Es wird was: Rein äußerlich ist der Baufortschritt am neuen Edeka-Markt deutlich erkennbar. Doch Probleme bei der termingerechten Lieferung der Kühlmöbel machen den geplanten Start für November unmöglich. © Markus Gehring
Großbaustelle

Edeka-Markt eröffnet erst im neuen Jahr – aus einem besonderen Grund

Für November war die Eröffnung des neuen Edeka-Marktes in Südlohn geplant. Das hätte auch funktioniert, betont der Investor. Dann kamen Probleme in den Lieferketten und die Flutkatastrophe.

„Wir können es ja nicht ändern.“ Marktleiterin Anja Beyer nimmt die Nachricht, dass sich die Eröffnung des neuen Edeka-Marktes verzögern wird, gefasst auf. Lieferengpässe bei den Kühlmöbeln verhindern den erhofften Starttermin im November, nun wird es erst Anfang 2022 etwas.

Neben aktuell weltweiten Lieferkettenproblemen gibt es für die Verschiebung einen weiteren Grund: Die Versorgung in den von der Flutkatastrophe im Juli betroffenen Regionen genießt derzeit Priorität. Das stellt das Edeka-Team auch auf der Facebookseite heraus.

„Wir haben bis vergangene Woche noch alles probiert“, betont Torben Döring, zuständig für die Standortplanung und Projektentwicklung beim Investor, dem Unternehmen Stroetmann aus Münster. Vergeblich. Die gute Nachricht: Bautechnisch liege man sonst „voll im Zeitplan“. Döring weiter: „Wir hatten uns ja einen optimistischen Zeitplan gesetzt, so dass das Team das Weihnachtsgeschäft schon im neuen Markt durchführen kann. Das hätten wir auch geschafft.“

Versorgung der Flutkatastrophenregionen genießt Priorität

Wären da nicht die Engpässe bei (Tief-)Kühlmöbeln. „Die Situation auf dem Weltmarkt ist ja bekannt, es stellen sich Parallelen zur Autobranche, in der aktuell der Mangel an Chips bremst.“ Dass dann zunächst die Regionen versorgt werden, „wo gar nichts mehr ist“, dafür habe man volles Verständnis.

In den kommenden Wochen geht es vor allem an den Innenausbau.
In den kommenden Wochen geht es vor allem an den Innenausbau. © Markus Gehring © Markus Gehring

Damit hat sich den Planern nun einer der potenziellen „Stolpersteine“ in den Weg gestellt, an die Bauleiter Holger Hülsmann schon während der Bodenplattenarbeiten erinnert hatte. Die Klippen bei den aktuellen Engpässen gerade auf dem Bau hätten die Verantwortlichen ansonsten weitgehend umschiffen können, hatte er im Sommer erklärt.

Anders gelagerte Verzögerungen hatte es zu Beginn des Jahres bei der Erteilung der Baugenehmigung durch den Kreis Borken gegeben: Die Bezirksregierung hatte seinerzeit kleinere Anpassungen zur Änderung des Flächennutzungsplans angemeldet. Darauf musste der Südlohner Rat im April den Feststellungsbeschluss aus dem Oktober 2020 noch einmal neu gefasst absegnen.

Im Mai konnte dann – nach den vorbereitenden Maßnahmen zu Beginn des Jahres – der Startschuss für die Bauarbeiten gegeben werden.

Bauzeitenplan wird planmäßig abgearbeitet

Für Oktober hatte Holger Hülsmann die Übergabe des Projektes an den Innenausbau angekündigt. Und dort liegt in den kommenden Wochen auch der Schwerpunkt. „Es wird natürlich alles abgearbeitet laut Bauzeitenplan“, sagt Torben Döring. Dazu zählt neben dem Ladenbau auch der technische Innenausbau.

Ende Januar rechnet Anja Beyer dann mit der Lieferung der Kühlmöbel, dann soll es losgehen. Auf einer Verkaufsfläche von 1300 Quadratmetern wird sie dann mit ihrem Team ein Vollsortiment mit Schwerpunkt Lebensmittel anbieten. Auf dem 6400 Quadratmeter großen Grundstück werden 80 Stellplätze eingerichtet.

Anja Beyer nimmt die neue Ausgangslage gelassen. „Natürlich hatten wir den ersten Termin für die Bauabnahme vernommen, wir hatten uns jüngst selbst schon von den Örtlichkeiten überzeugt. Aber wie gesagt: Es ist nicht zu ändern“, berichtet die Marktleiterin. Bis zum neuen Eröffnungstermin werde man am bisherigen Standort an der Bahnhofstraße „für die Kunden da sein“.

Team hatte sich schon „alles im Kopf ausgemalt“

Die Marktleiterin hat selbst von den Nöten der Kollegen in den Krisenregionen zum Beispiel im Ahrtal gehört, Bilder von Märkten gesehen, die von Grund auf wieder aufgebaut werden müssen. „Wir haben doch ein Dach über dem Kopf und sind ja nicht arbeitslos deswegen“, zeigt sie volles Verständnis.

Auch wenn man sich bei der Besichtigung schon „alles im Kopf ausgemalt“ habe, die Vorfreude groß gewesen sei, Anja Beyer sieht es pragmatisch: „Dann besser einen vernünftigen Start im neuen Jahr.“

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