Ein Lichtermeer setzt Zeichen für Solidarität

Caritas-Aktion

Die Gemeinschaftsaktion wollte Licht in die dunkele Lebenssituation unbegleiteter Jugendlicher in Marokko bringen. Im Rahmen der Aktion "Eine Million Sterne" setzten zahlreiche Menschen am Samstag auf dem Schulhof der St.-Vitus-Grundschule in Südlohn ein Zeichen. Es ging bei der Aktion auch um das Schicksal der Familie Arifovic, die in Ahaus im Kirchenasyl lebt.

SÜDLOHN

, 14.11.2016, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unzählige Lichter hatten Mitglieder der Feuerwehr Südlohn und Helfer des Caritasverbandes Ahaus-Vreden auf dem Schulhof entzündet. Die Aufstellung der Lichter bildete das Caritassymbol nach. Der Caritasverband folgte zusammen mit der Grundschule, den Kindertageseinrichtungen, dem Seniorenstift St. Henricus und der Pfarrgemeinde St. Vitus und St. Jakobus dem bundesweiten Aufruf, am Samstag im Rahmen der Aktion "Eine Million Sterne" öffentliche Zeichen zu setzen für eine gerechtere Welt.

Mit Laterne und Kapelle

Alles begann mit einem Gottesdienst für die Kinder und ihre Eltern in der nahen St.-Vitus-Pfarrkirche. Danach zogen Eltern und Kinder mit Laternen mit den Klängen der Musikkapelle Südlohn von der Kirche zum Schulhof der Vitusschule. Bürgermeister Christian Vedder als Schirmherr der Aktion und Pastor Stefan Schoo führten die Gruppe an.

Christel Mers, Caritas-Mitglied aus Vreden, äußerte sich dazu, warum die Caritas in diesem Jahr besonders die Hilfe für minderjährige Flüchtlinge in Marokko unterstützt: "Marokko ist das Nadelöhr auf der Flucht nach Europa. Viele unbegleitete Jugendliche flüchten zunächst nach Marokko." Bernhard Herdering, Vorstandssprecher des Caritasverbandes Ahaus-Vreden, erklärte die Aktion für die vielen Besucher, die das Lichtermeer umrahmten. Einen Tag nach dem Martinstag passe die Aktion besonders gut in den Kalender, denn auch Sankt Martin habe sich um die Bedürftigen gekümmert.

Großherzigkeit beweisen

"Helfen Sie auch mit, dass die serbische Romafamilie in Ahaus bleiben kann", setzte sich Herdering bestimmt und überzeugend für die Unterstützung der Familie Arifovic ein, die durch den Beschluss des Kreises abgeschoben werden soll. "Sie haben Arbeit. Sie haben eine Wohnung. Die Kinder gehen zur Schule. Sie sind integriert. Zurzeit genießt die Familie Kirchenasyl. Ich hoffe, dass der Kreis Borken Großherzigkeit beweist und dieser Familie Asyl gewährt."

Christian Vedder sprach einen weiteren Anlass für die Aktion an, die dem Jahresmotto der Caritas folgt: "Das Motto Generationengerechtigkeit ist gut gewählt. Es hilft uns, innerhalb der Generationen, aber auch generationenübergreifend das Verständnis zu verbessern und glücklich miteinander zu leben." Damit wandte er sich wie auch Schulleiterin Friederike Voß nicht nur an die Senioren, die zu der Aktion gekommen waren, sondern an alle.

Christina Sibbing war mit ihrer Mutter und ihrem Sohn gekommen, um ebenfalls ein Zeichen zu setzen. "Ich finde es super, dass heute auf diese Themen aufmerksam gemacht wird", so Sibbing.

Lesen Sie jetzt
Ruhr Nachrichten Handwerker in Südlohn in Zeiten von Corona
Handwerker in Südlohn arbeiten weiter – Vorsichtsmaßnahmen werden verschärft