Drei Kandidaten wollen Einwohner wieder für Politik begeistern

rnRatssitzungen

Wie können die Einwohner für Politik begeistert und stärker in Entscheidungen einbezogen werden? Sprechstunden, bessere Informationen und mehr Debattenkultur im Rat sollen es regeln.

Südlohn

, 08.09.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Haushaltsplanungen, weitreichende Entscheidungen für die Zukunft in den Ortsteilen Südlohn und Oeding, Bauplanung, Schulentwicklung – die 26 ehrenamtlichen Politiker in der Gemeinde bestimmen, wo es lang geht. Meistens tun sie das praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Denn obwohl der Großteil der Entscheidungen in öffentlichen Sitzungen gefällt wird, bleiben die Zuschauersitze meistens leer. Das Interesse an den politischen Sitzungen in der Gemeinde ist – freundlich gesagt – eher überschaubar.

Bürgermeisterkandidaten wollen für Politik begeistern

Alle drei Bürgermeisterkandidaten, die sich am Sonntag, 13. September, in Südlohn und Oeding zur Wahl stellen, wollen die Beteiligung der Einwohner verbessern. Doch was genau haben sie vor? Wie wollen sie die Menschen im Ort für Politik interessieren? Bei der Podiumsdiskussion der Münsterland Zeitung in der Jakobihalle wollten wir genau das von ihnen wissen.

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Wie wollen die Bürgermeisterkandidaten die Menschen in Südlohn und Oeding für Politik begeistern

Bessere Debattenkultur und mehr sachkundige Bürger

Werner Stödtke (parteilos): „Man muss an der Debattenkultur arbeiten. In der Vergangenheit wurde zu Beginn der Sitzungen oft nicht-öffentlich darüber diskutiert, ob dieser oder jener Tagesordnungspunkt verschoben werden soll oder nicht. Das interessiert keinen Menschen und sollte eigentlich im Vorfeld mit der Verwaltung längst geklärt sein, falls es Änderungen gibt. Dann sollte direkt eingestiegen werden. Außerdem sollten mehr sachkundige Einwohner in die Ausschüsse und dort auch abschließend über Themen entscheiden.“

Informationen besser aufbereiten und ein Ampelsystem

Frank Engbers (CDU): „Grundsätzlich ist es wichtig, die Informationen, die wir bereitstellen, verdaulicher darzustellen. Klar, die Ratsmitglieder brauchen umfassende Informationen. Die Bürger wollen aber auf einen Blick in 30 Sekunden lesen, was sind die Fakten. Wie bei einem Elevator Pitch. Außerdem sollten wir uns über eine Art Ampelsystem unterhalten, auf dem die Beschlüsse veröffentlicht werden, die wir getätigt haben. Damit könnten wir dann auch darstellen, was wir bei den verschiedenen Beschlüssen schon erreicht haben.

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Bürgermeistersprechstunde und weniger Wartezeit

Maik van de Sand (WSO): „Die Bürger haben mittlerweile Frust. Bei verschiedenen Ereignissen sind Betroffene gar nicht hinzugezogen worden. Bürgeranträge liegen monatelang im Rathaus obwohl die Ratsmitglieder noch gar nichts davon wissen. Die Bürger müssen einfach mehr mitgenommen werden. Das muss geändert werden. Ich würde eine Bürgermeistersprechstunde einführen, damit Bürger direkt zu mir kommen können. Dort könnten sie mir ihre Probleme oder Verbesserungsvorschläge direkt mitteilen.“

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