Das große Hochregallager bei Bewital für rund 9 Millionen Euro wird wohl erst 2020 gebaut

rnPlanung zieht sich hin

Bei Bewital wird zwar gebaut, doch das geplante Hochregallager lässt noch auf sich warten. Der Bau beginnt wohl erst im Sommer 2020. Doch das sieht die Geschäftsführung gelassen.

Südlohn

, 17.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei Bewital an der Industriestraße drehen sich seit dieser Woche die Baukräne. Doch noch nicht wegen des angekündigten Hochregallagers. „Wir erweitern aktuell die bestehende Gebäudehülle“, erklärt Bewital-Geschäftsführer Jürgen Petershagen. Die Anlagen, die bisher frei auf dem Dach des Gebäudes stehen, sollen somit unter eine Hülle kommen.

Davon verspricht sich das Unternehmen auf der einen Seite eine bessere Isolation und ein besseres Arbeitsklima. Gleichzeitig soll der Lärm, der von den Maschinen ausgeht, eingedämmt werden. Zusätzlich entstehen dort eine kleine Lagerhalle und ein modernes Labor für die Qualitätssicherung und Forschung.

Arbeiten für Hochregallager verzögern sich um ein Jahr

Und das angekündigte Hochregallager? Dafür sollten die Bauarbeiten, so zumindest die Planung im Südlohner Rat Mitte 2018, eigentlich auch im zweiten Quartal dieses Jahres starten. „Wir sind ein bisschen hinter dem Zeitplan“, erklärt Jürgen Petershagen. Das sei jedoch gar nicht schlimm. Das Unternehmen sei noch in der passenden Zeitschiene.

Den Baubeginn schätzt er nun auf das zweite Quartal 2020 ein. „Wenn es eher geht, ist das gut, wenn nicht, ist es nicht schlimm“, erklärt er. Zunächst sollen auf jeden Fall die aktuellen Erweiterungsarbeiten abgeschlossen werden. Die werden sich nach aktuellen Planungen bis Ende des Jahres hinziehen.

Neues Gebäude wird wohl etwas kleiner als zunächst geplant

Aktueller Plan: Bis Ende August sollen die Unterlagen für den Bauantrag fertig und an die Behörden verschickt sein. Bis dahin werde auch noch an Details der Planung gearbeitet. So kann er aktuell nicht genau sagen, wie groß das Hochregallager einmal wird. Mit der Maximalhöhe von 38 Metern war er vor etwas über einem Jahr an den Rat der Gemeinde herangetreten. Die Politiker hatten einstimmig grünes Licht gegeben. „Es wird aber am Ende wohl etwas kleiner“, so Petershagen am Freitag gegenüber unserer Redaktion.

Klar ist aber schon, dass Bewital für das neue Hochregallager und Logistikzentrum rund 8,5 bis 9 Millionen Euro investiert. „Eindeutig das größte Projekt für uns in der nahen Zukunft“, so Petershagen. Nicht nur aus finanzieller sondern auch aus planerischer Sicht eine wirklich große Aufgabe: „Das Grundstück ist ja sehr kompakt. Da müssen wir zusehen, dass wir alles passend unterbekommen.“ Das Hochregallager soll einmal auf dem Grundstück gebaut werden, wo heute noch die Lastzüge der Spedition Westtrans geparkt werden.

Lagergebäude soll sich ins Gesamtbild einfügen

Gleichzeitig soll es sich so gut es geht in das Gesamtbild des Gewerbegebietes einfügen. Bedeutet ein neues Lager denn nicht auch gleichzeitig Technisierung und damit Rationalisierung also den Verlust von Arbeitskräften? Jürgen Petershagen schüttelt vehement mit dem Kopf. „Nein, durch das neue Gebäude werden wir keine Mitarbeiter abbauen“, sagt er. Natürlich werde dort neue Technik installiert, das bedeute aber keinen Verlust von Arbeitsplätzen.

Das große Hochregallager bei Bewital für rund 9 Millionen Euro wird wohl erst 2020 gebaut

Auf dem Dach der bestehenden Gebäude wird gerade gearbeitet. Das Hochregallager soll nördlich der Industriestraße gebaut werden. Da parken aktuell noch die Westtrans-Lastwagen. © Stephan Teine

Das Lager ist inzwischen auf 50 Mitarbeiter in zwei Schichten angewachsen. Das hatte Christof Sicking, kaufmännischer Betriebsleiter bei Bewital, im August 2018 dem Rat erklärt. „Die Lage ist jetzt eigentlich unverändert“, sagt Jürgen Petershagen. Insgesamt hat die gesamte Bewital-Gruppe 450 Mitarbeiter. Auch weil sich das Geschäft auf der gleichen – guten – Basis weiterentwickle. „Durch das neue Gebäude werden wir keinen Sprung bei den Mitarbeiterzahlen machen, aber stetig weiterwachsen“, sagt er.

Aktuelle Lagerung ist nicht mehr wirtschaftlich

Den Bedarf für ein neues Lager hatten Christof Sicking und Jürgen Petershagen auch den Politikern im Südlohner Rat erklärt. Durch die momentan weit verstreute Lagerung von Produktionsgütern und fertigen Waren müssen einzelne Paletten während der Produktion teils gleich mehrfach verladen und transportiert werden. „Das ist einfach nicht wirtschaftlich“, so der Geschäftsführer. Durch den Neubau des Lagers sollen alle Prozesse verbessert und Transportfahrten – auch innerhalb der Gemeinde – vermindert werden.

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Und was wird aus der Industriestraße?

Noch kein Zeitfenster gibt es für den langfristigen Plan des Unternehmens, die Industriestraße dem eigenen Grundstück zuzuschlagen. Auch darüber hatte der Rat bereits diskutiert und stand der Umwidmung der Straße zwischen den einzelnen Bewital-Grundstücken positiv gegenüber. „Wir forcieren diesen Plan aber aktuell nicht“, erklärt Jürgen Petershagen.

Unternehmen wie auch das neue Hochregallager würden auch mit der Straße gut funktionieren. Auf lange Sicht sei es aber einfach wünschenswert und angenehm, wenn die Straße zwischen den einzelnen Werksflächen verschwinden würde. „Das ist aber überhaupt nicht zeitkritisch“, so Petershagen.

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