Deutschkurs für Ausländer jeden Mittwoch

Familienzentrum

OEDING Auf dem Tisch liegen eine Packung Nudeln, ein Beutel Zwiebeln, ein Glas Spargel und weitere Lebensmittel. Theresia Schleif hält die Nudeln hoch: „Makkaroni“ sagt ein Teilnehmer des Deutschkurses. Ganz streng gesehen, enthält die Packung Fusilli, aber vor allem Nudeln – und auf dieses Wort kommt es an.

von Von Georg Beining

, 03.12.2009, 16:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die deutsche Sprache in Wort und Schrift steht jeden Mittwoch auf dem Stundenplan von 14 Frauen und Männern , die aus aller Welt ins Westmünsterland gekommen sind.

Die deutsche Sprache in Wort und Schrift steht jeden Mittwoch auf dem Stundenplan von 14 Frauen und Männern , die aus aller Welt ins Westmünsterland gekommen sind.

Einige der Menschen, die an diesem Mittwochnachmittag im Familienzentrum am Grünen Weg an den Tischen sitzen, haben bereits mehrere dieser Schritte zurückgelegt. Andere stehen noch am Anfang. Es sind ganz unterschiedliche Gründe, die diese Menschen aus aller Welt in das kleine Grenzorf geführt haben. Die Spanierin, die erst zehn Jahre in den Niederlanden gelebt hat. Die Brasilianerin, die einen Oedinger geheiratet hat. Die schmale Frau aus Eritrea mit dem ernsten Gesicht, die vor dem Krieg geflüchtet ist und deren Familie immer noch in dem afrikanischen Land ausharren muss. Der junge Mann aus dem Irak, der aus politischen Gründen seine Heimat verlassen hat. Monique aus Surinam mit ihrer Tochter Régine, die seit 30 Jahren in Holland leben und die nun in Stadtlohn arbeitet.

Oder die Türkin, die seit 17 Jahren in Deutschland lebt und bisher kaum die Sprache gelernt hat. Mutter und Sohn (acht Jahre), geboren in Frankreich, dann nach Holland gezogen. Der Sohn geht in die Oedinger Grundschule und lernt dort im Umgang mit den anderen Kindern viel schneller Deutsch als seine Mutter. Auch eine Koreanerin, die hier hergeheiratet hat, nimmt am Kurs teil und sagt offen: „In Korea ist es viel schöner. Aber Deutschland ist so sicher.“ Dieses Argument vertritt auch Vilma Machado. Angst vor kriminellen Übergriffen haben sie und ihre Familie aus Brasilien vertrieben.

Sicherheit und Liebe – oder auch Scheidung – sind die häufigsten Gründe, die diese 14 Menschen zusammengeführt haben – für ein kurzes oder längeres Stück ihres Lebenswegs. Gemeinsam gehen sie jeden Mittwoch kleine Schritte in ihren neue Alltag, erlernen die Sprache, die dafür so wichtig ist.

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