Bürger und Vereine schildern ihre Sorgen

Bürgerversammlung zur geplanten Notunterkunft

Rund 260 Bürger haben am Mittwochabend an der Informationsveranstaltung der Gemeinde über die geplante Flüchtlings-Notunterkunft in der Jakobi-Halle teilgenommen.

OEDING

, 27.08.2015, 12:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürger und Vereine schildern ihre Sorgen

Nach Ende der Veranstaltung diksutierten die Bürger vor der Jakobi-Halle, die demnächst zur Flüchtlingsunterkunft wird.

Fast bis auf den letzten Platz gefüllt waren am Mittwochabend die Sitzreihen in der Oedinger Veranstaltungshalle an der Pfarrer-Becker-Straße, als Gemeinde und Bezirksregierung dort über die geplante Notunterkunft informieren.

Ab Mitte September sollen in der Jakobi-Halle bis zu 120 Flüchtlinge untergebracht werden. Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller stand dabei Rede und Antwort. Sie verdeutlichte, dass es Ziel der Bezirksregierung sei, die Halle zum Ende des ersten Quartals 2016 wieder für den Sport- und Veranstaltungsbetrieb freizugeben.

Bei der Versammlung erwies sich besonders Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster vor den fast 300 Zuhörern als Mann der klaren Worte: „Sie werden sich fragen: Warum eigentlich wir? Ich sage Ihnen: Es ist eine absolute Notsituation, und wir befinden uns weit weg von einem geordneten Verfahren.“ Hörster will auch möglichst bald wieder weg von den Notunterkünften, wie er betonte. Die seien neu eingerichtet worden, um dem immer weiter zunehmenden Flüchtlingsstrom auch nur irgendwie Herr zu werden.

Regierungsvizepräsidentin erläutert Situation

Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin, gab Einblicke in das Gesamtverfahren seitens der Bezirksregierung: Die bis dato zwei Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund und Bielefeld sind um drei weitere aufgestockt. Das Land betreibt außerdem zentrale Unterbringungseinrichtungen wie in Schöppingen. Nun sind die Notunterkünfte als drittes „Standbein“ hinzugekommen. Feller gab zu: „So ganz begeistert war ihr Bürgermeister natürlich nicht, als die Bezirksregierung diese Halle als Notunterkunft akquiriert hat.“

Aufmerksame Zuhörer

Jürgen Rawe, der Leiter des DRK-Rettungsdienstes, war für das DRK als betreuende Einrichtung der Notunterkünfte im Kreis Borken gekommen. Er schilderte den Tagesablauf in den Notunterkünften vom Eintreffen der Flüchtlinge bis zur Weiterleitung nach zwei bis sechs Wochen.

Aus dem Publikum, in dem auch viele Vertreter der heimischen Vereine und Verbände saßen, kamen zahlreiche Fragen, die sich unter anderem auf die praktischen Auswirkungen auf das Gemeindeleben, auf die hohe Zahl der Flüchtlinge und auf die Dauer der Hallennutzung als Notunterkunft bezogen. Die Zusage steht, dass am Ende des ersten Quartals die Halle wieder der Gemeinde zur Verfügung stehen soll.

Menschen willkommen heißen

Sabrina Rottstegge vom Arbeitskreis gegen rechts brachte es in einem kurzen Appell unter lebhaftem Applaus der übrigen Zuhörer auf den Punkt: „Lasst uns offen auf diese Menschen zugehen. Wir können ihnen nur sagen: Willkommen bei uns!“

Einen Abend vor der Bürgerinformation hatten sich die Vertreter der beiden größten Sportvereine mit Bürgermeister Christian Vedder, seinem Vertreter Werner Stödtke und Ordnungsamtsleiter Herbert Schlottbom zusammengesetzt, um die Auswirkungen der Hallensperrung zu besprechen. Für den FC Oeding hat der Nutzungsausfall weitreichende Folgen.

FC Oeding weicht nach Südlohn aus

Dennoch strahlte dessen Vorsitzender Klaus Jägering am Mittwoch Zuversicht aus: Am Dienstagabend wurden die Nutzungspläne aller vier Sporthallen der Doppelgemeinde abgeglichen. Herausgekommen sind dabei Lösungen, die beispielsweise den Ligabetrieb der FC-Badmintonabteilung aufrechterhalten.

Jägering ist den Kollegen vom SC Südlohn dankbar: „Die sind uns wirklich sehr entgegen gekommen.“ 

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Bürgerversammlung in der Jakobi-Halle

Im Rahmen einer Bürgerversammlung haben Gemeinde und Bezirksregierung über die Einrichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge in der Jakobi-Halle informiert.
27.08.2015
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Nach Ende der Veranstaltung diksutierten die Bürger vor der Jakobi-Halle, die demnächst zur Flüchtlingsunterkunft wird. © Foto: Georg Beining
Vertreter von Gemeinde, Bezirksregierung, DRK und Polizei informierten über die Einrichtung der Notunterkunft. © Foto:Georg Beining
Bürgerinformation zur Einrichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge in der Jakobi-Halle in Oeding: Rund 260 Bürger kamen in die Veranstaltungshalle.© Foto:Georg Beining
Franz-Josef Rickersvom Arbeitskreis gegen Rechts.© Foto:Georg Beining
Klaus Jägering, Vorsitzender des FC Oeding. © Foto:Georg Beining
Dorothee Feller, Regierungsvizepräsidentin, gab Einblicke in das Gesamtverfahren seitens der Bezirksregierung.© Foto:Georg Beining
Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster: "eine Notsituation".© Foto:Georg Beining
Bürgerinformation zur Einrichtung einer Notunterkunft für Flüchtlinge in der Jakobi-Halle in Oeding.© Foto:Georg Beining
Klaus Dörschlag, Chef der Polizeiwache Borken´.© Foto:Georg Beining
Jürgen Rawe (DRK) © Foto:Georg Beining
© Foto:Georg Beining

Polizeichef: Keine Verhältnisse wie im Osten Deutschlands

„Wie sicher ist das alles – vor allem, wenn man in den Medien von weiter zunehmenden Übergriffen auf diese Unterkünfte erfährt?“. Das wollte Helmut Tecker bei der Bürgerversammlung wissen. Jürgen Rawe (DRK) und Klaus Dörschlag, der Chef der Polizeiwache Borken, versuchten, etwaige Sorgen in dieser Richtung zu zerstreuen.

So werden vom DRK rund um die Uhr mindestens zwei Mitarbeiter vor Ort sein. Außerdem, so Dörschlag, seien die Umstände hier ganz anders als im Osten. „Ich habe bislang hier bei uns keine Szene erkannt, die gefährlich sein könnte“, so der Polizeichef auf Nachfrage. 

 

 

 

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