Doornte wird zum Schleichweg

Wegen der B70-Baustelle

Der Verkehr fließt nur noch in eine Richtung durch die Baustelle auf der Bundesstraße 70. Das hat Reaktionen ausgelöst: bei Autofahrern und Politikern.

SÜDLOHN

29.09.2017, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Doornte wird zum Schleichweg

Die Verkehrsbelastung auf der Doornte hat sich durch die halbseitige Sperrung der B 70 erhöht.

Die Bauarbeiten auf der Bundesstraße sind mit Beginn der Woche in eine neue Phase gegangen. Das hat eine Veränderung mit weitreichenden Folgen mit sich gebracht: Die Straße ist vom Abzweig nach Südlohn bis zur Einmündung der Kreisstraße 21 kurz vor Oeding halbseitig gesperrt. Der Verkehr fließt nur noch von West nach Ost. In umgekehrter Richtung müssen die Autofahrer diesen Abschnitt umfahren – und wählen dafür häufig eine Strecke, die nicht als Umleitung vorgesehen war: über die Doornte. Kurzfristig war das Thema auf die Tagesordnung des Bauausschusses gekommen. Die CDU hatte das beantragt. Die Mehrbelastung für die Südlohner gibt es durch die Sperrung demnach offensichtlich nicht nur auf der Doornte: Auch die eigentlich dafür vorgesehene Umleitung, die Kreisstraße 14, muss jetzt mehr Autoverkehr schlucken.

Über Wirtschaftswege

Hinzu kommt Schleichverkehr, der es über Wirtschaftswege probiert. Bauamtsleiter Dirk Vahlmann berichtete, dass die Gemeinde dazu auch in Kontakt mit der Polizei und Straßen.NRW stehe. Dort hat es bereits erste Reaktionen gegeben. Das berichtete Heinrich Harpering von der Abteilung Bau des Landesbetriebs. „Das Problem war schon aufgetreten, als kürzlich die Straße drei Tage lang voll gesperrt werden musste, weil ein großer Autokran aufzubauen war“, sagte er.

Umleitung frühzeitig ausgeschildert

Es war also keine Überraschung für die Verantwortlichen, als sich die Verkehrsströme neue Wege durch Südlohn suchten, nachdem die Bundesstraße seit Anfang der Woche nur noch in eine Richtung befahrbar war. Vertreter des Landesbetriebs hätten sich die Situation gemeinsam mit der Polizei angeschaut. Eine Konsequenz aus der neuen Lage: Eine entsprechende Beschilderung weist Autofahrer jetzt bereits auf der Bundesstraße 525 zwischen Gescher und Südlohn auf eine Umfahrungsmöglichkeit hin: Diese führt über die Kreisstraße 14 und weiter über die Robert-Bosch-Straße durchs Gewerbegebiet in Südlohn, über die Landstraße 572 zum Kreisel, an den die Umleitung über die Kreisstraße 14, Vennstraße, den Verkehr in Richtung Westen ableiten soll. Das sorge auch für eine Entlastung am Knotenpunkt und am freien Stück des Fresenhorstes.

Viel los am Wochenende

Heinrich Harpering appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, möglichst den ausgeschilderten Empfehlungen zu folgen. „Gerade für dieses Wochenende und den Tag der Deutschen Einheit ist zu erwarten, dass das Verkehrsaufkommen in Richtung Niederlande sehr hoch sein wird.“ Er rät, andere Routen zu wählen. Dass die Doornte für viele Fahrer eine Alternative auf dem Weg nach Oeding darstellt, ist Harpering bekannt. Das sei so nicht vorgesehen gewesen, könne sich aber nicht vermeiden lassen – trotz der Hinweisschilder: „Viele folgen ihrem Navi, und Ortskundige kennen die Strecke sowieso.“ Eine Sperrung komme als Alternative wohl nicht in Frage, erklärte Harpering mit Blick auf die Klassifizierung der Doornte als Kreisstraße: „Das wird nicht einfach so möglich sein.“ Warum gab es aber keine Ampelregelung für die Baustelle und damit Verkehr in zwei Richtungen? „Dann hätten wir viele kleine Bauabschnitt einrichten müssen, mit allen Folgen“, so Heinrich Harpering: Die Bauarbeiten würden viel länger dauern und wesentlich höheren Aufwand bedeuten – und mehr Kosten.

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