Das geplante Kulturbürgerhaus soll in die Ortsmitte

rnKulturbürgerhaus Südlohn

Der Trägerverein Kulturbürgerhaus Südlohn hat am Montag sein Raumkonzept vorgestellt und betont, dass er einen zentralen Standort wünscht. Heute berät der Rat.

Südlohn

, 10.04.2019, 05:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist sicher eines der ambitioniertesten und größten Projekte, das in jüngerer Zeit in der Gemeinde in Angriff genommen worden ist: Das „Kulturbürgerhaus“, dessen Konzept und Raumprogramm am Montagabend von der Lenkungsgruppe des Trägervereins im Sitzungssaal des Rathauses vorgestellt wurde.

Um die bereits jahrelangen Planungen und die Realisierung dieses neuen kulturellen Zentrums der Gemeinde voranzutreiben, hatte sich am 29. Oktober vergangenen Jahres der „Trägerverein Kulturbürgerhaus Südlohn“ gegründet. Im Anschluss hatte sich dessen Vorstand und der Lenkungskreis mit einem Raumkonzept auf der Basis der vorliegenden Wünsche und Vorstellungen der künftigen Nutzer befasst.

Inzwischen hat der Gemeinderat auch das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für die Doppelgemeinde beschlossen, auf dessen Basis auch das Kulturbürgerhaus auf den Weg gebracht werden soll.

Kaum Politiker da

Der Einladung zu der Informationsveranstaltung am Montagabend waren allerdings trotz der Diskussionen im politischen Raum eher wenige interessierte Bürger gefolgt. Dass die Vertreter der im Rat vertretenen politischen Parteien fast gänzlich ausgeblieben waren, war wohl der Tatsache geschuldet, dass zeitgleich deren Fraktionssitzungen stattfanden.

Manfred Wanning, der Vorsitzende des Trägervereins, und Herbert Schlottbom vom Verein stellten die Projektbeschreibung vor. Diese und das Raumprogramm des neuen Zentrums stehen demnach auf vier wesentlichen Säulen: Musik, Kunst und Kultur, Begegnung und Jugend. Es gebe, so Manfred Wanning, für derartige Projekte einen Fördertopf „Soziale Integration im Quartier“ aus dem Bund-Länder-Investitionspakt. Dabei ist eine Förderung in Höhe von 90 Prozent der Baukosten möglich. „Das funktioniert aber nur noch bis September dieses Jahres“, gab Wanning zu bedenken.

Neue Standorte im Gespräch

Und da könnte es zu einem zeitlichen Engpass kommen. Wie berichtet, waren in der Ratssitzung im Februar noch zu dem bisherigen am ehemaligen Vereinshaus zwei weitere Standorte ins Gespräch gebracht worden: das Gelände der ehemaligen Fabrik Deelmann und die ehemalige Roncalli-Hauptschule an der Doornte. Nun hat die CDU-Ratsfraktion für die Ratssitzung am heutigen Mittwoch bei dem ein Tagesordnungspunkt „Standortanalyse Projekt Kulturbürgerhaus“ lautet, den Antrag gestellt, dass die Gemeindeverwaltung die drei Standortalternativen mit den Fördervoraussetzungen des von Manfred Wanning genannten Förderprogramms in Abgleich bringen soll. Dafür wären Gespräche mit der Bezirksregierung Münster notwendig. Weiter sollen die Kosten für den Bau und die Unterhaltung des Gebäudes ermittelt werden – für die jeweiligen Standorte

Manfred Wanning und seine Mitstreiter vom Trägerverein halten dieses Vorhaben allerdings für unnötig. Ihr favorisierter Standort bleibt der am ehemaligen Vereinshaus. Die Roncallischule und das Deelmann-Gelände seien, so die Mitglieder der Lenkungsgruppe am Montagabend übereinstimmend, keineswegs für das Projekt geeignet. Herbert Schlottbom: „Allein die räumlichen Anforderungen des geplanten kulturellen Zentrums wären dort sicher nicht realisierbar.“

Befürchtungen

Auch wurden Befürchtungen laut, dass bis zum Ergebnis des Arbeitsauftrags der Verwaltung vermutlich die Förderfrist abgelaufen wäre und man sich nach einer neuen Finanzierung umsehen müsse. Der Trägerverein will nun das von Herbert Schlottbom sehr detailliert und konkret verfasste Raumprogramm und die ausführliche Projektbeschreibung der Gemeinde überreichen. Falls in der heutigen Ratssitzung ein Gutachten für die Stadtortwahl beschlossen wird, soll die Verwaltung das Gesamtkonzept als Entscheidungsgrundlage an ihn weitergeben.

Auszüge aus dem Raumprogramm

  • Der Trägerverein wünscht sich für das Kulturbürgerhaus einen Ort zentral im Ort am historischen Ortskern, das vorhandene Probenhaus der Musikkapelle solle miteinbezogen werden.
  • Die Optimalvariante des Raumprogramms beinhaltet Foyer, Teeküche mit Abstellraum, Garderobe, Sanitärbereich von allen anliegenden Räumen zugänglich, großer teilbarer Saal mit rund 300 Sitzplätzen, sehr gute Akustik, Bühne – 18 Meter breit, 10 Meter tief, mindestens sechs bis acht Nebenräume ab 15 Quadratmetern Größe, Lagerräume für Stühle, Tische, mobile Bühnenelemente, Musikinstrumente.
  • Genutzt werden soll das Kulturbürgerhaus für Musik/Gesang/Tanz, Kunst und Kultur (Theater, Kleinkunst, örtliche Gruppen/Vereine/Verbände, Workshops, Ausstellungen), Begegnungen (Versammlungen, Seminare, Tagungen).
  • Gewünscht ist eine Integration des Jugendhauses Oase mit Jugend-Kunstwerkstatt.
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