Bodo Engel macht Boxenstopp in Oeding

Frauenarzt ist Trucker

Was hat ein 17-Meter-Sattelschlepper mit Porsche-Logo außen am Auflieger sowie einem Porsche 911 RSR und einem Renault Clio im Inneren auf dem Hof einer Nutzvieh-Spedition zu suchen? Diese Frage wird sich mancher gestellt haben, der am Betriebshof von Andreas Hying an der Straße "Im Esch" vorbeigekommen ist.

OEDING

von Von Georg Beining

, 12.09.2013, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Bodo Engel öffnet die Ladeklappe seines LKW.</p>

<p>Bodo Engel öffnet die Ladeklappe seines LKW.</p>

Die Geschichte dahinter hat mit Verwandtschaftsverhältnissen zu tun, ist daher nicht ganz unkompliziert: Das Zugfahrzeug, der dunkelrote Renault-Truck, gehört Bodo Engel, einem Hamburger Frauenarzt. Dessen Frau Corinna ist eine Cousine von Barbara Seidensticker-Beining, die wiederum in der Fontanestraße wohnt.

 Bodo Engel hat sich mit 60 Jahren den Traum erfüllt, Trucker zu sein, tritt in seiner Praxis in Hamburg etwas kürzer und fährt nun mit verschiedenen Aufliegern und Ladungen in Europa herum - derzeit eben mit Rennautos. Das Ehepaar kommt gerade aus dem niederländischen Zandvoort von einem Rennwochenende auf dem dortigen Kurs in den Nordseedünen. Die beiden haben zwei Söhne. Einer von ihnen, Fabian (21), fährt seit zwei Jahren sehr erfolgreich Tourenwagenrennen für das Racing-Team Werner aus Hannover und ist auch in Zandvoort an den Start gegangen - und das sehr erfolgreich: Mit seinem Clio und dessen fast 210 PS hat er nicht nur den Klassensieg für Renntourenwagen bis zwei Liter Hubraum geschafft, sondern sogar im letzten Saisonrennen dieser GTWC-Serie den Tourenwagen-Cup geholt.

Nun bringen also Papa und Mama den Renn-Clio und den Porsche vom Rennkollegen wieder in die heimische Werkstatt nach Hannover. Und was lag daher näher, als sozusagen auf der Hälfte, in der Grenzgemeinde, mal bei Cousine Barbara Station zu machen, zumal die mit ihrem Mann auch in Zandvoort war und beide nun ebenso wie Fabians Eltern vom Rennvirus infiziert sind.

Wohin mit dem LKW?

Das Problem im Vorfeld hieß nur: Wo können wir parken? Man sollte schließlich einen Truck mit solch wertvollem Inhalt - Autos, Ersatzteile und eine Menge Rennreifen - nicht einfach an die Straße stellen. So ging die Frage an Familie Hying: "Dürfen die auf euren Platz?" Wie es in der Grenzgemeinde üblich ist, hilft man sich gegenseitig. So kam der Renntransporter in die Grenzgemeinde. Am heutigen Donnerstag fahren Bodo und Corinna Engel weiter. Und für das nächste Jahr ist Zandvoort wieder fest im Visier. www.gtwc.de

 

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