Aufbruchstimmung statt Frustration bei den Landwirten aus Südlohn und Oeding

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Düngeverordnung, Agrarpaket, Bauernproteste: Die Landwirtschaft ist in Bewegung. Auch die Winterversammlung Südlohn-Oeding stieß auf mehr Resonanz als zuletzt. Die Landwirte haben viel vor.

Südlohn

, 16.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 50 Landwirte aus Südlohn und Oeding haben sich am Dienstagabend zu ihrer Winterversammlung in der Reithalle getroffen. „Deutlich mehr als noch vor einem Jahr“, erklärt Dieter Valtwies, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Südlohn-Oeding, im Gespräch mit unserer Redaktion.

Eine Entwicklung, die er schon fast als Trend bezeichnet: Unter den Landwirten gebe es seit Beginn der organisierten Proteste eine viel größere Geschlossenheit und eine stärkere Bereitschaft, sich zu mobilisieren. „Das fühlt sich nach Aufbruchstimmung an“, sagt er.

Alle Sektoren der Landwirtschaft ziehen an einem Strang

Seine Kollegen und er hätten die Frustration abgelegt und würden sich stärker beteiligen. Grund dazu haben sie genug: Auch in Südlohn und Oeding treibt den Landwirten das geplante Agrarpaket der Bundesregierung die Sorgenfalten auf die Stirn. „Das beeinflusst einfach sämtliche Bereiche der Landwirtschaft“, macht Dieter Valtwies deutlich. Und dementsprechend würden sich auch alle Sektoren der Landwirtschaft angesprochen fühlen. „Auch das hat es früher so nicht gegeben“, erklärt er.

Aufbruchstimmung statt Frustration bei den Landwirten aus Südlohn und Oeding

Rund 50 Landwirte aus Südlohn und Oeding kamen zu der Versammlung in der Reithalle. © LOV Südlohn-Oeding

Genau darum drehten sich dann auch die Fachvorträge von Jörg Sümpelmann, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Borken, und Heinrich-Ludger Rövekamp, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer im Kreis Borken: die Änderungen der Agrarförderung für das kommende Jahr, die Probleme mit den rot und damit bedenklich markierten Grundwasserkörpern, die neue Düngeverordnung und natürlich auch die Bauernproteste der vergangenen Monate. Speziell zur Düngeverordnung sei kurzfristig noch eine Infoveranstaltung von der Landwirtschaftskammer geplant.

Düngeverordnung widerspricht Wunsch nach weniger Pflanzenschutz

„Wir wollen als Landwirte ja beispielsweise weniger Pflanzenschutz einsetzen. Doch dem läuft die neue Düngeverordnung ganz einfach zuwider“, sagt Dieter Valtwies. Deswegen wollen die Landwirte für ihre Standpunkte werben und informieren. „Das wollen wir natürlich auf einer ganz rationalen und sachlichen Ebene tun“, erklärt Dieter Valtwies.

Gleichzeitig versuchen sie, in der Politik wieder eine stärkere Stimme zu bekommen. „Wir müssen unsere Belange in die politische Entscheidung hineintragen“, sagt er. Das gelinge in letzter Zeit wieder besser, auch weil sich Politiker wie auch Medien wieder stärker für Themen der Landwirtschaft interessieren würden.

Infoveranstaltung vor Supermärkten in beiden Ortsteilen

Im Ort seien sie mit ihren Ansichten bisher nur auf positive Resonanz gestoßen. Bisher seien mit Aktionen in Südlohn und Oeding aber ja auch noch recht zurückhaltend geblieben. Öffentlichkeitswirksam wollen sie sich am Freitag, 17. Januar, in beiden Ortsteilen präsentieren: Dann beteiligen sie sich von 10 bis 16 Uhr an der Aktion „NRW blüht auf“ der Initiative „Land schafft Verbindung“. Damit wollen Landwirte bundesweit zum Beginn der Grünen Woche in Berlin über Themen wie Insektenschutz und die neue Düngeverordnung informieren.

Verbraucher wollen mehr Informationen über ihre Lebensmittel

Denn auch das ist ein Punkt, den Dieter Valtwies beobachtet: „Verbraucher achten wieder viel mehr darauf, wo ihre Lebensmittel herkommen“, sagt er. Mit Blick auf die Landwirtschaft beobachte er aber zwei Dinge: Einerseits gebe es unter den Menschen immer noch eine Menge Unwissen. Gleichzeitig herrsche aber ein großes Interesse an den Themen der Landwirte. In diese Lücke wollen die Landwirte auch am Freitag stoßen.

In Südlohn und Oeding stehen sie dann am Edeka-Markt an der Bahnhofstraße und am Rewe-Markt am Panofen.

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