Corona-Krise: Südlohner Fahrschullehrer, Friseure und Physiotherapeuten ohne Arbeit

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Auch Südlohner Fahrschulen, Friseure und Physiotherapeuten haben unter der aktuellen Situation zu leiden. Vor allem Ein-Mann-Dienstleister haben es nicht leicht.

von Marie Epping

Südlohn

, 27.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neuen drastischen Einschränkungen für Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland werden „schwere Spuren in der Wirtschaft hinterlassen“. Das betont Angela Merkel am Montag nach der Kabinettssitzung.

Auch in Südlohn und Oeding hat die Krise schon ihre Spuren hinterlassen. Fahrschulen, Friseure und Physiotherapeuten müssen ihre Arbeit komplett einstellen. Und das bleibt nicht ohne Folgen.

Kein Mundschutz mehr vorhanden

Im Gespräch mit der Redaktion schildern einige ansässige Unternehmer ihre Situation. Medizinisch notwendige Behandlungen in der Physiotherapie sind noch erlaubt aber dennoch: Die Praxis von Hans Bernhard Brockhaus ist geschlossen. „Mir ist leider der Mundschutz ausgegangen und eine mehrfache Benutzung ist nicht möglich“, erklärt er. Desinfektionsmittel habe er zum Glück noch.

Ohne den notwendigen Mundschutz, könne auch keine Lymphdrainage durchgeführt werden. Vermutlich ist „nach Ostern erst wieder Mundschutz zu bekommen. Und Homeoffice ist für mich keine Option“, sagt Brockhaus. Die Hoffnung hat er allerdings noch nicht ganz aufgegeben. Hans Bernhard Brockhaus hofft auf die Textilbetriebe, die ihre Produktion auf Mundschutzmasken umstellen. Tatsächlich gäbe es auch eine Dame in der Nachbarschaft, die gut nähen könne. „Vielleicht habe ich ja auch Glück mit der Nachbarschaftshilfe“, erklärt Brockhaus weiter.

Mundschutz dient dem Schutz der Patienten

Der Mundschutz dient allerdings in erster Linie dem Schutz der Patienten. Es ist nicht gesichert, dass man durch das Tragen eines Mundschutzes das Infektionsrisiko mildert, so das Robert Koch-Institut. Trägt ein Infizierter den Mundschutz, kann das die Ausbreitung des Virus aber verlangsamen. Das Tragen von Schutzmasken sei deshalb also sinnvoll.

Momentan ist und bleibt die Praxis von Hans Bernhard Brockhaus jedenfalls erstmal zu. Aber: „Die Miete für die Praxis und auch die Wohnung laufen bisher wie gewohnt weiter“, richtet er im Gespräch mit der Redaktion aus. Mit seiner Vermieterin habe er noch nicht gesprochen. Deshalb könne er mehr dazu noch nicht sagen. „Wenn ein Engpass auftritt, dann ab Mai“, sagt Hans Bernhard Brockhaus weiter.

„Kompletter Stillstand“ in den Fahrschulen

In den Fahrschulen herrscht ebenfalls „kompletter Stillstand“, sagt Norbert Osterholt. In seiner Fahrschule findet weder theoretischer noch praktischer Unterricht statt. Die Kosten für die insgesamt 20 Fahrzeuge würden natürlich trotzdem weiterlaufen. „Für zwei Monate ist das machbar“, erklärt Norbert Osterholt, „aber keiner weiß ja, wie lange die Krise noch dauert.“

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Ganz eifrige Fahrschüler können sich trotz der Krise im Internet weiter anmelden. „Das Lernmaterial wird dann per Post zugeschickt“, teilt Norbert Osterholt der mit.

Auch von der Fahrschule Strothmann rollt kein Auto mehr über die Straßen. „Wir können nur warten, bis Besserung kommt“, sagt Christian Strothmann. Wann und wie es weiter geht, wisse noch keiner so genau. „Nach der Krise ist aber ein siebentägiger Crash-Kurs geplant“, so Christian Strothmann mit. So könnten theoretische Inhalte für die, die wollen, schnell nachgeholt werden. „Auch über die gewohnten Online-Programme ist das Üben weiterhin möglich“, sagt er.

Das Geschäft des Raumausstatters Demes im Südlohner Ortskern ist auch bis auf Weiteres geschlossen. Die Dienste werden aber weiterhin eingeschränkt angeboten. Dazu gehört unter anderem die Fertigung und Reinigung von Gardinen. „Teilweise sagen die älteren Kunden auch die Reinigung ab, das ist natürlich verständlich.“, sagt Marie-Theres Demes. „Wenn wir Gardinen anbringen, achten wir auch immer darauf, dass die Kunden in einem anderen Raum sind und wir genügend Abstand halten,“ sagt sie weiter.

Friseursalon wünscht Gesundheit

Seit dem vergangenen Donnerstag sind nach Aufforderung des Kreises Borken ebenfalls die Türen der Friseursalons zu. Noch bevor Ministerpräsident Armin Laschet die Schließung verordnete. Neben den sogenannten „systemrelevanten“ Unternehmen blieben die Salons noch lange geöffnet.

Das ist jetzt vorbei. Wenn man bei dem Friseursalon Haarfein am Kirchplatz durchklingelt, so ertönt der Anrufbeantworter. Das gesamte Team wünscht allen Kunden über den Anrufbeantworter viel Gesundheit. Und sie hoffen, die Kunden bald wieder „gesund begrüßen zu dürfen“.

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