Das Wohl der Kinder hat Priorität

Belastete Grundschule

Ergebnisse über die Untersuchungen zu weiteren Schadstoffbelastungen in der St.-Vitus-Grundschule oder beispielsweise in der Roncalli-Hauptschule liegen derzeit noch nicht vor. Das erklärte Bürgermeister Christian Vedder in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Über das weitere Vorgehen wurde diskutiert.

SÜDLOHN

, 03.11.2016, 19:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Wohl der Kinder hat Priorität

St. Vitus Grundschule in Südlohn

In der letzten Woche der Herbstferien (wir berichteten) wurden erneut Schadstoffuntersuchungen durchgeführt, nachdem in der St.-Vitus-Grundschule Schadstoffwerte gefunden wurden, die eine finanziell aufwendige Sanierung des Neubautraktes erforderlich machen. Möglicherweise müssen die Kommunalpolitiker sogar über einen Abriss (wir berichteten) nachdenken.

Externen Sachverstand holen

Soweit ist es aber noch nicht. In dieser Woche hat die Verwaltung zunächst einen Termin mit externen Beratern, die mit Blick auf die Gesamtsituation eine Empfehlung über die weitere Entwicklung am Südwall gegen sollen. „Ich wundere mich ein wenig“, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Frieling. Schon im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung im Juni habe der Bürgermeister das Wort „Abriss“ verwendet. Vor den Herbstferien hätten die genauen Informationen zu Schadstoffbelastungen vorgelegen.

„Die Ergebnisse sagen, dass wir mittelfristig handeln müssen“, drängte Frieling und räumte „dem Wohl der Kinder und Beschäftigten“ höchste Priorität ein. „Für eine mögliche Sanierung der Schule gilt die PCB-Richtlinie NRW“, geht Frieling davon aus, dass die Gebäudesanierung „luftdicht und unter Atemschutz“ erfolgen muss. Ein Aufwand, der viel Zeit kostet. „Ich kann nicht die eine Hälfte der Schule evakuieren – über Jahre – und dann soll der Schulbetrieb stattfinden“, findet Frieling. Und: Da im Altbau der Schule auch Schadstoffe gefunden wurden, wenn auch nicht in dem Maße wie im Neubau, stellt sich für den Fraktionschef die Frage, „ob der Schulstandort für eine gewisse Zeit überhaupt aufrecht erhalten werden kann“.

Entscheidung braucht Zeit

Bei dieser Aussage lenkte Frieling den Blick in Richtung Roncalli-Hauptschule. Die läuft zum Schuljahresende 2016/2017 aus, der Kreis will die Gebäude dann für eine seiner Förderschulen anmieten (wir berichteten am Samstag). „Wir brauchen belastbare Zahlen“, drängte Frieling, damit die Entscheidungen fallen könne, wie es mit der Vitus-Schule weitergeht. „Wenn das Ganze zwei bis drei Jahre dauert, dann müssen wir über etwas anderes nachdenken“, sagte Frieling. „Das Projekt ist schwierig“, erklärte Bürgermeister Christian Vedder. Daher ziehe die Verwaltung externe Experten hinzu. Und: Neben der Politik sollen auch Lehrer und Eltern einbezogen werden. „Sanierung durch Abriss kann eine Methode sein“, erklärte der Bürgermeister. „Wir können nicht sofort sagen, das machen wir jetzt“, bat Christian Vedder um etwas Zeit.

Vor dem genannten Hintergrund sieht Ingo Plewa (CDU) die Hauptschule als „mögliche Notlösung“ (wir berichteten). Sobald die Expertise der externen Fachleute vorliegt, soll das Thema erneut in die politischen Gremien. Bis dahin heißt es für die Grundschule am Südwall: Fenster auf und lüften. Im Sommer jedenfalls wurden Fenster und Türen losgestellt. Das muss in der kalten Jahreszeit allerdings etwas reduziert werden.  

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