Digitale Tafeln in Oedinger Grundschule starten erst mit deutlicher Verspätung

rnNeues Förderprogramm

Die digitalen Tafeln für die Oedinger Grundschule sollen kommen. Weil die Gemeinde auf Förderung hofft, wurde die Anschaffung aber nochmal verschoben. Das sehen die Lehrer mit großer Sorge.

Südlohn

, 26.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schüler an der Oedinger Grundschule sollen an digitalen Tafeln lernen. Weil der Unterricht dort moderner und interaktiver gestaltet werden kann, als an den üblichen Kreidemodellen. Doch die Anschaffung der insgesamt 56.000 Euro teuren Geräte zieht sich.

Für den Medienbeauftragten der Oedinger von-Galen-Schule werden schlimme Befürchtungen wahr: Eigentlich sollten die digitalen Tafeln in den Klassenräumen in den Sommerferien installiert werden. In den Ferien wäre der Aufbau und die Einarbeitung der Lehrer ohne Probleme möglich gewesen. „Jetzt stehen wir vor einem Problem“, sagt Sebastian Terhart, Lehrer an der Oedinger Grundschule.

Umstellung von einem auf den anderen Tag klappt nicht

„Wir können uns nicht nebenbei auf die neue Technik einstellen“, sagt er. Genau dieses Szenario befürchtet er aber. „Nachher läuft es so, dass die Geräte plötzlich da stehen und wir uns von einem auf den anderen Tag umstellen müssen.“

Aber wo kommt die neue Verzögerung überhaupt her? Schließlich hatte der Rat gerade erst grünes Licht für die Anschaffung gegeben:

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Die Verwaltung hat im vergangenen Schulausschuss ein neues Förderprogramm ins Spiel gebracht. Über die digitale Bildungsregion Berkel-Schlinge könnte etwas mehr als die Hälfte der Kosten für die Tafeln gefördert werden. Dafür muss die Gemeinde aber noch die entsprechenden Anträge stellen – und auf die Bewilligung der Mittel warten. Für die Sommerferien wird das zu knapp. „Das müsste schon über-optimal laufen, damit das noch klappt“, erklärte dazu Werner Stödtke von der Südlohner Verwaltung.

Zwei unterschiedliche Programme, zwei unterschiedliche Beschlüsse

Das stieß auch den Südlohner Politikern sauer auf. „Es ist nicht in Ordnung, wenn Ratsbeschlüsse nicht eingehalten werden“, donnerte Dr. Joachim Musholt. Die Anschaffung der Tafeln müsse passend zu den Sommerferien durchgezogen werden. Betont ruhig konterte Werner Stödtke, dass es sich bei den Beschlüssen um zwei unterschiedliche Paar Schuhe handele. „Es geht um verschiedene Förderprogramme“, sagte er. Würde die Verwaltung diese nicht vorstellen, würde das auch wieder für Kritik sorgen. Mit den neuen Fördermitteln würde sich die Gemeinde lediglich einige Monate Zeitverlust einkaufen.

Zusätzlich hängen in diesem Förderprogramm auch die Schulen in Gescher, Stadtlohn und Vreden. „Würden wir jetzt vorpreschen und die Tafeln anschaffen, könnte das für die ganze Region förderschädlich sein“, erklärte Stödtke.

Das sah schließlich auch Musholt ein: „Im Interesse der anderen Kommunen bin ich zu diesem Kompromiss bereit“, sagte er. Dennoch sei er für die Glaubwürdigkeit der Politik und forderte die zügige Anschaffung der Tafeln.

Lehrer kämpfen mit Verzögerung

Die Verzögerung ist Sebastian Terhart ein Dorn im Auge. „Seit 2017 kämpfe ich für die Anschaffung der Tafeln. Die Mittel sind endlich im Haushalt eingeplant.“ Da sei es nur schwer nachzuvollziehen, dass die Anschaffung immer wieder verschoben wird. „Vor allem, weil es ja auch nicht die letzte Anschaffung für digitale Infrastruktur sein wird. Für die könnte man ja immer noch Fördermittel beantragen“, sagte er unserer Redaktion. Mit Blick in die betroffenen Nachbarkommunen konnte aber auch er die Diskussion zwischen Verwaltung und Politik verstehen.

Einen Zeitpunkt für die Installation der Tafeln konnte Werner Stödtke noch nicht nennen. „Wir möchten die Förderung nutzen und verschieben es bis in den Herbst“, sagte er. Dem stimmte der Schulausschuss zu.

„Wenn wir es wenigstens zu den Herbstferien schaffen könnten, wäre uns ja schon geholfen“, sagt Sebastian Terhart.

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