsicherheit gefährdet war. Wie Balke ausführte, kontrolliert das Forstamt die Bäume auf den "ersten 20 Metern in den Wald hinein". "Wir sprechen jeden einzelnen Baum an", erklärte die Försterin. Standsicherheit oder trockenen Äste gilt dabei das besondere Augenmerk.

Gefährliche Bäume raus

Obwohl die Priorität bei den zwei Begehungen im Vorjahr auf der Erhaltung der Bäume lag, war das nicht immer möglich. "Die gefährlichen Bäume sind raus", betonte Balke und wies darauf hin, dass vom Land gleichzeitig eine Haftung bis 18 Monaten nach der letzten Kontrolle übernommen wird. Sollte in dieser Zeit ein Unfall durch herabstürzende Äste oder einen umstürzenden Baum passieren, ist das Land in der Haftungspflicht.

Die Försterin schlug dem Rat vor, den Baumkontrollvertrag auch auf eine Begehung nach starken Stürmen auszuweiten, um weitere Risiken zu minimieren. Balke hat die Gesamtkosten für die Begehungen mit rund 2500 Euro kalkuliert. Sofern Bäume oder Äste entfernt werden müssten, könnten weitere Kosten durch Bauamt oder Bauhof anfallen.

Erschrecken über Baumfällungen

"Erschrocken" äußerte sich Jörg Battefeld (UWG) angesichts der Zahl von 40 gefällten Bäume im Oedinger Busch in den vergangenen zwölf Monaten. "Das ist sicher ein Grund, nicht über weitere Wege nachzudenken", betonte das unabhängige Ratsmitglied und hörte von der Försterin, dass auch im Bereich des im Vorjahr angelegten, neuen Weges durch den Oedinger Busch einige Bäume mit Standsicherheitsproblemen weichen mussten.

"Was ist mit dem Wald an privaten Grundstücken?", wollte Battefeld ergänzend wissen, wie das Forstamt verfährt, wenn in so einem Bereich der unsichere Stand eines Baumes diagnostiziert werde.

Eigentümer ansprechen

Von einem "Spannungsfeld" und einer "Gradwanderung" sprach Balke in diesem Zusammenhang. Die Försterin wies darauf hin, dass sie dann die Eigentümer anspricht, aber keinen Einfluss darauf nehmen kann, die gefährlichen Bäume oder Äste auch tatsächlich zu entfernen. Südlohns Politiker im Gemeinderat jedenfalls gingen keine Unfallrisiko ein und verlängerten den Baumkontrollvertrag mit dem Regionalforstamt, inklusive der Begehung der Waldwege im Oedinger Busch nach starken Stürmen.

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