Pfarrer Stefan Scho (l.) und Cornelia Wenning (2.v.l.) von der Kolpingsfamilie freuen sich über die Spende von Fritz und Anneliese Busch: ein Möbiusband auf einem Sandstein. © Michael Schley
Pastorat

Ein neues Kunstwerk für den Besinnungsweg – in Nachbarschaft zum Wappenstein

Dem Besinnungsweg wurde eine weitere Station hinzugefügt, nun am Pastorat. Die Kolpingsfamilie freut sich über eine Spende. Am Garten des Pastors gibt es zudem einen weiteren Blickfang.

„Gott zu Ehre und den Menschen zur Freude und Besinnung“: Unter diesem Leitgedanken steht der Besinnungsweg, den die Kolpingsfamilie Südlohn 2009 ins Leben gerufen hat. Nach und nach wurden dem Weg Stationen im Cohausz Wäldchen hinzugefügt – Kunstwerke aus verschiedenen Materialien, Bildstöcke, gar ein Insektenhotel.

Nun ist ein weiteres Kunstwerk hinzugekommen, dies am Pastorat. Eine Spende von Fritz und Anneliese Busch. Am Garten des Pastors hat auch der wiederentdeckte Wappenstein von 1729 eine neue Heimat gefunden.

Auf Anregung von Cornelia Wenning legten vor zwölf Jahren der Arbeitskreis der Kolpingsfamilie Südlohn sowie viele freiwillige Helfer, Spender und Künstler den Besinnungsweg an. Auf diesem Pfad laden Bänke dazu ein, zu entschleunigen und die dort aufgestellten Kunstwerke auf sich wirken zu lassen. „Einen virtuellen Rundflug können Interessierte über die Homepage der Kolpingsfamilie Südlohn (www.kolping-suedlohn.de) unternehmen“, berichtet Birgit Rotherm.

Der verschollene Wappenstein von 1729 hat einen neuen Standort: Auf Anregung von Franz-Josef Rickers (r.) wurde dieses am Pastorat angebracht. Eine schöner Blickfang, findet Pfarrer Stefan Scho.
Der verschollene Wappenstein von 1729 hat einen neuen Standort: Auf Anregung von Franz-Josef Rickers (r.) wurde dieses am Pastorat angebracht. Eine schöner Blickfang, findet Pfarrer Stefan Scho. © Michael Schley © Michael Schley

Das neue Kunstwerk steht nun in der Verlängerung des Weges Richtung Friedhof, auf dem selbst ein zwei Tonnen schwerer Sandstein, auf dem eine Sonnenuhr aufgebracht ist, abgelegt ist. Die Konstellation von Uhr und Inschrift soll dort dazu anregen, über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken.

Möbiusband als Sinnbild für die Unendlichkeit

An der neuen Station am Pastorat steht nun ein Kunstwerk des Steinbildhauers und Fotografen Wilfried Pinsdorf aus dem von ihm gegründeten Baumberge-Sandsteinmuseum in Havixbeck; ein Möbiusband, das ein Sinnbild für die Unendlichkeit darstellt. Viele Jahre stand dieses Kunstwerk zuvor auf dem Südlohner Friedhof, auf der Gruft von Josef Praest, dem Stiefvater von Anneliese Busch.

1993 hatte sie mit ihrem Mann Fritz Busch dort auf Anraten eines Künstlers das Kunstwerk aufstellen lassen. „Viele Jahre haben wir das Grab gepflegt, jetzt können wir es nicht mehr“, berichtet Fritz Busch. Bei den Kolpingern finde das Kunstwerk eine gute Verwendung, dachte man, besser als vor der eigenen Tür.

Ein Möbiusband bezeichnet übrigens eine Fläche, die nur eine Kante und eine Seite hat. Sie ist nicht orientierbar, das heißt, man kann nicht zwischen unten und oben oder zwischen innen und außen unterscheiden. Deshalb steht sie für Unendlichkeit, so Anneliese Busch.

Mit dem Aufstellen im Garten des Pastors verfolge man gleich zwei Ziele, erklärt Frank Rotherm (Kolping): „Zum einen ist die Verlängerung des Besinnungsweges in Richtung Friedhof gewünscht, zum anderen wird dieses Kunstwerk dort auch wahrgenommen.“ Das kann auch Pfarrer Stefan Scho bestätigen, „Das Kunstwerk passt schon gut zum Pastor“, ergänzt er.

Verschollenes Wappenschild bereichert nun das Pastorat

Das Möbiusband ist aber nicht der einzige Blickfang am Pastorat. An der Garage wurde das zwischenzeitlich vermisste Wappenschild von 1729, das einst an der Wassermühle und später am Vereinshaus aufgestellt worden war, angebracht. Eine Idee vor allem von Steinmetz Franz-Josef Rickers. „Pfarrer Scho fragte mich, wo ich das Wappen anbringen würden“, so Rickers.

Das Möbiusband ist ein Sinnbild für die Unendlichkeit. Es stammt aus dem Sandsteinmuseum in Havixbeck und stand lange Jahre auf dem Südlohner Friedhof.
Das Möbiusband ist ein Sinnbild für die Unendlichkeit. Es stammt aus dem Sandsteinmuseum in Havixbeck und stand lange Jahre auf dem Südlohner Friedhof. © Michael Schley © Michael Schley

Sofort habe er sich auf die Garage festgelegt, dort passe es sich gut ein und sei vor allem von der Eschstraße aus schon sichtbar. Er selbst setzte die Idee dann auch in die Tat um. „Jetzt kann es auch nirgendwo mehr eingelagert werden“, ergänzt Stefan Scho und lacht.

Zufrieden zeigt sich auch Fritz Busch, als er auf das Möbiusband schaut. Die Kolpingsfamilie hat rund um den Stein frische Pflanzen aufgebracht. Ein Täfelchen mit Erklärungen zum Kunstwerk solle noch folgen, sagt Cornelia Wenning. So wie an den anderen Stationen auch bereits.

Über den Autor
freier Mitarbeiter