Die Gemeinde lebenswerter machen

Philipp Ellers im Interview

"Somit" - hinter diesem Namen verbirgt sich Südlohn - Oeding - Marketing - Information - Tourismus.Seit einem Jahr ist Philipp Ellers hauptamtlicher Mitarbeiter des Gemeindemarketings. Im Interview spricht er über die ersten zwölf Monate in der Gemeinde.

Südlohn

, 28.07.2017, 18:48 Uhr / Lesedauer: 3 min
Philipp Ellers ist seit einem Jahr hauptamtlicher Mitarbeiter des Somit.

Philipp Ellers ist seit einem Jahr hauptamtlicher Mitarbeiter des Somit.

Herr Ellers, vor fast genau einem Jahr sind Sie ihren Dienst beim Somit angetreten. Wie fällt ein erstes Fazit aus?

Durchweg positiv. Ich bin sehr offen empfangen worden, was mir den Einstieg natürlich sehr erleichtert hat. Ein wesentlicher Faktor war natürlich meine Mitarbeiterin Andrea Hoeper, die mich die erste Zeit sehr eng begleitet hat. Ich bin angekommen nach acht Jahren Bad Ems, das kann ich mit Überzeugung sagen.

Sie hatten angekündigt, dass es eine erste wichtige Aufgabe sei, Kontakte zu knüpfen…

Das stimmt. Sicher kannte ich als Stadtlohner die Region und was sich dort tut. Aber: Gerade im Gemeindemarketing ist es unabdingbar, die lokalen Hauptakteure zu kennen, das Zusammenspiel aufzunehmen. Also habe ich in dem Jahr viele Gespräche geführt, mich vielfach vorgestellt. Ich bin aber weit davon entfernt zu sagen, dass dieser Prozess abgeschlossen ist. Gemeindemarketing funktioniert bei aller Digitalisierung auch heute noch am besten über das persönliche Gespräch.

Waren die Erfahrungen, die Sie seit 2008 im Stadtmarketing in Bad Ems gemacht haben, ein hilfreiches Fundament?

Auf jeden Fall. Die Struktur der Gemeinden ähnelt sich, auch wenn die Menschen natürlich ihre eigenen, besonderen Eigenheiten besitzen. Ein großer Unterschied ist aber, dass ich in Südlohn und Oeding viel mehr direkten Kontakt zu Touristen und Gästen habe. So bekomme ich viel mehr direktes Feedback. Apropos Feedback: Wir wollen natürlich die Gemeinde noch lebenswerter machen, dafür sind wir aber auch auf die Unterstützung und die Ideen und Anregungen aus dieser angewiesen. Unsere Türen stehen immer offen.

Neben dem Ankommen läuft das Tagesgeschäft natürlich weiter…

Richtig. Und wir im Team mit den vielen ehrenamtlich Engagierten, ohne die zielführendes Gemeindemarketing nicht möglich wäre, haben in dem Jahr einiges bewegt, denke ich. Dazu kam natürlich noch der Umzug vor gut einem halben Jahr an den Burgring. Bei diesem Projekt haben wir viel Unterstützung erfahren, vor allem auch von Rat und Verwaltung. Auch sonst läuft die Zusammenarbeit dorthin und zu den vielen Interessensgruppen sehr harmonisch, vieles wird auf dem kurzen Dienstweg erledigt. Wir haben uns gut eingelebt und spüren, dass der Publikumsverkehr im Gegensatz zum Rathaus deutlich zugenommen hat. Und dann war ja noch Handlung gefragt, als es unsere Vorsitzende Barbara Reinhardt beruflich nach Schleswig-Holstein verschlug und Verena Hoeper die Position kommissarisch übernahm.

Viele bestehende Projekte stellten für Sie eine Premiere dar…

Auch das stimmt. Deshalb ist Gemeindemarketing auch Teamarbeit, so dass ich mich schnell dank vieler emsiger Akteure orientieren konnte. Ein Beispiel ist die Hüttentour mit den vielen engagierten Gastronomen und Wirten. Viel Arbeit. Aber wenn man am Sonntagmorgen die vielen Radfahrer sieht, dann empfindet man das auch als eine Art Wertschätzung. Ein gutes Gefühl. Auch neu für mich war die enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit unseren niederländischen Partnern, von der beide Seiten im Grenzgebiet stark profitieren. Grundsätzlich bringt dieser Job keine wirkliche Routine mit, das macht ihn auch so spannend.

Gibt es schon Dinge, die Sie zeitnah anschieben wollen?

Einen Plan, den wir in der Schublade haben, ist der für ein Couponheft. Die weiter - auch im kreisweiten Vergleich - sehr guten Übernachtungszahlen mit viel Potenzial wollen wir so nutzen, um mehr Kaufkraft in die Gemeinde zu ziehen. Zudem lassen wir derzeit neue Imagebilder erstellen, um die Gemeinde von heute abzubilden - im Ergebnis in einer neuen Broschüre. Ein drittes Projekt wird die Ehrenamtsgala sein, die wir nach fünf Jahren am 18. November wieder aufleben lassen wollen. Das ist uns und mir persönlich eine Herzensangelegenheit.

Nach dem Geografie-Studium konnten Sie nach dem Einstieg in Bad Ems schnell und umfangreiche Erfahrungen im Stadtmarketing sammeln. Ist eine Entwicklung zu spüren?

Auf jeden Fall. Wie der Prozess des Kontaktknüpfens und -pflegens ist auch der des Gemeindemarketings übergeordnet und mit seinen vielen Facetten ein laufender. Das Anforderungsprofil ist ebenso gewachsen wie die Ansprüche. Dem versucht man gerecht zu werden. Man ist grundsätzlich ein Vermittler zwischen vielen Handlungspartnern in einer Gemeinde. Netzwerken pur, das macht mir einfach Spaß. Diese Energie zu bündeln und zu einem Ergebnis zu führen, das natürlich auch verträgliche Kompromisse beinhaltet, bringt unser Motto "gemeinsam aktiv" sehr gut zum Ausdruck.

Hatten Sie parallel zum beruflichen Einstieg auch die Chance, privat wieder in der Heimat anzukommen?

Ohne das geht es gar nicht, man muss sich in jeder Hinsicht wohlfühlen, um neue Dinge mit der notwendigen Sicherheit anzugehen. Die engen Kontakte in die Heimat sind in der Zeit nie abgerissen. Allerdings stimmt es auch, dass man diesen Schritt irgendwie auch jetzt machen musste. Sind die Kinder einmal schulpflichtig, ist man doch ganz anders eingebunden in den Wohnort. So kann man die Chance, die sich beim Somit ergab, gerade zu diesem Zeitpunkt als glückliche Fügung bezeichnen. Man bleibt in dieser attraktiven Region verwurzelt und mit den Menschen verbunden. Und ganz ehrlich: Während der gesamten Zeit haben wir natürlich das Geschehen in der Heimat in der Münsterland Zeitung verfolgt.

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