Erfolgreich bleiben

Somit auf Prüfstand

Nach neun Jahren "Somit e.V." als Tourismus- und Marketinginitiative hat der Verein jetzt seine eigenen Strukturen durch einen externen Fachmann überprüfen lassen. Die Ergebnisse wurden den Vereinsmitgliedern und Vertretern der Ratsfraktionen jetzt im Haus Wilmers vorgestellt.

SÜDLOHN

von Von Bernd Schlusemann

, 07.09.2013, 07:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stadtmarketing-Experte Andreas Schriefers (r.) führte aus, wie sich "Somit e.V." weiter entwickeln muss, um erfolgreich zu bleiben.

Stadtmarketing-Experte Andreas Schriefers (r.) führte aus, wie sich "Somit e.V." weiter entwickeln muss, um erfolgreich zu bleiben.

Bei seiner Begrüßung erinnerte der Somit-Vorsitzende Bernd Oing an die Anfänge des Vereins im Jahr 2004 und dem Beginn "mit einer losen Arbeitsgruppe". Aber schon damals hatte ein Gutachter ein Exposé erstellt, wie die Arbeit des Somit aussehen soll. Nach neun Jahren sei es an der Zeit, "zu sehen, wo man steht, wie gut wir noch sind und ob Optimierungsbedarf besteht", meinte Oing. Der Zeitpunkt für diese Aktivitäten überraschte nicht. Oing und seine Stellvertreterin Rita Wehr sind Gäste in der nächsten Ratssitzung am 11. September. Im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung geht es um den Zuschuss der Gemeinde an Somit in Höhe von rund 60 000 Euro. Nach Informationen unserer Redaktion will die Verwaltung diesen Betrag kürzen.Richtiger Zeitpunkt Vor diesem Hintergrund hatte der Somit-Vorstand alles richtig gemacht, Ratsvertreter und den Bürgermeister zur Vorstellung der Ergebnisse eines externen Experten einzuladen. Denn: Andreas Schriefers, Rechtsanwalt aus Düsseldorf und Spezialist für Stadtmarketing, machte deutlich, dass es nicht ausreicht, was in Sachen Stadtmarketing und Tourismus in Südlohn passiert. Laut Schriefers ist die personelle Besetzung ein Problem von Somit. Um effektiv arbeiten zu können, brauche eine Gemeinde in der Größenordnung Südlohns eine Vollzeitkraft, eine Teilzeitkraft sowie ein bis zwei Aushilfen.Den Namen ändern "Somit" - der Name sei gut, doch "wer Somit nicht kennt und in München wohnt, wird ihn nie finden", meinte Schriefers und regte an, dem Namen einen örtlichen Bezug zu geben. "Somit wird nicht wahrgenommen", kritisierte der Experte auch, dass Somit nicht auf einer eigenen Homepage präsent ist, sondern "nur als Link" auf der Seite der Gemeinde.Etat verdoppeln Für die Tourismus- und Marketinginitiative sieht der Rechtsanwalt einen Jahresetat von 120 000 bis 150 000 Euro und damit mehr als den doppelten Betrag, der jetzt zur Verfügung steht. Zurzeit gebe die Gemeinde je Einwohner 7,74 Euro für Somit aus. Das ist laut Schriefers zu wenig. Er schlug im Rahmen einer Umstrukturierung des Vereins eine Stufenfinanzierung vor, die zunächst eine Erhöhung des kommunalen Zuschusses um 30 000 auf 90 000 Euro vorsieht. Das allerdings nur für zwei Jahre. Danach müsse Somit so aufgestellt sein, dass die Kommune ihren Zuschuss kürzen und sich der Verein stärker aus eigenen Erträgen finanzieren könne.Kann die Verwaltung Marketing? Wichtig dabei: Der Marketing-Experte will bis dahin alle Vereine (Somit, Gewerbevereine, etc.) unter einem Dach sehen: "Eine Gemeinde wie Südlohn verträgt nicht unbedingt Parallelstrukturen". Und auch Bürger müssten Mitglied bei Somit werden. "Das bisschen Marketing kann die Verwaltung nebenher erledigen! Kann die Verwaltung Marketing"? Auf die Sparbestrebungen der Gemeinde eingehend, gab der Stadtmarketing-Spezialist zu bedenken, dass es auf keinen Fall zielführend sei, diese wichtige Aufgabe "nebenher" erledigen zu lassen. Abschließend warnte Schriefers davor, die in den vergangenen Jahren geschaffenen Strukturen "mit dem Hintern umzuschmeißen". Dafür sei zu viel im positiven Sinn in die Wege geleitet worden.Gemeinsam aktiv "Als ehrenamtlicher Vorsitzender bin ich nach diesen Ausführungen schon etwas nachdenklich geworden", meinte Bernd Oing am Ende des Vortrages, der aufgezeigt hatte, wohin die Entwicklung des Somit gehen muss.

Lesen Sie jetzt