Der Schulmanager

Südlohn Leise trommelt der Regen auf das Dach der Roncalli-Schule. Im Gebäude herrscht gespenstische Stille. Kein Wunder. Alle haben Ferien - beinahe zumindest. Nur einer weicht nicht von der Lehrstätte: Hausmeister Walter Funke.

04.07.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hoch auf die Leiter ist er gerade geklettert, um eine defekte Birne auszuwechseln. Der gelernte Elektriker schmunzelt. Die Hände in den Schoß legen? Nur weil die Schüler nicht da sind? Für ihn undenkbar. Schließlich gibt es immer jede Menge zu tun - erst recht in den Ferien. Ob neue Filter für die Lüftungsanlage einsetzen, die Geräte in der Turnhalle warten, Handwerker bestellen oder die Grünanlagen pflegen. In der Zeit, wo die Schüler weg sind, wird alles erledigt, was sonst häufig liegen bleiben muss.

Viele Reparaturen

Doch Funkes Hauptprojekt sind zurzeit die neuen Sanitäranlagen im Erdgeschoss. «Da pack ich natürlich mit an» , stellt er tatkräftig fest. Das Gebäude sei schließlich 35 Jahre alt. Da fielen viele Reparaturen an.

Der Hausmeister muss es wissen. Denn schon fast 18 Jahre kümmert er sich um Schule - und Schüler. Damals hat der Vater von vier heute erwachsenen Kindern noch im Schichtdienst gearbeitet. «Irgendwann habe ich gedacht, ich seh gar nicht, wie die Mädchen groß werden.»

Rückblickend ist er froh über den Wechsel. In der Schule zu arbeiten, sei wie einen großen Haushalt zu führen. Dabei ist er nicht nur Handwerker, Elektriker, Gärtner und Sicherheitsmann in einer Person. Auch sein pädagogisches Geschick ist jeden Tag aufs Neue gefragt, wenn vor allem die jüngeren unter den rund 300 Schülern mit ihren kleineren und größeren Sorgen zu ihm kommen. «Du Walter, reparierst du mir mal die Bremse, heißt das dann.» Ein freundschaftliches Verhältnis zu den Kindern ist ihm wichtig. «Dann gibt's auch weniger Randale», ist der 53-Jährige überzeugt. Doch manchmal greift er auch hart durch. Wenn Kinder ihre Mitschüler mobben, hört bei ihm der Spaß auf.

Keinen Tag bereut

Und die Stille? Das muss doch pure Erholung sein? Der Hausmeister lacht. Wochen vorher freut er sich schon auf die Ruhe, gesteht Funke. «Doch nach einiger Zeit bin ich froh, dass es wieder losgeht. Das fehlt einem.» Viel Freizeit bleibt ihm nicht. Sieben Tage die Woche Rufbereitschaft, so beschreibt er seinen Job. Denn in den vergangenen Jahren sind viele Abend- und Wochenendveranstaltungen dazu gekommen. Doch das alles ist nicht so schlimm. Er winkt ab. «Ich habe es nicht bereut.» Und bald beginnen ja auch seine Ferien. Dann fährt der Hausmeister erst mal weg - weit weg von der Schule. kh

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