Corona: Pflegeheime müssen Schnelltests in die Arbeitsabläufe integrieren

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Minister Karl-Josef Laumann kann es nicht schnell genug gehen mit den Schnelltests in Altenheimen. Nun, wo alle Einrichtungen die Testkits ordern, stellt sich die Frage. Sind sie verfügbar?

Heek, Ahaus, Südlohn

, 07.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gibt es aktuell in NRW rund 1000 infizierte Bewohnerinnen und Bewohner in Alten- und Pflegeheimen. Etwa die gleiche Anzahl an Pflegekräften habe sich ebenfalls infiziert. Deswegen sollen ab dem 8. November Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen zur Pflicht werden. Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Laumann am vergangenen Mittwoch (4.11.) an. Die Schnelltests gehören zur Nationalen Teststrategie des Bundes.

Minister Laumann nennt 8. November als Stichtag

Der 8. November als Stichtag – was macht zum Beispiel der Caritasverband Ahaus-Vreden in seinen drei Alten- und Pflegeheimen in Ahaus, Heek und Südlohn – wo doch die erste Charge der bestellten Testkits nach eigenen Angaben erst in der dritten Novemberwoche geliefert wird? Man bleibt gelassen. Zwar hat der Minister in der Pressekonferenz vom 8.11. gesprochen, aber in der geltenden Allgemeinverfügung des Landes NRW vom 2. November stehe, dass die Umsetzungspflicht eintrete, sobald die Tests vorliegen, erläutert Pressesprecher Christian Bödding.

„Das Ankündigen bleibt ihm unbenommen“, sagt Christian Bödding in Richtung Karl-Josef Laumann. „Aber er lässt uns ja Zeit, bis die Testkits vorliegen.“ Eine andere kleine Hürde hat der Caritasverband als Träger der Pflegeheime schon genommen: Der Kreis Borken hat die Zahl der Tests, die der Träger in seinem Konzept einkalkuliert hat, genehmigt. Soviel weiß der Caritasverband schon, „sonst haben wir noch nichts gehört“, so Christian Bödding.

Beim Kreis Borken seien rund 80 Konzepte eingegangen, teilt Sprecherin Ellen Bulten auf Anfrage mit. „Die Konzepte werden bei uns auf Plausibilität geprüft, also insbesondere darauf, ob die angegebenen Zahlen stimmig sind“, erläuterte sie. Die Zahl der Bewohner oder Patienten und die Zahl der dafür vorgesehenen Tests. „Das ist aber der kleinste Teil“, sagt sie.

Kreis hat schon Rückmeldung zur Test-Anzahl gegeben

Die ersten Konzepte sind bereits durchgesehen, und es sei jeweils auch direkt eine Rückmeldung an die Einrichtung oder den Anbieter ambulanter Pflege gegangen. Aber es müsse ja noch mehr geprüft werden, „da ist auch unser Fachbereich Sicherheit und Ordnung dran“, so Bulten. Wenn bei den Einrichtung Fragen zu den Mindestanforderungen der Konzepte auftauchen sollte, stehe dafür die WTG-Behörde (ehemals Heimaufsicht) zur Verfügung, betonte die Sprecherin des Kreises.

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„Wenn die Konzepte für die Einrichtungen vom Kreis genehmigt worden sind, müssen sie in die täglichen Arbeitsabläufe integriert werden“, blickt Christian Bödding nach vorn. Es gilt, bis dahin geschulte Mitarbeiter für die Durchführung der Schnelltests abzustellen. Mittlerweile sei klar geworden, dass auch Heilzerziehungspfleger zu den Pflegekräften zählen, die diese Aufgabe durchführen dürfen. „Das hilft uns enorm“, sagt der Pressesprecher mit dem Blick auf die Einrichtungen der stationären und ambulanten Behindertenpflege.

Der Caritasverband habe zwei Bestellungen für Test-Kits auf den Weg gebracht, die erste Lieferung ist für die dritte Novemberwoche angekündigt, bei der zweiten Bestellung legt sich der Hersteller nicht verbindlich auf einen Liefertermin fest, informierte Christian Bödding. Er nannte eine Zahl: Für alle Einrichtungen, ob für Alten- oder Behindertenhilfe und die Pflegedienste des Caritasverbands Ahaus-Vreden, seien 70.000 Tests bestellt worden.

Konzepte für fünf verschiedene Einrichtungen geschrieben

Allein für die stationären und ambulanten Einrichtungen der Behindertenhilfe des Caritasverbands seien pro Monat 2970 Tests geplant. Für die fünf verschiedenen Einrichtungen seien passgenaue Konzepte geschrieben worden – auch diese müssen vom Kreis genehmigt werden.

Nach den Buchstaben der Nationalen Teststrategie stehen 20 Tests stehen pro Bewohner im Monat kostenfrei zur Verfügung. Die Tests können auch für Personal und Besucher verwendet werden.

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