Christian Nagel stemmt sich mit vielen Ideen gegen das Coronavirus

rnHotel in Südlohn

Das Coronavirus hat das Hotel Nagel voll getroffen. Statt um den Neubau muss sich Christian Nagel darum kümmern, den Betrieb am Laufen zu halten. Doch nicht alle Ideen funktionieren.

Südlohn

, 09.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich würde sich Christian Nagel gerade voll auf die Endphase des Neubaus am Schlingeufer konzentrieren. Die Arbeiten am neuen Gästehaus vom Hotel Nagel gehen gut voran. „Zumindest haben wir keine Verzögerungen durch das Coronavirus“, sagt er. Doch das war es dann eigentlich auch schon mit den guten Nachrichten.

„Normalerweise würden wir uns in diesen Tagen auch auf den Biergarten stürzen und dort alles für die ersten Radtouristen vorbereiten“, sagt er. Doch an Tourismus braucht in diesen Tagen niemand zu denken.

Monteure retten zumindest einen Teil vom Umsatz

„Zum Glück können wir auf etliche Geschäftsreisende und Monteure setzen“, fügt er hinzu. Dadurch gebe es im Hotel zumindest einen kleinen Umsatz. „An die normalen Zahlen reicht das natürlich nicht heran“, schränkt er ein. Aber dennoch sei es in diesen Zeiten besser, als komplett schließen zu müssen.

Wie lange der Betrieb so durchhält? Christian Nagel mag die Frage nicht beantworten. „Es kann einem ja niemand sagen, wie lange das noch so geht“, erklärt er. Klar, es gebe Soforthilfen. Doch die seien auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Jetzt lesen

Dafür lasse die Abwicklung seiner Anträge auf Kurzarbeit und auf Kredite auf sich warten. „Ich habe die Bestätigung, dass die Unterlagen vorliegen, sie sind aber noch nicht bearbeitet“, erklärt er. Jeden Tag führe er zig Telefonate ohne neues Ergebnis. Auch die Bürokratie mache es nicht leichter. „Allein das Merkblatt zur Kurzarbeit ist 40 Seiten dick“, sagt er.

Manche Ideen funktionieren, andere nicht

Um der Corona-Krise dennoch nicht tatenlos gegenüber zu stehen, hat er schon mehrere Ideen entwickelt. Mit unterschiedlichem Erfolg: Die Gutschein-Aktion des Hotels beispielsweise sei sehr gut angenommen worden. Christian Nagel gibt dadurch seinen Gästen Rabatt: Ein Gutschein über 125 Euro kostet beispielsweise nur 100 Euro. „Die Gutscheine sind auf sehr großes Interesse gestoßen“, erklärt er. Nachteil: Die Einnahmen werden ja eigentlich nur verschoben. „Wenn die Stammtische in ein paar Wochen alle mit Gutscheinen bezahlen, haben wir eben dann keine Einnahmen mehr“, sagt er mit einem bitteren Lachen.

Jetzt lesen

Anders war die Aktion „Hotel-Office“ gedacht: Christian Nagel wollte Hotelzimmer als Arbeitsplätze anbieten, für Menschen, die nicht mehr ins Büro können. Gut gemeint, doch offenbar gab es daran kein Interesse. „Wir hatten gar keinen Rücklauf“, sagt er. Bis auf ein paar kurze Reaktionen auf Facebook habe das Angebot niemanden interessiert.

Abholservice über die Osterfeiertage

Für Christian Nagel aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. „Die Jäger sagen, ‚Wer nicht schießt, kann auch nicht treffen‘“, erklärt er. Daher werde er auch weiterhin verschiedene Ideen entwickeln, um den Betrieb am Leben zu erhalten. „Genug Zeit haben wir ja gerade dafür“, sagt er und muss selbst lachen. So ein Angebot ist beispielsweise der Abholservice über die Osterfeiertage. Ab Gründonnerstag und bis Ostermontag bietet das Hotel Nagel unterschiedliche Speisekarten für die Feiertage an.

Jetzt lesen

Er hofft, dass sich die Situation nach Ostern langsam wieder etwas beruhigt. Dass zumindest einige Freiheiten nach und nach zurückkehren. Sei es ein eingeschränkter Betrieb, seien es Tische, die mit großem Abstand aufgestellt werden.

Hoffnung auf normales Geschäft im Mai oder Juni

„Dann könnten wir vielleicht im Mai oder Juni langsam zum normalen Geschäft zurückkehren“, sagt er. Die Zahlen für dieses Jahr mag er sich noch nicht vorstellen. „Aber vielleicht wird es besser, wenn wir nach den Sommerferien unser Gästehaus eröffnen können“, erklärt er. Diese Ungewissheit ist für ihn im Moment das Schlimmste. Es gebe es eben keinerlei verlässliche Aussagen. „Seit dem Shutdown hat man nichts mehr gehört“, sagt er.

Sein Vorteil: „Wir sind ein Familienbetrieb und müssen keine Pacht zahlen.“

Lesen Sie jetzt