Anerkennung für Ehrenamtliche

Karte soll kommen

Wer sich in besonderem Maße ehrenamtlich engagiert, soll durch eine Ehrenamtskarte eine besondere Anerkennung erfahren. Obwohl sich alle Fraktionen darin einig waren, offenbarte sich in der Ratssitzung doch Konfliktpotenzial.

SÜDLOHN

, 19.09.2017, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Anerkennung für Ehrenamtliche

Wer sich ehrenamtlich engagiert, wie hier für die Jugendfeuerwehr, oder beim DRK, im Sportverein, im Heimatverein und Co, soll mit einer Ehrenamtskarte Anerkennung finden, meint der Gemeinderat.

Maik van de Sand war richtig sauer. Was den Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Rat der Gemeinde Südlohn aufregte, hatte weniger mit dem Inhalt des UWG-Antrags an sich zu tun. Doch auch wenn van de Sand das böse Wort vom Ideenklau nicht ausdrücklich in den Mund nahm, so lief der heftige Vorwurf doch genau darauf hinaus, den er in Richtung der UWG-Fraktion erhob. Denn auch Maik van de Sand hat nichts gegen die Einführung einer Ehrenamtskarte in der Gemeinde. Doch dass aus den Arbeitsrunden für die Sportentwicklungsplanung genau diese Idee von der UWG nun als eigener, separater Antrag in den Rat eingebracht worden war, regte den Grünen sichtlich auf. Er ging sogar soweit, anzukündigen, Ideen künftig lieber nicht mehr öffentlich äußern zu wollen: „Dann werde ich mich in Zukunft lieber nicht mehr melden.“

Karte wäre landesweit gültig und nutzbar

Worum ging es? Die UWG hatte einen Antrag gestellt, in Südlohn eine sogenannte Ehrenamtskarte einzuführen. Sie soll dem ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern eine Anerkennung verleihen – in Form vergünstigter Nutzung unterschiedlicher Einrichtungen. Die Karte wäre landesweit gültig und nutzbar. Unterstützung erfährt dieses Konzept durch die Landesregierung. Zu den Vergünstigungen zählt beispielsweise ein verbilligter Eintritt in Museen, Schwimmbäder und andere öffentliche Freizeiteinrichtungen und mehr. Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass die Verwaltung sich nun um die Voraussetzungen zur Einführung dieser Karte kümmern soll. Näheres wird im zuständigen Fachausschuss beraten. Damit hatte die Kompromissformel Anklang gefunden, die Bürgermeister Christian Vedder vorgeschlagen hatte. Er wollte damit den Konflikt entschärfen, der sich durch die deutliche Äußerung von Maik van de Sand abgezeichnet hatte.

 Sportentwicklungsplanung berücksichtigen

So bleibt neben der grundsätzlichen Zustimmung zur Einführung der Ehrenamtskarte noch ausreichend Zeit, um die Ergebnisse der parallel laufenden Sportentwicklungsplanung einfließen zu lassen. Maik van de Sand hatte genau das angemahnt: Der Antrag der UWG komme verfrüht, denn die Stärkung des Ehrenamtes sei ein zentrales Element auch in der Sportentwicklungsplanung. Von Seiten der UWG entgegnete Jörg Battefeld, dass es beim Antrag seiner Fraktion um das Ehrenamt insgesamt gehe, nicht nur um das im Sport. Eine andere Frage, die in der Diskussion eine Rolle spielte: Wie soll sich eine solche Ehrenamtskarte vor Ort selbst nutzen lassen? „Wenn man das will, müsste man in der eigenen Gemeinde auch Vergünstigungen schaffen“, sagte Franz-Josef Rickers (Grüne). Das sahen Jörg Schlechter (FDP) und Barbara Seidensticker-Beining (SPD) ebenso. Für die CDU begrüßte Michael Schichel den gefundenen Kompromiss.

Die Ehrenamtskarte ist an Voraussetzungen geknüpft. Ihr Inhaber sollte sich durchschnittlich wenigstens fünf Stunden pro Woche beziehungsweise 250 Stunden im Jahr engagieren. Das Engagement sollte in einem Verein, einer sozialen Einrichtung oder in einer freien Einrichtung sein.

Die Ehrenamtskarte besitzt in allen Städten und Gemeinden Gültigkeit, die sich an dieser Aktion in Zusammenarbeit mit der Landesregierung beteiligen. Die Gültigkeit der Ehrenamtskarte ist zeitlich begrenzt. Sie liegt in der Regel zwischen zwei und drei Jahren. Die Festlegung trifft im einzelnen die jeweilige Gemeinde. Die Ausgabe der Ehrenamtskarte erfolgt kostenlos.

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