Coronavirus: CDU kann Bürgermeister-Kandidaten noch nicht wählen

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Die CDU kann noch keinen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl nennen. Zwei CDU-Mitglieder wollen ins Rennen um den Chefposten im Rathaus gehen. Das Coronavirus verzögert die Entscheidung.

Südlohn

, 12.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das allgegenwärtige Coronavirus macht natürlich auch vor der Kommunalpolitik nicht Halt. Die CDU in Südlohn und Oeding konnte bisher noch keine Mitgliederversammlung einberufen, um ihren Bürgermeisterkandidaten zu küren. Zur Wahl stehen Frank Engbers und Michael Schichel.

Bis es soweit ist, wird es auch noch einige Zeit dauern. Das sei aber auch noch kein Problem, da die Frist zur Nennung eines Kandidaten erst am 16. Juli abläuft. Darauf verweist Frank Engbers, der zugleich Vorsitzender der CDU-Ortsunion Südlohn-Oeding ist. Möglich sei sogar, dass diese Frist noch einmal verlängert werde. Auch da liefen aktuell auf Landesebene noch Gespräche.

Erst einmal wolle die CDU in Südlohn und Oeding bis nach Ostern warten. „Das ist ja erst einmal der Stichtag für sämtliche Anordnungen“, erklärt Frank Engbers.

Mitgliederversammlung wäre theoretisch jetzt möglich

Theoretisch sei es zwar möglich, die Mitgliederversammlung jetzt schon abzuhalten. „Das NRW-Innenministerium hat ja festgestellt, dass eine Aufstellungsversammlung für die Wahl eine notwendige Versammlung wäre“, sagt Frank Engbers. So eine Versammlung aber tatsächlich vor Ende April durchzuführen, sei in seinen Augen aber schlicht unverantwortlich. „Das jetzt auf Gedeih und Verderb durchzuziehen, ist doch einfach nicht zielführend“, sagt er auf Nachfrage.

Deswegen werde die CDU in Südlohn und Oeding auch keine Versammlung unmittelbar nach Ostern ansetzen. Sein Blick geht dabei eher in Richtung Mai.

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Die Gesundheit müsse vorgehen. Gerade auch mit Blick auf die Risikogruppen. Die würden aktuell besonders vor Versammlungen gewarnt. „Und denen können wir ja nicht die Möglichkeit nehmen, über den CDU-Kandidaten abzustimmen“, so Frank Engbers.

Digitale Lösungen kommen (noch) nicht in Betracht

Eine Absage erteilt er vorläufig digitalen Versammlungen oder einer Briefwahl zur Bestimmung des CDU-Kandidaten. „Das ist zumindest bisher rechtlich gar nicht möglich“, sagt er. Eine Mitgliederversammlung zur Bestimmung eines Kandidaten dürfe nur als Präsenzlösung organisiert werden. Heißt, dass die Mitglieder persönlich vor Ort über den Kandidaten entscheiden.

Ob sich das bis zur Wahl noch ändert sei natürlich offen. „Im Moment ändert sich die Lage ja fast täglich“, erklärt Frank Engbers.

Typischen Wahlkampf wird es dieses Jahr wohl nicht geben

Klar sei aber auch, dass der Wahlkampf in diesem Jahr anders verlaufe als vor anderen Wahlen. „Die klassischen Auftritte auf Veranstaltungen wie dem Josefsmarkt oder der Gewerbeschau fallen ja ganz einfach weg“, sagt er. Auch an den Haustüren sei im Moment keine Wahlwerbung möglich.

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„Da werden wir uns in diesem Jahr stärker auf digitale und gedruckte Medien ausrichten“, sagt er. Vom Prinzip her stehe da aber ja auch jede Partei, Gruppe oder jeder Einzelkandidat vor derselben Herausforderung. Er gehe weiter von einem fairen Umgang zwischen den Kandidaten aus. „Im Moment ruht der Wahlkampf ganz einfach noch“, sagt er. Aber das sei ja nicht nur in Südlohn und Oeding so, sondern in allen Kommunen. „Das Thema steht ja überall noch auf Halt“, erklärt er.

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Sicherlich führe das dazu, dass die Termine kurz vor der Wahl etwas hektischer verlaufen würden, als gewohnt. Aber auch damit müsse man sich arrangieren. Ursprünglich hatte die CDU die Mitgliederversammlung für den 23. März anberaumt, den Termin dann aber kurzfristig wegen der Corona-Krise absagen müssen.

Zwei Gegenkandidaten stehen schon fest

Gegen den schließlich von der Mitgliederversammlung bestimmten Kandidaten der CDU gehen zwei weitere Bewerber ins Rennen, deren Kandidatur schon feststeht: Maik van de Sand für die WSO – Offene Einwohnerbeteiligung und Werner Stödtke als unabhängiger Kandidat. Stödtke kann dabei auf die Unterstützung von SPD, UWG und FDP zählen.

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