Ein Konzept und mehr Geld sollen die Spielplätze in beiden Ortsteilen verbessern

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Der Zustand der Spielplätze im Ort kommt bei vielen nicht gut an. Die Politik hat sich das Thema vorgenommen – und will über ein Konzept diskutieren. Symbolpolitik oder ein echter Vorstoß?

Südlohn

, 18.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll es mit den Spielplätzen in der Gemeinde weitergehen? 19 Stück gibt es in den beiden Ortsteilen. Immer wieder ist die Diskussion um deren Zustand Ortsgespräch. Auch gegenüber unserer Redaktion hatten sich immer wieder Anwohner gemeldet und die aus ihrer Sicht schlechte Ausstattung und den schlechten Zustand der Spielplätze kritisiert.

Deswegen waren die Flächen am Mittwoch auch Thema im Haupt- und Finanzausschuss: Ludger Rotz (UWG) hatte die Spielplätze mit einem Antrag auf die Tagesordnung geholt. Er forderte, dass ein Konzept erstellt werden solle, um alle Spielplätze in den beiden Ortsteilen nach und nach zu erfassen und aufzuwerten. „Das ist ja praktisch eine Fortführung des Begonnenen“, erklärte Bürgermeister Christian Vedder.

Ein Konzept und mehr Geld sollen die Spielplätze in beiden Ortsteilen verbessern

Der Spielplatz an der Kolpingstraße soll demnächst wieder aufgebaut werden – in enger Zusammenarbeit mit der dortigen Nachbarschaft. Die Patenschaften für Spielplätze seien ein Erfolgsmodell in den beiden Ortsteilen, hieß es in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. © Stephan Teine

Auch Hermann-Josef Frieling (CDU) erklärte, dass sich der Bauausschuss ja regelmäßig mit den Spielplätzen in der Gemeinde beschäftige. „Da kann man ja nichts dagegen haben, das fortzuführen.“ Auch habe er Sympathien für einen großen, besser ausgestatteten Spielplatz. Der könne zum Beispiel an der Oedinger Grundschule entstehen. In Südlohn sei das aber schon schwieriger. „Der wäre im Scharperloh denkbar“, so Bauamtsleiter Dirk Vahlmann.

Bürger sollen gefragt werden

Ein Spielplatzkonzept konnten die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses allerdings noch nicht auf den Weg bringen. Darüber soll zunächst der Bauausschuss in einer seiner kommenden Sitzungen beraten. Maik van de Sand (Grüne) setzte sich dafür ein, dass das noch in diesem Jahr passiere. Auch sollten die Einwohner zu ihren Wünschen befragt werden. „Das ist ein ganz zentraler Punkt“, unterstrich er. Nur so könnten Spielplätze dort geschaffen und verbessert werden, wo die Menschen sie sich wünschen.

SPD möchte Spielplatz-Etat verdoppeln

Bei der Beratung über den Haushalt der Gemeinde ging es dann kurze Zeit später noch einmal um Spielplätze. Rita Penno (SPD) forderte, den geplanten Etat für die Spielplätze im Jahr 2019 von 40.000 auf 80.000 Euro zu verdoppeln. Damit stieß sie jedoch auf Kopfschütteln.

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Alois Kahmen (CDU) hat zwar keinen Sitz im Haupt- und Finanzausschuss, saß aber als Zuschauer im Publikum. Kopfschüttelnd und laut murrend kommentierte er den Vorstoß der SPD als völlig konzeptlos. Auch im Gespräch mit unserer Redaktion am Donnerstag kritisiert er die Idee: „Es bringt doch nichts, einen Etat ohne sachliche Grundlage zu erhöhen“, sagt er. Auch könne sich die Gemeinde was Spielplätze angeht „durchaus sehen lassen“. Die Spielplätze in Oeding habe er gerade noch mit dem Fahrrad abgefahren. Die seien in Ordnung. Was man dabei nicht vergessen dürfe: „Als 9000-Seelen-Gemeinde können wir eben keinen Spielplatz wie zum Beispiel im Stadtlohner Losbergpark vorhalten.“

40.000 Euro für ein Symbol? Kein Finanzierungsvorschlag, kein Konzept

In der Sitzung wollte auch Hermann-Josef Frieling wissen, wie sich die SPD denn einen Finanzierungsvorschlag für die Mehrausgaben vorstelle. „Der kommt“, sprang Siegfried Reckers (SPD) seiner Fraktionskollegin zur Seite. Wiederum Kopfschütteln. „Es bringt doch nichts, einfach eine Summe in den Raum zu stellen. Wir brauchen erst ein Konzept“, sagte Hermann-Josef Frieling. Dann könne man über den Etat diskutieren. Das sahen offenbar auch die SPD-Politiker ein. Bei der Erhöhung habe es sich auch eher um ein Zeichen für die Bevölkerung gehandelt, ergänzte Siegfried Reckers den Vorstoß. „Damit die Menschen sehen, dass wir uns mit dem Thema befassen.“ Eine Mehrheit fand diese Idee nicht.

Am Ende stand ein Kompromiss: Der diesjährige Etat wird auf 45.000 Euro erhöht. Zu den geplanten Investitionen soll damit auch die Planung für einen Spielplatz im Baugebiet Burloer Straße-West vorangetrieben werden. Auch für den Folgehaushalt 2020 werden 40.000 Euro eingeplant.

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