Bücherei fehlen Mitarbeiter

Neue Ausleihtechnik vorgestellt

Hoffnung auf die Ausweitung der Öffnungszeiten in den Öffentlichen Büchereien macht Büchereileiterin Daniela Kies. Modernste Technik soll das ermöglichen.

OEDING

, 07.09.2017, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bücherei fehlen Mitarbeiter

Der Bauausschuss hat am Mittwochabend die neuen Räume der Bücherei in Oeding besichtigt.

Heller, freundlicher, mehr Platz – der Kultur- und Sportausschuss des Rates hat am Mittwochabend die neuen Räume der Katholischen öffentlichen Bücherei an der Jakobistraße besucht. Daniela Kies stellte den Lokalpolitikern dabei nicht nur das verbesserte Raumprogramm und die seit dem Umzug im Frühjahr um 28 Prozent gestiegenen Ausleihzahlen vor. Die Bibliothekarin berichtete nicht nur von positiven Zahlen und der Freude über die neuen Räume. Sie schilderte den Politikern auch die sich verdichtenden Personalprobleme an allen drei Büchereistandorten – neben Oeding sind das Südlohn und Stadtlohn. „Wir haben akute Probleme, Sonntagsdienste zu besetzen“, sagte Kies, dass es immer häufiger an Ehrenamtlichen fehlt. Und: „Das sind die am besten genutzten Öffnungszeiten“.

Ehrenamtliche

Die Bücherei hat vier hauptamtliche Mitarbeiter. Die könnten aber den an allen drei Standorten gleichzeitig laufenden Sonntagsbetrieb nur schwer ohne die Unterstützung von ehrenamtlichen Mitarbeitern bewältigen. „Wir könnten das Problem mit Technik ein bisschen herunterschrauben“, sagte Kies den Kommunalpolitikern bei der anschließenden Sitzung im Rathaus und stellte einen „Quantensprung in der Büchereitechnik“ vor. Dabei handelt es sich um die sogenannte RFID-Technik. Das ist ein berührungsloses Identifizierungssystem, das bereits im Einzelhandel, unter anderem zur Diebstahlsicherung, zum Einsatz kommt.

Rückgabestationen

In einer Bibliothek kann durch diese Technik die Buchausleihe und Rückgabe vereinfacht werden. Jedes Buch würde dafür mit einem RFID-Chip ausgestattet. Bei Ausleihe und Rückgabe ermögliche diese Technik das kontaktlose Ein- und Ausbuchen der Ausleihen. Noch ein Vorteil: Für dieses System gibt es automatische Rückgabestationen. Die ermöglichen es Büchereikunden, zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Bücher zurückzugeben. Diese Stationen erledigen dabei nicht nur die Rückgabe, sondern sortieren die Bücher anschließend auch zum Beispiel noch nach Krimi, Sach- und Kinderbuch. Ähnlich einfach wird die Buchausleihe: An Terminals liest der Kunde seinen Büchereiausweis ein, hält bis zu fünf Bücher gleichzeitig in die Nähe eines Lesegerätes – einen Moment später kommt ein Blatt aus einem Drucker. Das listet auf, welche Literatur der Büchereikunde mit nach Hause nimmt. „Das entlastet uns von Routinearbeiten“, sprach Daniela Kies für die Mitarbeiterinnen der drei Büchereistandorte.

Aufsicht gewährleistet

Da Ausleihe und Rückgabe sozusagen ohne einen Mitarbeiter der Bücherei erfolgen können, sei auch nicht unbedingt erforderlich, dass die Bücherei immer besetzt sei. Beispielsweise könnte die Bibliothek zu den Öffnungszeiten des im gleichen Gebäude befindlichen Marketing- und Tourismusvereins „Somit“ geöffnet werden. Eine gewisse Aufsicht sei gewährleistet und die Büchereikunden würden nach kurzer Eingewöhnung den Ausleihprozess selbstständig durchführen können. „Das ist eine Option und Chance“, erklärte Daniela Kies, die dieses System an allen drei Büchereistandorten einführen möchte. Der Ausschuss empfahl dem Rat, die Mittel dafür bereitzustellen.

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