Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hat jetzt schon begonnen

rnEichenprozessionsspinner

Noch bestimmt das Coronavirus die Nachrichten. Doch die nächste Plage steht in den Startlöchern: die Eichenprozessionsspinner. Der Kampf gegen die Raupen hat schon begonnen.

Südlohn

, 25.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners hat schon begonnen: Entlang der B70 war zum Beispiel am Donnerstag ein Mitarbeiter von Straßen-NRW mit einer großen Turbinenspritze unterwegs. Mit der wird ein spezielles Biozid in die Bäume gesprüht. Durch den Wirkstoff Bazillus Thuringiensis soll die Ausbreitung schon von jungen Raupen verhindert werden. Sie nehmen den Stoff durch die benetzten Blätter auf. Zusätzlich werden von Straßen-NRW auch weiterhin Nester abgesaugt.

Fallen statt Turbinenspritzen sollen in Südlohn Erfolg bringen

Die Gemeinde Südlohn geht einen anderen Weg. Eine Turbinenspritze wurde für den Bauhof jedenfalls nicht angeschafft. Wie Bürgermeister Christian Vedder auf Nachfrage erklärt, setze die Gemeinde in diesem Jahr verstärkt auf spezielle Fallen.

„Die ersten wurden bereits angeschafft“, erklärt er. Sollten sie den vom Hersteller versprochenen Erfolg bringen, würden weitere angeschafft. „Wir setzen die Fallen erstmalig ein, deswegen müssen wir das noch abwarten“, erklärt er.

In Absprache mit dem Bauhof und zwei bereits gebuchten Firmen könnten dann zusätzliche Fallen angebracht werden. „Das darf jedoch nur an gemeindlichen Bäumen passieren“, erklärt Christian Vedder weiter. Auf privaten Grundstücken sei natürlich auch in diesem Jahr der Eigentümer für die Maßnahmen verantwortlich.

Bauhof und Fachfirmen sollen Bäume kontrollieren

Darüber hinaus sollen die Bäume in der Gemeinde regelmäßig kontrolliert werden. „Das geschieht in Absprache mit Fachfirmen und zusätzlich durch die Mitarbeiter des Bauhofs“, so Christian Vedder. Vor allem in den stark frequentierten öffentlichen Bereichen. Sollten dabei Nester der Raupen entdeckt werden, sollen sie durch den Bauhof oder ab einer bestimmten Höhe durch die Fachfirma beseitigt werden.

Turbinenspritzen wie diese bringt Straßen-NRW auf die Strecke, um die Raupen zu bekämpfen.

Turbinenspritzen wie diese bringt Straßen-NRW auf die Strecke, um die Raupen zu bekämpfen. © Straßen-NRW

Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre dämpft der Bürgermeister jedoch die Erwartungen: „Das kann natürlich nicht im kompletten Gemeindegebiet überall gleichzeitig erfolgen.“ Schon jetzt seien diese Fachfirmen bereits massiv ausgebucht. „Wir werden die entsprechenden Bereiche jedoch umgehend nach Eingang der Meldung absperren und mit Hinweisschildern auf die mögliche Gefahr hinweisen“, erklärt er.

Skepsis gegenüber präventiven Maßnahmen

Präventiven Maßnahmen, wie etwa dem Einsatz von Sprühfahrzeugen wie sie Straßen-NRW gerade auf die Strecken schickt, stehe er skeptisch gegenüber: Bei der Besprechung der Ordnungsamtsleiter des Kreises Borken sei dieses Thema auch ausgiebig und teils sehr emotional diskutiert worden.

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„Es gibt jedoch völlig unterschiedliche Erfahrungswerte bei Einsatz von gleichen Methoden“, erklärt Christian Vedder. Eine „Wunderwaffe“ gegen die Eichenprozessionsspinner gebe es leider noch nicht. Auch stellten sowohl chemische als auch biologische Mittel eine Gefahr für weitere Tiere dar. „Sie haben auch nicht in allen Kommunen den gewünschten Erfolg erzielt“, sagt er.

Gemeinde wird Raupen nicht komplett vertreiben können

Über die Stadt Borken und die Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner wurde bereits eine Projektarbeit gefertigt. Die Erkenntnisse daraus werden den Ordnungsämtern im Kreis nach Ende der Projektarbeit zur Verfügung gestellt. „Vielleicht können wir hieraus kurzfristig weitere Schlüsse ziehen“, sagt er.

Gleichwohl werde es die Gemeinde aber auch in diesem Jahr möglicherweise nicht schaffen, die Gemeinde Südlohn von den Eichenprozessionsspinnern vollständig zu befreien. „Wir werden aber in Absprache mit den Fachfirmen unser Bestes geben“, so Christian Vedder.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners hatten sich über die vergangenen Jahre immer weiter verbreitet. Besonders im vergangenen Sommer hatten sich die Tiere zu einer echten Plage ausgewachsen. Die Nesselhaare der Raupen sorgten für extremen Juckreiz und Atemnot bei vielen Menschen.

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