Angst vor dem Coronavirus: Hamsterkäufe, Messeabsage und Vorsichtsmaßnahmen in Südlohn

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Die Angst vor dem Coronavirus treibt viele Menschen in die Supermärkte. Auch in Südlohn sind Nudeln und Co. besonders gefragt. Dabei sind Hamsterkäufe gar nicht nötig, sagt ein K+K-Mitarbeiter.

Südlohn

, 03.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen steigt täglich. Das Virus, das seinen Ursprung in China hat, hat Nordrhein-Westfalen längst erreicht. Obwohl das Virus von Experten weiterhin als nicht viel gefährlicher als ein Grippevirus eingeschätzt wird, steigt die Angst vor einer Infektion bei vielen Menschen immer weiter. Auch in Südlohn ist das schon spürbar.

Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder haltbare Milch sind derzeit sehr gefragt. Viele kaufen gleich größere Mengen ein. Immer häufiger ist von sogenannten Hamsterkäufen die Rede. Auch bei K+K in Südlohn ist das zu spüren. „Die Zahlen verdoppeln und verdreifachen sich“, sagt Sebastian Klaas aus dem Controlling, der damit auch „erster Ansprechpartner für das Thema“ ist.

„Zum Friedensgruß nicken wir uns freundlich zu“

Durch die große Steigerung der Verkäufe könne es zwar kurzzeitig zu leereren Regalen kommen, doch „wir sind in der Lage, die Lücken schnell wieder zu füllen“, versichert er. Das zentrale Lager der Supermarkt-Kette befindet sich in Gronau bei der Verwaltung. Von dort könne jede Filiale gut erreicht werden. „Die Panik, die draußen herrscht, ist nicht vonnöten“, stellt er klar. Die Menschen seien „nicht zu Hamsterkäufen genötigt“. Allerdings, sagt Klaas auch, müsse man genau beobachten, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickeln wird.

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In der Gemeinde St. Vitus und St. Jakobus ist von einer Panik oder größeren Verunsicherung derweil noch nichts zu spüren. Auf Pfarrer Stefan Scho machen die Südlohner bislang noch keinen nervösen Eindruck, erklärt er. Dennoch wurden auch in der St.-Vitus- und der St.-Jakobus-Kirche bereits erste Vorkehrungen getroffen, um sich bestmöglich zu schützen.

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„Wir versuchen, die Mundkommunion so wenig wie möglich zu reichen“, sagt der Pfarrer. Bei der Mundkommunion wird die Hostie auf die Zunge des Kommunikanten gelegt. Zudem wurden die Weihwasserbecken bereits geleert. Vorerst sollen sie auch nicht wieder befüllt werden. „Das Händeschütteln wird auch vermieden“, erklärt Stefan Scho. „Zum Friedensgruß nicken wir uns freundlich zu.“ Das werde auch schon seit der vergangenen Woche so gehandhabt.

Bauer GmbH sagt Teilnahme an Logimat ab

Konsequenzen aus den bisherigen Corona-Fällen in Deutschland hat auch die Bauer GmbH gezogen. Das 1966 gegründete Familienunternehmen hat seine Teilnahme an der diesjährigen Logimat, einer Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss, abgesagt. Schuld ist die „zur Zeit enorme Verunsicherung bedingt durch das Coronavirus“, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite.

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Doch Bauer ist nicht die einzige Firma, die aufgrund des Virus seine Teilnahme in Stuttgart abgesagt hat. „Viele Kunden haben angerufen und gesagt, dass sie nicht kommen“, sagt Heinz Dieter Bauer auf Nachfrage unserer Redaktion. Auch einige namhafte Firmen hätten bereits abgesagt. Sogar eine, die nur unweit des Messegeländes ihren Standort hat. Über eine mögliche Absage sei in seinem Unternehmen schon seit Anfang der vergangenen Woche diskutiert worden. Die endgültige Entscheidung sei dann aber erst am Samstag gefallen.

„Keine beondere Vorgehensweise“ bei der Feuerwehr

Für die Feuerwehr hat sich dagegen durch das Coronavirus bislang nichts verändert. Erst mal gebe es „keine besonderen Vorgehensweisen“, erklärt Kreisbrandmeister Stefan van Bömmel, der zuletzt Konktakt mit allen Feuerwehren im Kreis hatte und sie noch mal auf die richtigen Verhaltensweisen und allgemeinen Hygienehinweise aufmerksam gemacht hatte.

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„Prinzipiell arbeiten unsere Einsatzkräfte wie sonst auch“, sagt er. Eine Verunsicherung innerhalb der Feuerwehr aufgrund des Virus spüre er nicht. Zwar gebe es einige Rückfragen von Kollegen bezüglich des korrekten Vorgehens unter Berücksichtigung der richtigen Hygienemaßnahmen, doch ansonsten sei alles vollkommen normal.

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