Anbindung an Gewerbegebiet zu teuer

Bauauschuss tagt

Bürgermeister Christian Vedder und Bauamtsleiter Dirk Vahlmann redeten mit den sprichwörtlichen Engelszungen, argumentierten und erklärten. Südlohns Bauausschuss konnte sich dennoch nicht dazu durchringen, dem Rat den Bau einer rund 250000 Euro teuren neuen Anbindung an das Gewerbegebiet im Pingelerhook zu empfehlen.

OEDING

, 02.03.2015, 19:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anbindung an Gewerbegebiet zu teuer

In diesem Bereich soll sich das Gewerbegebiet weiter entwickeln.

Was den Ausschussmitgliedern im Vortrag der Verwaltung fehlte, waren preiswerte Alternativen. Daher blieb es am Ende bei der dennoch positiven Kenntnisnahme der vorgestellten Planungen. Südlohns Gemeinderat hat im Oktober vergangenen Jahres die Erweiterung des Gewerbe- und Industriegebietes im Pingelerhook beschlossen. Dazu gehört laut Verwaltung auch eine verkehrstechnische Erschließung über eine Anbindung an die Bundesstraße 70 im nordwestlichen Bereich des Plangebietes.

Der Empfehlung voraus ging im Ausschuss die Stellungnahme durch einen Verkehrsplaner, der den Politikern vorrechnete, dass aus dem Gewerbegebiet täglich rund 140 Kraftfahrzeuge herausfahren. Der Landesbetrieb Straßen-NRW fordere für die geplante Anbindung an die Bundesstraße 70 im Bereich von zwei Wirtschaftswegen Abbiegespuren. Nur damit sei eine Anbindung überhaupt denkbar, hörten die Politiker.

Planstück nicht erneuert

Beim Ausbau der Straße in dem Bereich wurde das Planstück im vergangenen Jahr nicht erneuert. So falle ein Teil der Baukosten an Straße-NRW, erklärte die Verwaltung. Trotzdem: für die Ausweitung der Bundesstraße, die dafür erforderliche Verrohrung von Gräben und möglicherweise auch eine Querungshilfe für Radfahrer fallen laut Planer über 200000 Euro an. Weitere 30000 bis 40000 Euro kommen hinzu als Ablöse. Ein Betrag, den die Gemeinde an den Landesbetrieb zahlen muss, damit dieser nach Fertigstellung den Unterhalt, Streudienst, etc. für die Straße weiter übernimmt.

"Die Straße eröffnet Möglichkeiten. Das kann auch die Zuwegung für ein noch weiter nördlich liegendes Gewerbegebiet sein", erklärte Südlohns Bürgermeister dem Bauausschuss, dass die geplante Zuwegung mitsamt einer Umlegung des Wirtschaftsweges irgendwann mitten im Gewerbegebiet liegen könnte. "Da müssten wir später keine zweite Straße bauen", so Christian Vedder weiter.

Gemeindeflächen vergeben

Der Bürgermeister wies auf den Druck hin, der in Oeding in Bezug auf Gewerbeflächen herrscht. Die gemeindlichen Flächen sind vergeben und es gibt mittlerweile "Anfragen für Flächen, die noch nicht einmal alle im Eigentum der Gemeinde sind".

"Wir müssen den Bebauungsplan voranbringen, wenn wir das Gewerbegebiet realisieren wollen", schilderte Bauamtsleiter Vahlmann, dass für diese Planung auch Straßen auszuweisen sind. Er antworte damit auf Bedenken von Jörg Battefeld (UWG), der anmerkte, dass überhaupt noch nicht klar sei, wenn die Straße tatsächlich genutzt wird. Auch Alois Kahmen (CDU) sah noch "viele Unbekannte".

Gespräche führen

Für ihn stellt sich die Frage, ob die Gewerbetreibenden später überhaupt die Straße nutzen. Er regte an, Gespräche mit den vorhandenen Gewerbetreibenden über die mögliche Nutzung der Straße zu führen, und forderte vor einem Beschluss über den Bau Alternativen ein.

Deutlich wurde Kahmen, was die vorgestellten Pläne angeht: "Der teuren Lösung mit Abbiegespur räume ich keine Chance ein, eher einer günstigeren Variante". Im Ausschuss angedacht wurde auch, vorhandene Gewerbebetriebe an den Bau der Abbiegerspur zu beteiligen - auf freiwilliger Basis.

 

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