Ein Aufzug für das Feuerwehrhaus

Einstimmigkeit im Gemeinderat

Das Signal aus dem Rathaus ist eindeutig: Ein Aufzug soll im nächsten Jahr im Oedinger Feuerwehrhaus auch Rollstuhlfahrern einen Zugang zu den Räumen im Obergeschoss erlauben. Bezahlen will die Gemeinde das aber nicht allein.

Oeding

, 14.09.2017, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Feuerwehrhaus in Oeding soll mit einem Aufzug ausgestattet werden.

Das Feuerwehrhaus in Oeding soll mit einem Aufzug ausgestattet werden.

Das Thema hat die Kommunalpolitik in der Gemeinde Südlohn nicht zum ersten Mal beschäftigt. Wer jedoch lange Diskussionen erwartet hatte, durfte sich am Mittwochabend in der Sitzung des Gemeinderats enttäuscht sehen – und das im positiven Sinne: Einigkeit herrschte über alle Fraktionsgrenzen hinweg, dass der Knoten in Sachen Aufzug für das Feuerwehrhaus jetzt durchzuschlagen ist.

Entsprechend fiel auch das Abstimmungsergebnis zu diesem Punkt aus: Einstimmig folgte der Rat einem Antrag der CDU-Fraktion, im Haushalt des nächsten Jahres Mittel dafür bereitzustellen. Über deren Höhe gab es, anders als zunächst vorgesehen, jedoch noch keinen Beschluss: Die konkrete Summe wird sich aus den Gesprächen ergeben, die die Gemeinde jetzt mit dem Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes führt.

DRK-Kreisverband gefordert 

Denn das DRK auf Kreisebene soll keinesfalls aus seiner finanziellen Mitverantwortung für das Projekt entlassen werden. Das hatte auch die Verwaltung noch einmal deutlich gemacht, die in ihrer Vorlage sehr genau die Vorgeschichte aufgeführt hatte. Unter Federführung des DRK-Kreisverbands seien vor Baubeginn für das Gemeinschaftsvorhaben mehrere Zuwendungsanträge gestellt worden. Der Einbau des Aufzuges sei eigentlich vorgesehen gewesen. Er wurde jedoch zurückgestellt, weil es nach Auskunft des damaligen Vorsitzenden des DRK-Kreisverbandes die Möglichkeit einer Förderung aus Mitteln der Wohlfahrtspflege gesehen wurde.

Doch diese Bemühungen verliefen offensichtlich im Sande. Die Verwaltung formuliert das so: Trotz weiterer schriftlicher Nachfragen sei dieses Förderprojekt durch den DRK-Kreisverband offensichtlich „nicht weiter engagiert verfolgt worden“. Eine Ursache dafür könne möglicherweise in einem Wechsel im Vorstand liegen.

Barrierefreier Zugang wichtig

Mit dem Ortsverband lag die Gemeinde hingegen offensichtlich stets auf gleicher Wellenlänge: In einem Gespräch im Juni 2016 sei von allen Seiten – gemeint sind Ortsverein und Gemeinde – die Dringlichkeit des barrierefreien Zugangs betont worden. Doch mit dem Kreisverband ist der Dialog darüber noch nicht weitergekommen.

Das soll sich jetzt ändern. „Es kann nicht sein, dass das DRK bei der Finanzierung des Aufzugs außen vor ist“, betonte Hermann-Josef Frieling für die CDU. Der jetzige Zustand müsse beendet und die Barrierefreiheit hergestellt werden. Dem konnte auch Josef Schleif (Grüne) zustimmen. Er hatte wie andere aus eigener Erfahrung erleben müssen, dass der Zugang zum Obergeschoss im Oedinger Feuerwehrhaus Menschen im Rollstuhl nicht möglich ist. Er habe die Barrierefreiheit seit Jahren gefordert, so Schleif.

"Nicht lange warten"

Widerspruch erntete er, als er äußerte, dass der damalige Bürgermeister Georg Beckmann als zweiter Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes „parteiisch“ gewesen sei. Werner Stödtke stellte dies für die Gemeindeverwaltung postwendend gerade: „Herr Beckmann war nicht mehr Bürgermeister, als die Anträge gestellt wurden.“ „Wir sollten nicht lange warten mit der Verwirklichung“, signalisierte Hans Brüning (SPD) Zustimmung seiner Fraktion. So waren am Ende die Weichen eindeutig gestellt: Die Verwaltung soll nun mit dem DRK-Kreisverband über die finanziellen Fragen reden, der Hauptausschuss danach die Höhe der Summe beraten, die im Haushalt 2018 stehen soll – damit vom nächsten Jahr an wirklich alle Bürger an öffentlichen Veranstaltungen im Feuerwehrhaus teilhaben können.

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