Abschalten auf dem Kutschbock

Kutschenkorso

Im Stil des englischen Landadels fuhr Familie Schernus aus Oeding beim Rosendahler Kutschenkorso mit. "Das Hobby teilen sich meine Frau und meine Tochter", sagt Joachim Schernus und lacht. "Ich bin nur der Beifahrer. Und der Fahrdienst. Dann allerdings mit mehr als einer Pferdestärke."

Oeding/Schöppingen

von Susanne Menzel

, 17.08.2017, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Trio hat die Familie aus Oeding am Wochenende mit der Fahrgruppe Darfeld am 6. Rosendahler Kutschenkorso im Rahmen der Aktion „Pferdestärken Münsterland“ teilgenommen.

Drei bis vier Mal in der Woche spannen Mutter Eva und Tochter Marlene die Kutsche an, um mit Welsh-A-Pony „Victor“ ihre Runden zu drehen. „Es macht Spaß und ist eine Gemeinsamkeit, die uns verbindet“, sagt Eva Schernus. Ihre zehnjährige Tochter „liebt alles rund ums Pferd“.

Von Rosendahl über Darfeld und Eggerode und wieder zurück

Vom Kutsche fahren übers Dressurreiten bis hin zum Springen. Nur Vater Joachim hält sich bei der tierischen Vorliebe seiner beiden Damen vornehm zurück. Zumindest in der Woche. Beim Korso am Wochenende wurde auch er mit eingebunden: Im Stile des englischen Landadels gekleidet, bewältigten die drei vereint die Strecke von Rosendahl über Darfeld und Eggerode und wieder zurück.

„Wir haben uns mit unserer Stallgemeinschaft angemeldet“, sagt Familie Schernus. „Da hilft man sich nicht nur bei der täglichen Arbeit und den Fahrübungen, sondern auch, wenn’s mal solch eine besondere Veranstaltung im Tross gibt.“

Früher sogar vierspännig gefahren

Zur Stallgemeinschaft gehören auch Julia und Mike Küdde samt Hund „Püppi“ und zwei Welsh-A-Ponys. „Früher sind wir mit unseren Friesen sogar vierspännig gefahren“, erzählt Mike Küdde. „Die Friesen haben wir dann aber abgegeben und sind jetzt nur noch mit den Ponys unterwegs.“ Das sei auch schon wegen der Größe der Tiere „viel einfacher zu händeln“, ergänzt seine Frau. „Die Tiere samt Kutsche passen gemeinsam auf den Anhänger. Und sie lassen sich recht schnell vor die Kutsche setzen.“

Fast jeden Tag ist das Ehepaar mit zwei Pferdestärken in der Umgebung von Südlohn und Oeding unterwegs. „Seit mehr als 20 Jahren ist das unsere Leidenschaft“, sagen die beiden. „Da haben sich zwei mit dem gleichen Hobby gesucht und gefunden.“ Das Kutsche fahren sei für sie Entspannung nach dem Arbeitsstress: „Da kann man so richtig abschalten und einfach in die Landschaft eintauchen“, sagt Julia Küdde.

Zwei bis drei Wettbewerbe im Jahr

Zwei bis drei Mal im Jahr nehmen sie an Kutschen-Wettbewerben teil. „Aber nur an denen in der Nähe“, sagen die Pferdenarren. Zu weite Anfahrten wollen sie mit ihren Tieren nicht auf sich nehmen. Zumal auch Jack-Russel „Püppi“ stets mit dabei ist. „Sie hat ihren Platz im Körbchen oben auf dem Bock“, sagt Frauchen Julia Küdde: „Und von da aus den besten Überblick.“ Susanne Menzel

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