Ein Lächeln für den tollen Tag

Serie "Helden des Alltags"

Mit dem wohnlich wirkenden Holzhaus im Südwall in Südlohn assoziiert man auf den ersten Blick „Familie“, „Häuslichkeit“ und „zufriedenes Leben“. Diese Assoziationen verstärken sich auch beim Blick hinter die Fassade.

SÜDLOHN

22.08.2017, 18:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Leiterin Adelheid Voots (M.) mit Mitarbeiterinnen aus dem Haus Georg.

Leiterin Adelheid Voots (M.) mit Mitarbeiterinnen aus dem Haus Georg.

Für unsere Serie über die Kranken- und Altenpflege in der Gemeinde hat der Vorsitzende der Bürgerstiftung Südlohn-Oeding, Hubert Epping, zusammen mit Kristin Weßling das Haus Georg besucht. Es handelt sich bei den Bewohnern des Hauses um eine Wohngemeinschaft von pflegebedürftigen, demenziell erkrankten Menschen. Rund um die Uhr erfahren die Bewohner eine professionelle Pflege und Betreuung von 26 Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes.

Neben dem DRK sind die Bewohner und deren Angehörige wichtige Säulen der Wohngemeinschaft. Die Angehörigen „arbeiten“ in der Wohngemeinschaft mit, sie kümmern sich um die Gartenarbeit, organisieren kleine Feste, lesen Geschichten vor oder kochen. Für die Angehörigen fühlt es sich so an, als würden sie ihre Mütter oder Väter „zu Hause“ besuchen. Eine Art Familienleben ist somit möglich.

Individuelle Gestaltung

Jeder Bewohner lebt in einem eigenen Zimmer mit Bad, das mit eigenen Möbeln und Dekorationen individuell gestaltet werden kann. Die Individualität der Bewohner spielt eine große Rolle. Trotz einer für die demenzerkrankten Bewohner wichtigen allgemeinen Tagesstruktur wird auf jeden Bewohner individuell eingegangen.

So haben zum Beispiel auch „Nachteulen“ die Möglichkeit, dann zu Bett gehen, wenn sie müde sind und nicht schon um 18 Uhr, weil der Arbeitsplan oder der Schichtwechsel des Personals es so vorsieht. Und wer gerne lange schläft, wird nicht um 6 Uhr geweckt. Nicht die umfassende Pflege bestimmt den Alltag der Bewohner, sondern das Zusammenleben und die individuellen Bedürfnisse und Wünsche.

Einfühlungsvermögen wichtig

„Wir treten in die Fußstapfen der Bewohner, damit wir mit ihnen zusammenkommen. Dafür benötigen wir Einfühlungsvermögen, Ruhe, Zeit und besonders Verständnis für die Erkrankung“, schildert die Hausleitung Adelheid Voots. Doch trotz aller Belastungen und dem Wunsch nach mehr Wertschätzung von außen sind die Mitarbeiter zufrieden mit ihrer Arbeit. „Hier ist immer Leben. Schon ein kleines Lächeln sorgt für einen tollen Tag“, fasst Adelheid Voots die Atmosphäre zusammen.

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